★★★★★
k.A.
03.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist ein faszinierendes und tiefgründiges Werk, das mir eine spannende Reise durch die Welt der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts bietet. Die Recherche und die Erzählung sind absolut begeisternd und fesselnd.
Diese Biographie habe ich sehr gern gelesen und empfehle sie auch gern weiter. Wer Alma Mahler und die Zeit, in der sie lebte, näher kennenlernen möchte, ist hier an einer sehr guten Adresse.Klappentext beschreibt den Inhalt ganz gut: „Die Reihe ihrer Liebhaber liest sich wie ein „Who is who“ der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Wer war die Frau, die mit Gustav Mahler, mit Walter Gropius und Franz Werfel verheiratet war, die eine wilde Liebesaffäre mit Oskar Kokoschka hatte und der Gerhart Hauptmann zu Füßen lag? Oliver Hilmes zeichnet in seiner umfassenden Biografie, die sich auf bisher noch nicht ausgewertete Briefe und Tagebücher stützt, das facettenreiche Bild einer Frau, die hysterisch, antisemitisch, herrschsüchtig war – aber auch inspirierend, klug und leidenschaftlich.“Oliver Hilmes hat eine ausführliche, detailreiche Biographie von Alma Mahler geliefert. Die fundierten Recherchen und sein Einfühlungsvermögen sind dem Werk deutlich anzusehen.Von Kindheit bis zu ihrem Tod steht Alma einem lebendig vor Augen. Und nicht nur sie. Ihre Ehemänner, ihre Liebhaber und Kinder sind gut mit von der Partie: Zunächst Gustav Mahler, der ihr vor der Hochzeit die Regeln des Zusammenlebens aufgestellt hatte, die sie zwar abgenickt, sich aber nicht wirklich darangehalten hatte. Seine Musik blieb ihr fremd. Das spielte für sie aber kaum eine Rolle. Ihr war wichtig, dass sie mit einem bedeutenden Mann verheiratet und gut versorgt war. Sie langweilte sich und wusste ihn, an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Auch durch ihre Untreue und ihr Verhalten insg. Sein Nachlass, samt seinen Liebesbekundungen an sie, Jahre nach seinem Tod, wusste sie für gutes Geld zu verkaufen.Ihre Affäre mit Oskar Kokoschka ist auch recht detailliert dargestellt worden.Von Franz Werfel erfährt man auch so einiges. Ich habe ihn erst hier kennengelernt. Dass Alma ihn zum Schreiben von Romanen gebracht und so an den Anfängen des später erfolgreichen Verlages mitgewirkt hatte, war so ziemlich das Positivste in dieser Beziehung. Ihr grassierender Antisemitismus war da oft und lange dem Glück im Wege, bis nichts davon übrigblieb.Almas Charakter, so wie Hilmes sie anhand von ihren Tagebüchern und den Äußerungen der Zeitzeugen darstellt, lässt oft an ein Paradebeispiel einer Psychopatin denken: Kaum Empathie, dafür Unmengen an Theatralik und Promiskuität, der Drang, andere zu eigenen Gunsten zu manipulieren und gegen einander aufzuhetzen, charismatisches Auftreten, das andere durchaus hinters Licht führen kann, was ihr auch oft genug geglückt war, uvm. Ihr Umgang mit ihren Kindern war nach heutigen Maßstäben nichts für schlechte Nerven.Und trotzdem: Sie war, wie sie war. Oliver Hilmes hat sie und die Ihren, die Zeit, in der sie lebte, ein Teil der Geschichte für die heutigen Leser wiederaufleben lassen. Gute Idee. Beeindruckende Umsetzung.Man kann noch viel über diese Biographie und diese Frau schreiben. Besser, man liest sie und lernt Alma selbst kennen.Fazit: Eine spannende, sehr gut gelungene Biographie von Alma Mahler-Werfel. Sehr lesenswert.