Die Sommerferien sind gerade vorbei, für die 14-jährige Mira gibt es fast nichts Schöneres, als mit ihren besten Freundinnen Fritzi und Özlem im Eiscafé rumzuhängen und zu quatschen. Dort ist es auch, wo sie ihnen von ihrer aufregenden neuen Idee erzählt. Ein Radiosender veranstaltet einen Bandcontest für Nachwuchsbands bis 18 Jahren! Dort möchte sie mit den drei Jungs aus ihrer noch namenlosen Band unbedingt teilnehmen, allerdings braucht man ein Bewerbungsvideo. Özlem bietet da sofort ihre Hilfe an, mit sowas kennt sich die einzige Tochter erfolgreicher Eltern aus. Auch die Jungs finden die Idee super. Von nun an wird geprobt, gefilmt und gepostet. Irgendwie verselbstständigt sich ihr Ruhm und die fröhliche, tolpatschige Mira steht ganz schnell im Mittelpunkt des Interesses. Die Meisten finden ihre Musik und ihre Filme toll, aber einige Kommentare sind auch ganz schön fies. Am engagiertesten ist Noisette16, der zumindest Mira auch im echten Leben zu kennen scheint. Wer kann sich nur hinter diesem Nickname verstecken und warum sagt er ihr nicht, was er zu sagen hat? Die Freundinnen beschließen dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Allerdings beanspruchen auch Schule und Familie Miras Aufmerksamkeit und so wird es ziemlich stressig!Beim Lesen des Buches hatte ich das Gefühl, als handele es sich um Eiscreme. Ganz schnell lesen, damit es nicht schmilzt! Aber das ist natürlich nur Blödsinn, ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht, ob Mira herausfindet wer hinter Noisette16 steckt (das war mir allerdings ziemlich schnell klar, offensichtlich kann Mira kein Französisch), ob Mira ihre Schulnoten in den Griff bekommt, Özlem es schafft ihren Eltern klar zu machen, dass sie keine Nachhilfe braucht, ob Miras Mutter mal wieder eine Rolle in ihrem Leben spielen wird, ob die Band den Wettbewerb gewinnt?Einer meiner heimlichen Lieblinge ist Özlem, Miras energiegeladene, engagierte Freundin, die genau weiß, was sie will, eine richtig gute Schülerin ist, aber dennoch ständig Nachhilfe nehmen soll, um noch besser zu werden! Die ist so klasse, dass sie einen auch ganz schön einschüchtern kann ;)Mira ist ein Wirbelwind, der das Leben so nimmt, wie es gerade kommt. Sie ist mit sich im Reinen, genießt das Leben, auch wenn sie weiß, dass die beiden nicht perfekt sind. Na und, man hat nur dieses eine, also mache man das Beste daraus! Ihre große Schwester Madita ist zwei Jahre älter, und findet einige von Miras Aktionen ganz schön peinlich. Andersherum aber auch, denn Mira will auf keinen Fall wie Madita nichts als Jungs im Kopf haben! Da geht es nicht immer harmonisch zu und ihr alleinerziehender Vater, ein Erzieher ist bisweilen nicht nur mit dem Kochen überfordert! Dem Herrn Erzieher hätte ich ja bisweilen gerne mal die Leviten gelesen und ihm ein paar Takte zu pubertierenden Töchtern erzählt, da fehlt ihm offensichtlich aus dem Kindergarten völlig die Erfahrung! Super, dass die Mädels doch noch so gut geraten sind! Die Schwesterzickereien fand ich herrlich real beschrieben! Sehr gut beobachtet! Was mir auch sehr gut gefiel, war die Ernährung der Familie. Der Vater ist die absolute Kochkatastrophe! Wenn man liest, was sie essen, fällt einem auf, dass nie Fleisch dabei ist und sie es bisweilen auch vegan versuchen. Aber es wird mit keinem Wort explizit erwähnt! Laut Klappeninfo liebt die Autorin veganes Essen, aber es wird nie groß angesprochen, mahnend thematisiert, es wird einfach selbstverständlich praktiziert. Das kommt bei Kindern und Jugendlichen viel besser an, als Missionarisches. So erwähnt Mira allerdings nebenbei, dass ihre Mutter ja wisse, dass sie ja niemals nur so für einen Urlaub in ein Flugzeug steigen würde... Ein Statement – Punkt, darüber kann man nachdenken, aber es sprengt auch nicht den Rahmen des Buches. Sehr interessant finde ich die Familienkonstellation und wie einfühlsam, diese besondere Situation auch aus der Sicht der Töchter geschildert wird. Was ich neben der emotionalen Achterbahn von Miras Gefühlen noch so mochte, war das wachsende Bewusstsein, was denn die digitalen Spuren im Internet bewirken und dass alles was man ins Netz stellt, Folgen hat, nicht immer gute... Immer wieder kleine Gedankensplitter zum Nachdenken, die aber nie die Süße der Story erdrücken, sondern zartschmelzend wie Pistazieneis bleiben. Es ist ein Jugendbuch ab 12 Jahren und kein Horrorschocker oder Missionierungsbuch, aber Nachdenken schadet ja nie...Wunderbar sommerlich leicht, aber nicht seicht. Voller Probleme, Gefühle und Hoffnungen von jungen Leserinnen ab 12 Jahren. Zum Dahinschmelzen schön!
