★★★★★
k.A.
27.06.2026
ean-shopping.de
Trotz der ruhigeren Atmosphäre finde ich die Geschichte von Rocky Beach Crimes sehr fesselnd und die Charaktere entwickeln sich wunderbar. Ich bin absolut begeistert von dieser Serie!
Kari Erlhoff liefert ihren zweiten Fall für die Ablegerserie Rocky Beach Crimes. Diesmal darf Skinny Norris beweisen, dass er gar nicht so dumm ist, wie die drei Detektive meinen. Gemeinsam mit seiner Auftraggeberin Lys de Kerk versucht er ihren verschwundenen Bruder Yan zu finden. Doch Skinny wäre nicht Skinny, wenn er nicht eine typischere Motivation hätte, als reine Herzensgüte: Die Aussicht auf einen Schatz, den der verschwundene Yan offenbar sucht.Die Geschichte ist gut aufgebaut und man fühlt sich von der ersten Zeile an wohl - in und um Rocky Beach. Das einzig größere Fragezeichen, dass ich hatte, war die Frage, ob man zum Schluss noch einen "Gegner" auftauchen lassen muss, der eigentlich in der ganzen Story vorher keine Rolle spielt. Vielleicht war hier die Anleihe an einen früheren Fall am Ende nur ein unnötiger Selbstzweck. Insgesamt aber ein sehr rundes Rocky Beach Buch mit absoluter Leseempfehlung.!Vorsicht Spoiler!Ich bin beim Lesen über drei Dinge gestolpert, die etwas holprig waren, weshalb ich dann insgesamt keine 5 Sterne vergebe:1) Skinnys Verhalten und Motivation: Wenn man eines über Skinny weiß dann, dass er grundsätzlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und nur selten davon abweicht. So zeichnet auch Erlhoff den Charakter von Skinny zur Einführung. Gleichzeitig wird dargestellt, dass Skinny den Job, den er gerade hat um nichts in der Welt verlieren darf, da sonst die Enterbung durch seinen Vater droht. Was Skinny dann aber direkt zum Einstieg bei seiner ersten Begegnung mit Lys sagt und tut ist genau das Gegenteil: nämlich der sichere Weg seinen Job direkt zu verlieren. Das passt einfach nicht, weil die Autorin Skinny entgegen ihrer vorherigen Beschreibung agieren lässt. Hier wäre es deutlich passender und vermutlich auch lustiger gewesen, wenn Skinny seine herablassenden und unhöflichen Antworten nur denkt, dann aber jeweils völlig übertrieben höflich ist.2) Skinnys Alter: Ja wie alt ist der Mensch denn nun? Das lässt die Autorin im Ungewissen. Was auf der einen Seite verständlich ist, auf der anderen Seite aber angesichts vieler Hinweise auf Skinnys Verbleib und Tätigkeiten irgendwie lückenhaft wirkt - zumindest auf mich.Um sich dem Alter von Skinny zu Nähern ein kleiner Exkurs.Im Super-Papagei ist Skinny bereits 18 Jahre alt: "Skinner Norris verbrachte alljährlich mit seiner Familie die Ferien in Rocky Beach. Er war schon achtzehn und fuhr einen eigenen Wagen. Diesen Vorteil und ein großzügig bemessenes Taschengeld machte er sich zunutze, um bei den halbwüchsigen Jungen im Städtchen als Anführer aufzutreten."Wer sich hier jetzt sagt: "Moment, Skinny war in dem Fall doch gar nicht dabei.", der darf beruhigt sein. Im Buch hat er seinen Auftritt, der es aber nicht ins Hörspiel geschafft hat.Zurück zum Papageien: Zu diesem Zeitpunkt sind die drei Detektive wohl zwischen 13 und 15 Jahre alt, also vermutlich um die 4 Jahre jünger. Ab den Crime-Buster-Fällen werden die drei Detektive zwischen 16 und 17 Jahren alt sein. Autofahren lernen kann man in Kalifornien zwar bereits ab 15 einhalb Jahren, bis man ohne Begleitung fahren kann dauert es aber ein paar Tage. Und da die drei Detektive ja nicht am gleichen Tag Geburtstag haben, wird es wohl knapp ein Jahr dauern, bis alle drei nacheinander ihren Führerschein gemacht haben.Skinny wird also ab den Crime-Buster-Fällen mindestens 20 bis 21 Jahre alt sein. Und damit würde dann seine Schulzeit schon mehr als 2 Jahre hinter ihm liegen. Dafür sind die Lücken in Skinnys Lebenslauf dann doch etwas zu groß. Ich verstehe die Autorin hier schon, dass sie nicht ohne Not in eigentlich für die Story nicht relevanten Nebensätzen Skinnys jüngsten Lebenslauf für das drei ??? Universum zementiert will. Aber dann hätte man hier vielleicht erzählerisch andere Wege finden sollen, seine letzten Jahre auszusparen. So wirkt es leider nur wie eine Ansammlung von zusammengesuchten Details zu Skinny aus den bisherigen Fällen, die hier und da eingestreut werden. Das ist für mich einfach zu wenig für ein Buch, dass sich um Skinny dreht.3) Die Atmosphäre lässt zum Ende hin stark nach: Während 80% des Buches den Leser gefühlsmäßig in die sommerliche Hitze des kalifornischen Rocky Beach katapultieren, hört dieses Gefühl bei mir kurz vor dem Showdown auf. Ab dem Moment des drohenden Unwetters fehlen mir die emotionalen und situativen Beschreibungen von Umgebung, Stimmung und Wetter, die bis dahin das Buch stimmig geprägt haben. Ein schweres Unwetter, eine uralte natürliche Höhle, enge zu durchkletternde Gänge und Röhren, eine uralte mythische Stätte, die "Auflösung" des Falles, eine Sprengung. All das wird einfach nacheinander abgehakt. Das ist unglaublich schade, weil gerade diese Szenerie unendlich viel Potential dafür gehabt hätte, Kopfkino in der besten Form zu erzeugen. Da gibt es aber keinen Moment in dem erzählerisch inne gehalten und emotional beschrieben wird. Und das verspielt viel des riesigen Potential des Endes.