★★★★★
k.A.
04.06.2026
ean-shopping.de
Ein sehr spannender Krimi, der die wunderschöne Landschaft der Südtiroler Alpen hervorragend mit einer spannenden Ermittlung verbindet. Die Atmosphäre ist packend, auch wenn der Einstieg etwas länger dauert.
„Gefährliche Treue“ ist der dritte Fall für den Ex-Polizisten Lorenz Lovis. Dieses Mal zieht er sich für eine Auszeit in eine Almhütte zurück. Aber, wie sollte es anders sein, steckt Lovis sehr schnell mitten in spannenden Ermittlungen. Und der mutmaßliche Pilzräuber, der in der Gegend sein Unwesen treibt, und den Lovis eigentlich oberservieren und stellen wollte, wird schnell zum Nebenschauplatz.Cover und Schreibstil:Das Cover von „Gefährliche Treue“ zeigt eine typische Tiroler Berghütte aus Holz mit einer düsteren Berglandschaft im Hintergrund. Das Cover ist überwiegend in Schwarzweiß gehalten, weist aber als Farbtupfer die italienische Flagge auf. Der Titel und der Name der Autorin sind in Weiß bzw. Orange geschrieben und gut lesbar. Die Gestaltung des Covers ist typisch für die Cover der Alpen-Krimis vom Servus Verlag.Die einzelnen Kapitel sind angenehm kurz und haben zum Teil wirklich witzige Überschriften, zum Beispiel: „Grossreinemachen“ (S. 19). Man merkt beim Lesen, wie gut sich die Autorin Heidi Troi in der Brixener Bergwelt auskennt. Dies zeigt sich in erster Linie anhand ihrer überzeugenden Beschreibungen der Natur und der Menschen, aber auch anhand der vielen, fast beiläufig einfließenden und sehr interessanten Sachinformationen. So gibt es um Beispiel Informationen über die Lästigkeit des Alpentourismus, über das Pilzsammeln und über interkulturelle Konflikte, aber auch über Gebräuche in dieser geschichtsträchtigen Alpenregion. Sogar über Meteorologie lernt man etwas. Und obendrauf gibt’s am Ende des Buches noch drei original Südtiroler Rezepte.Wie bereits erwähnt, ist „Gefährliche Treue“ bereits der dritte Fall für den Ausnahme-Ermittler Lovis. Man muss die Vorgängerbände nicht zwangsläufig gelesen haben, um gut in den Fall hineinzukommen. Wer Lovis jedoch besser kennen lernen möchte, sollte sich aber vielleicht die anderen Fälle („Feuertaufe“ und Bewährungsprobe“) auch zu Gemüte führen.Fazit:Die Spannung in „Gefährliche Treue“ baut sich zwar gemächlich auf, aber Ende war sie fast unerträglich. Als besonders krass habe ich in diesem Krimi den Kontrast zwischen der Bergidylle und der Grausamkeit der Fälle wahrgenommen. Die Autorin hat ja auch viel Wert auf die Beschreibung der wunderschönen Tiroler Bergwelt verwendet. Dies jedoch, ohne allzu ausschweifend zu werden.Dafür waren mir persönlich die zwischenmenschlichen Beziehungen des Hauptprotagonisten Lovis an manchen Stellen einfach too much: Die drei Jungen, die ihm zum Beaufsichtigen aufgedrückt werden und die dann auch noch mitermitteln, der nervige Ex-Chef Botta, der just zur gleichen Zeit in der gleichen Gegend Urlaub macht und die beruflichen Rangeleien mit Lovis‘ Ex-Kollegen Scatolin von der italienischen Staatspolizei, der ihm gnädiger Weise Einblicke in die polizeilichen Ermittlungen gewährt.An diesen Punkten, die mir persönlich einfach zu konstruiert daherkommen, schwächelt dieser an sich herausragende Regionalkrimi meiner Meinung nach deutlich, was trotz aller Sympathie bei meiner Bewertung leider zu einem Punktabzug führt.Leseempfehlung:Ich empfehle diesen Südtirol-Krimi dringend allen, die gerne Alpen-Krimis lesen und auch an weitergehenden Informationen über Land und Leute interessiert sind. Das Buch ist auf jeden Fall die richtige Lektüre für euren nächsten Urlaub in den Bergen. 4 Sterne von mir!Die Dauerleserin