Mira ist 14 Jahre alt und verdammt glücklich mit ihrem Leben. Sie kommt super mit ihrer Familie klar, hat tolle Freundinnen, eine Band und in ihrer Lieblingseisdiele wartet immer ihr geliebtes Pistazieneis auf sie. Zufällig entdeckt sie einen Flyer für einen Bandcontest und ihre Band beschließt mitzumachen. Zusammen mit einer ihrer Freundinnen drehen sie das Bewerbungsvideo und es kommt sehr gut an, vor allem, weil Mira alles mögliche Ungeschickliche passiert.Sie beschließen auf die positiven Kommentare zu reagieren, indem sie noch mehr Videos mit Mira drehen. Alles läuft wie am Schnürchen, bis Mira irgendwann erkennen muss, dass nicht alles, was man im ersten Moment für eine tolle Idee hält, auch wirklich etwas in den sozialen Medien zu suchen hat. Sie sorgt für ziemliches Chaos und es stellt sich die Frage, ob sie das wieder hinbiegen kann.Mira war mir direkt sympathisch. Sie ist nett, lieb und ziemlich tollpatschig. Aber sie nimmt das mit Humor. Sie kann sowieso nichts daran ändern, also warum sollte sie sich verrückt machen? Niemals hätte sie gedacht, dass das da draußen so gut ankommen würde! Aber das tut es. Mira ist überwältigt und lässt sich von der Begeisterung anstecken.Allerdings merkt sie auch bald die Schattenseiten des Erfolgs. Druck kommt auf, die Schule leidet darunter und auch Zuhause gibt es immer öfter Stress. Als Mira dann auch noch in einer sehr emotionalen Situation ein Vlog aufnimmt und das ins Internet stellen lässt, wird deutlich, dass nicht alles, etwas in den sozialen Medien zu suchen hat. Es ist verführerisch, diesen unbekannten Menschen da draußen dein Herz auszuschütten. Aber du weißt eben auch nie, wer das alles sieht und vor allem dann, wenn du auch andere Menschen erwähnst, kann es passieren, dass deine Aussagen das Leben dieser Menschen negativ beeinflussen, oder sie sogar verletzen.Hier merkt man vor allem, wie jung Mira wirklich noch ist. Zu Anfang fällt das gar nicht so auf, erst in der Mitte des Buches nimmt das langsam Überhand. Man merkt, wie ihr die Kontrolle entgleitet und sie reagiert eben wie ein Teenager darauf, was man ihr auch nicht vorwerfen kann, allerdings kann sie die potentiellen Konsequenzen nicht überblicken.Ein weiterer Punkt bei dem ihr Teenager-sein zu Tage tritt, ist die Ich-Bezogenheit. Es gibt eine Sache im Buch, die nur angedeutet wird, jemand redet mit ihr und sie bezieht alles auf sich, sie denkt, sie sei gemeint, obwohl das mit keinem Wort in der Richtung angedeutet wurde, sondern im Gegenteil, die „Wahrheit“ ziemlich offensichtlich ist. Aber auch das ist normal. Als Teenager bezieht man einfach immer alles auf sich. Ich kann mich noch gut daran erinnern.Fazit: Ich finde das Buch ist als Jugendbuch sehr gut geeignet, um der Social Media-Generation die Folgen, Konsequenzen und Gefahren aufzuzeigen, die diese Medien mit sich bringen können. Man sollte einfach immer gut überlegen, bevor man etwas postet, ob das, was man da schreibt oder sagt, wirklich an die Öffentlichkeit gehört und ob man damit nicht vielleicht andere verletzen könnte.Mira tut dies nicht und stürzt damit ihr Leben ins Chaos, lernt aber daraus. Das Buch zeigt auch, wie schnell die Jagd nach Likes und Klicks zu Stress ausarten kann und wie schwer es manchmal ist, das echte Leben und das Social Media Leben unter einen Hut zu bekommen.Das Buch ist sehr gut für Jugendliche geeignet. Mir persönlich war Mira in ihrem Verhalten immer wieder zu „jung“. Es passt zum Buch und es ist wichtig, aber mir fiel auf, dass ab ungefähr der Hälfte des Buches dieses „junge“ Verhalten immer mehr Raum einnahm, was ich schade fand. Immer wieder blitzt aber auch die „alte“ Mira durch, dann macht es mehr Spaß.Von mir bekommt das Buch 4 Sterne, weil es als Jugendbuch für jüngere Leser/innen in meinen Augen sehr gut die Problematik des Umgangs mit Social Media verdeutlicht, allerdings für mich ab und an ein wenig zu sehr ins „Teenie“ abdriftet.