Titelthema: Christentum und Islam: Zwei Weltreligionen - ewige Feindschaft? 1400 Jahre
Rivalität und Gemeinsamkeit. * 'Wider den Teufel selbst': Martin Luther ätzt gegen den Islam
als die Osmanen 1529 vor Wien stehen * Heiliger Sieg: Vor der Rückeroberung Jerusalems 1187
lässt sich der muslimische Feldherr Saladin feiern - erst Jahrhunderte später wird der Erfolg
gegen die Kreuzritter zu einem Triumph über die Christenheit stilisiert * Gemeinsamer Glaube
Der Koran stützt sich sehr viel mehr auf die Bibel als man denkt * Wenn der Papst zum Krieg
ruft: Nach 1095 ziehen Kreuzfahrer ins Heilige Land. Sie greifen nicht nur Muslime an * Erst
Nilparty dann Moschee-Sturm: Napoleon fällt in Ägypten ein - und weckt eine koloniale
Orient-Faszination * Einigkeit unter dem Banner des Islam: Wie aus einer antikolonialen
Reformbewegung der Dschihadismus erwächst * Attentate im Namen Allahs: Am 11. September 2001
beginnt das Zeitalter des islamistischen Terrorismus * Jugoslawiens gebrochenes Herz: Durch den
Bosnienkrieg werden Christen und Muslime in Sarajevo zu Feinden * 'Man darf diese Ideologie
nicht verharmlosen': Wie gefährlich ist der politische Islam? Ein Gespräch mit der
Moschee-Gründerin Seyran Ate¿ Die neue Ausgabe von ZEIT GESCHICHTE widmet sich dem Verhältnis
zwischen Christen und Muslimen - einer Beziehung voller Spannungen Missverständnisse
Annäherungen und immer wieder neu geformter Feindbilder. Ausgangspunkt ist ein überraschender
Blick zurück: Friedrich der Große sah im 18. Jahrhundert muslimische Einwanderer als Teil
Preußens und plädierte für Toleranz und religiöse Offenheit. Das Heft zeigt wie weit sich
unsere Gegenwart davon entfernt hat. Seit 9 11 prägen Angst Vereinfachung und stereotype
Zuschreibungen den Blick auf den Islam. Menschen aus muslimisch geprägten Ländern werden oft
nur noch als Vertreter einer Religion wahrgenommen - ob sie ihr angehören oder nicht. Diese
Entwicklung reiht sich ein in eine lange Geschichte europäischer Abgrenzung: von der
Reconquista über Kreuzzüge den Fall Konstantinopels und die 'Türken vor Wien' bis hin zu
islamistischem Terror und evangelikalen Gotteskriegern. Doch die historische Realität ist
komplexer. Immer wieder gab es überraschende Gemeinsamkeiten pragmatische Allianzen und
Konflikte in denen Religion eher Vorwand als Ursache war. Diese Ausgabe schärft den Blick
dafür wie mächtig - und wie konstruiert - Feindbilder sind: Sie schaffen Gegensätze die
Vielfalt verdecken und den Blick auf Menschen verstellen. Ein Heft über Hass und Nähe über
Mythen und Wirklichkeit - und darüber was wir gewinnen wenn wir die vereinfachten Bilder
hinter uns lassen.