★★★★★
k.A.
24.07.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch bietet einen tiefen und bewegenden Einblick in die letzten Lebensjahre von Jean-Paul Sartre und ist eine sehr interessante Lektüre. Allerdings empfand ich den philosophischen Inhalt für manche Leser vielleicht etwas anspruchsvoll.
★★★★★
k.A.
24.07.2026
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Beim ersten Anschauen war die Schrift sehr groß und gut lesbar, was mir geholfen hat, schnell einzusteigen. Man kommt ohne Vorkenntnisse zurecht, da die Darstellung sehr klar ist. Eine Sache, die mir am Anfang etwas unklar war, war die genaue Anordnung der Seiten.
Simone und Sartre: Sie gehören zu einer Lebenskultur, Lebenseinstellung, zum französischen wie zum philosophischen Leben der Welt dazu. Beide waren nie ohne den anderen. Auch wenn es Phasen der räumlichen Trennung gab - geschworen hatten Sie sich ewiges Zusammensein: bis zum Tod.Dieses Buch von Simone ist eine Lebens- keine Liebeserklärung an Sartre. Simone beschreibt die letzten Jahre vor seinem Versterben, beschreibt die Beerdigung, wie alles auf sie wirkte und erinnert sich an Gespräche mit Sartre, die sie weitergebracht haben. Dieses Buch ist ein sehr persönliches. Es ist sicherlich Ausdruck von Simones blindem Gehorsam Sartre gegenüber. Für ihn hat sie ihre große Liebe gehen lassen, für ihn hat sie sich komplett aufgegeben, er war es, der sie damals fast schon zum Schreiben zwang und als sie dann -ohne ihn -besser war als er, konnten beide das nicht akzeptieren.Ich liebe Simone. Ich liebe diese Frau aus ganzem Herzen. Und gerade deswegen kann ich dieses Buch nicht hoch loben. Es zeigt Simone, wie sie in der Gegenwart von Sartre über sich selbst denkt, nein, wie sie ihn über sie denken und urteilen lässt. Er sagt, sie stelle dumme Fragen und sie nickt es ab, nimmt es an, entschuldigt sich sogar dafür. Wie dumm, wie dumm...Das war keine Liebe zwischen diesen beiden Menschen, das war eine reine Abhängigkeitsbeziehung und ich bin mir sicher, auch wenn sie das selbstverständlich nicht beweisen lässt, Sartre hätte für Simone niemals so ein Abschiedsbuch geschrieben. Für ihn war Simone immer bequem. Er war für sie ein erklärtes Lebenselixier. Wie oft hatte sie Abstriche machen müssen, nur weil Sartre etwas nicht passte. Er hatte keine Lust darauf, dann hatte Simone sich anzupassen und sie tat es, ihr Leben lang.Dieses Buch macht mich traurig und wach zugleich. Traurig, weil ich Simone in ihrer Unterwürfigkeit erlebe, wach, weil es ein Mahnmal, ein literarisches Mahnmal ist, niemals solche Beziehungen zu anderen einzugehen. Man verleugnet sich selbst und lebt nur für den anderen. Das ist kein Leben!Aus der Sicht der Beobachterin, der Teilnehmerin am Leben und Sterben Sartres verdient dieses Buch sicherlich volle 5 Punkte. Aber menschlich ist es einfach erschütternd. Nicht, weil Sartre gestorben ist, sondern weil es zeigt, was krankhafte Abhängigkeit aus Menschen machen kann, wenn sie es zulassen.