★★★★★
k.A.
18.06.2026
ean-shopping.de
Das Buch ist eine interessante Geschichte, die eine ungewöhnliche Situation darstellt, aber die Darstellung wirkt teilweise etwas überzogen. Die Atmosphäre ist gut, allerdings gibt es einige Schwächen in der Ausführung der Handlung.
★★★★★
k.A.
18.06.2026
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Dieses Buch ist absolut faszinierend und zieht einen sofort in seinen Bann; die Geschichte von Burgl Eichner und Dr. Mengeles Zwillingsstation ist unglaublich spannend und fesselnd. Ich kann es jedem empfehlen, der an spannenden und emotionalen Geschichten interessiert ist.
★★★★★
k.A.
18.06.2026
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Interessant!
Nach ihrem Bestseller "Die Seele der Papaya" und einem Band mit Erzählungen ("Aus lauter Liebe") legt Varda Hasselmann mit der "Seelenwaage" ihren neuesten Roman vor. Es geht um eine altgewordene Frau, die im Rückblick und inneren Dialogen beschreibt, wie ihr viermonatiger Aufenthalt als Schwester der Krankenstation im Lager Auschwitz Birkenau mit 17 Jahren ihr weiteres Leben bestimmt hat. Mürrisch und muffelig geworden gönnt sie niemandem Leichtigkeit und Lebensfreude, auch nicht sich selbst. Burgel Eichners einzige, nur aus der Ferne gelebte Liebe gilt dem Zwillingspaar, das sie als Säuglinge aus dem Lager in die Freiheit begleitet hat.Ihre Auseinandersetzung mit den Themen Schuld durch Tat und Schuld durch Unterlassung bekommt auf ihrer Pilgerreise nach Santiago de Compostela eine besondere Intensität, als sie in dem Reiseführer dem Mann begegnet, der in ihrer Jugend für einen kurzen Moment ihren weiteren Weg hätte lebendiger werden lassen können. So wird sie konfrontiert mit dem Möglichen und für sie Unmöglichen und mit der Entscheidung, das Geheimnis der Zwillingsherkunft preiszugeben. Kann die Offenbarung der Wahrheit und der Ablass der Sünden sie vom Gefühl der Schuld befreien? Wird sich die Seelenwaage zu ihren Gunsten neigen?Varda Hasselmann gelingt es hervorragend, den Leser über die inneren Dialoge der Hauptfigur in einen komplexen menschlichen Kosmos zu geleiten - stilsicher, flüssig und trotz des tiefen Themas mit leichter Hand. .Die kauzige Figur der Burgel Eichner wird einem dadurch nahe. Motive und Motivationen ihrer von außen oft skurril wirkenden Handlungen sind schlüssig, und die Leserin (der Leser auch) wird, bald belustigt, bald entsetzt und immer mehr verstehend Zeuge eines intensiven ProzessesDurch das Einfügen vielfältiger Zitate von Philosophen, Schriftstellern und Dokumentatoren der Nazizeit wird die Innenschau immer wieder in die Diskussion um einen persönlichen Umgang mit dem Thema Schuld und Sühne, Befreiung von Schuld und deren spiritueller Dimension geführt. Ist ein Leben ohne Schuld möglich ? Wie hätten wir gehandelt? Wo beginnt Schuld, wo und wie endet sie? Auf diese besondere Art der Verknüpfung von Fiktion mit Dokumentation entfacht sie eine starke innere Beteiligung des Lesers (und auch der Leserin).Als Ergänzung zum Thema hat die Autorin, die gleichzeitig den Ruf als eines der führenden Trance-Medien genießt, im Anhang zwei Texte beigefügt, die diese Themen aus einer nicht irdischen Perspektive beschreibt - eine große Inspiration, die den Roman wunderbar ergänzt und weiter vertieft.Auch die Kenner der "Archetypen der Seele" kommen auf ihre Kosten, bekommen sie mit der Protagonistin doch ein Paradebeispiel einer Gelehrten mit dem Angstmuster Selbstsabotage mit Starrsinn auf der dritten Entwicklungsstufe einer Reifen Seele.Hier lesen Sie Kluges aus dem Leben, mit großem Gewinn!Marion Lockert,Archetypencoach
In der "Ich"-Form erzählter Roman über ein Stueck dunkelster deutscher Geschichte, der werder theatralisch noch mittleidig, anklagend oder entschuldigend daherkommt. Eine hervoragend erzählte Geschichte die Geschichte zum Inhalt hat. Die Protagonistin "Burgel" Eichner ist Opfer wie Täter gleicher Maßen. Als 17-jährige Kinderkrankenschwester betreut sie Mengeles Zwillinge im KZ Birkenau ohne auch nur zu erahnen, wem sie da zur Seite steht und was Sinn und Zweck des Ganzen ist. Viel zu spät wird ihr bewußt, was hier gespielt wird. Allein diese Erkenntnis läst sie den Rest des Lebens einsam verstrickt in Schuld und Scham als Zombie, als Untote, als Wiedergägnerin in Günzburg verbringen. Am Ende ihres Lebens bilanziert sie, weil sie einigen Menschen aus jener Zeit wiederbegegnet. Sie lüftet ihr Schweigen in dem sie ihre Geschichte zu Papier bringt, denn das Reden hat sie vor langer Zeit eingestellt. Eine Wallfahrt nach Santiago de Compostella soll ihr Ablass verschaffen, doch es kommt ganz anders.In diesem flüssig und spannend geschriebenen Roman verwischen die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld, zwischen Opfer und Täter, eine eindeutige Positionierung ist nicht möglich, nicht bei Burgel Eichner, ein Schicksal das wohl viele Deutsche dieser Generation mit ihr teilen dürften. Dieses Buch ist ehrlich und sollte zur Pflichtlektüre in unseren Schulen erhoben werden, weil hier deutlich wird, das die Schuldfrage nicht notwendiger Weise immer klar zu benenn ist. Der Nationalsoialismus hat vor allem eines gezeigt, wozu Menschen im Stande sind, wie leicht wir Verführbar sind, wie einfach es ist, uns zu manipulieren. Wehe dem, der sich nach ernüchternder Erkenntnis seiner neuen Realität zu stellen hat. Daher ist dieser Roman ein Stück brand aktuelle Zeitgeschichte! Der Autorin Varda Hasselmann ist hier ein wahrlich großer Wurf gelungen. Meine Empfehlung: sehr lesenswert. Und vor allen Dingen, keine Angst vor der eigenen Geschichte und dem gewählten Thema, das hier ist ganz große Erzählkunst!Nachtrag: Angesichts der aktuellen Flüchtlingsproblematik sind wir alle aufgefordert Stellung zu beziehen. Wir haben gegenwärtig eine Situation in Europa die von allen eine klare Entscheidung zu Gunsten von Humanität fordert und unter Umständen für jeden Einzelnen Verzicht und Einschränkung bedeutet. Sind wir nicht jetzt schon "schuldig" weil wir es haben so weit kommen lassen? Was ist angesichts einer solchen Flüchtlingssituation richtig oder falsch? Auch wenn sich die Problematik von Varda Hasselmanns Buch auf die Nazi-Zeit bezieht ist dieses Buch angesichts der momentanen politischen Situation mehr als aktuell!