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Sheerisans Bücheruniversum
20.06.2024
amazon.de
Wie ihr sicherlich sehen könnt habe ich in meinen Bellicons leider nur ein einziges Bellicon gefunden was dieses Buch beschreiben kann, doch alleine mit Liebe hat dieses Buch nichts zu tun. Sicherlich macht es einen Großteil des Buches aus, aber eben nicht nur. Wer vielleicht eine Idee zu einem Contemporary Bellicon hat kann es mich ja wissen lassen.Aber nun zum Buch. Bereits der Klappentext von Letztendlich sind wir dem Universum egal hat mich fasziniert. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und hat mich bereits vor dem Lesen der ersten Seite zum Nachdenken angeregt. Könnte ich jeden Tag in einem anderen Körper aufwachen und dabei ich bleiben?Ich muss unbedingt mit dir sprechen, Das Mädchen, in dessen Körper ich stecke, will sich umbringen. Das ist kein Witz. (S. 161)Letztendlich sind wir dem Universum egal war fesselnd und interessant zugleich. Ich liebte die Prämisse, und war wirklich fasziniert von dieser geschlechtslosen Hauptfigur, die keinen eigenen Körper besitzt, sondern stattdessen jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht. Klugweise war die Haupthandlung hier die Romantik, und wie A und Rhiannon sich verliebt und versuchen eine Beziehung zu führen trotz des Körperhoppings von A. Der anderen große Handlungsstrang passiert als A vergisst, den Browserverlauf zu löschen nachdem er seine eigenen e-Mails abruft während er in dem Körper eines Jungen namens Nathans steckt. Nathan geht mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit und denkt zu nächst der Teufel hätte ihn in Besitz genommen. Nathan beginnt A zu mailen und verlangt Antworten von ihm.Ich genoß diese beiden Handlungsstränge wirklich. Der romantische Teil und das sich in einander verlieben kam für A sehr plötzlich, und doch fühlte es sicher sehr realistisch an, wie sich die Beziehung zwischen ihm und Rhiannon entwickelt. A war sofort verliebt in Rhiannon, aber Rhiannon benötigte mehr Zeit um dorthin zu gelangen, das macht Sinn wenn man bedenkt, dass sie sich zunächst an das die Körperhopping von A gewöhnen muss. Dennoch spürt auch sie mit der Zeit, dass sie eine sie und A etwas verbindet und kommt nach und nach besser mit den Problemen klar, die das Körperhopping mit sich bring. Der Handlungsstrang mit Nathan war auch sehr interessant, weil Nathan wirklich geglaubt, dass er von etwas Böses besessen war. Er hatte Angst, er wollte Antworten und es war ein guter Konflikt, da er Antworten verdiente.Ein wirklich cooler Aspekt dieses Buches war das Format, das den Leser immer wieder neu erleben lässt, wie A in einem neuen Körper erwacht. Es beginnt am Tag 5994, und 40 Tage lang gehen wir entlang von Körper zu Körper. In diesem Körper erleben wir nur einen Tag, und dann verlassen wir ihn und kommt nie wieder. Nie erfahren wir was diesen Leuten danach passiert ist. Wie sind sie mit den Problemen die sie hatten umgegangen? Haben sie die Probleme und/ oder Konflikte in ihrem Leben lösen können? Wir wissen es nie, da A es nie weiß. A kann nicht jeden einzelnen Körper verfolgen und er kann auch nicht sicherstellen ob es den Personen am nächsten Tag gut geht. Genau das sind die Momente in denen ich ein bisschen Mitleid mit A hatte.Schließlich das Ende. Ich muss zugeben, dass ich traurig war als es zu Ende ging, weil ich weitermachen wollte. Es musste einfach mehr geben! Was ist mit morgen? Wohin wird A gehen? Was passiert als nächstes?Aber es war wirklich das perfekte Ende. Ich glaube nicht, dass es eine Fortsetzung geben wird, auch wenn wir es uns so sehr wünschen. Was ich jedoch weiß ist, dass es eine Geschichte geben wird, die das Ganze aus der Perspektive von Rhiannon erzählen wird. Das ganze soll im Frühjahr 2015 erscheinen. In einer kleinen Ecke meines Herzen hoffe ich jedoch eines Tages noch einmal auf A zu treffen, da er mir auf den 400 Seiten sehr ans Herz gewachsen ist.Der Schreibstil war hier wirklich schon leicht und locker zu lesen. Dadurch das die Geschichte aus der ersten Person und somit aus der Sicht von A erzählt wird erleben wie seine Gefühle und Gedanken hautnah mit und genau das macht Letztendlich sind wir dem Universum egal aus so mitfühlend und lebendig.Abschließend ist zu sagen...Insgesamt war Letztendlich sind wir dem Universum egal ein sehr angenehmes und unterhaltsames Buch. Ich würde es jedem auf der Suche nach einem interessanten Buch mit einer eindeutig komplizierten Romanze empfehlen. Mit Letztendlich sind wir dem Universum egal hat mich David Levithan auf sich aufmerksam machen können. Witzig, traurig, seriös und auch etwas skurril, genau dass vereint er in diesem Buch. Wer einmal eine etwas andere Geschichte lesen möchte, die einen fiktiven Hintergrund mit dem realen Leben vereint, der ist mit diesem Buch genau richtig beraten.
Die Grundidee ist hochphilosophisch: Warum erlebe ich ausgerechnet, was in meinem Körper passiert? Die Welt lässt sich biologisch-chemisch-physikalisch erklären, nicht aber, warum wir als ausgerechnet an unseren eigenen Körper gebunden sind.Eine Antwort kann das Buch natürlich nicht liefern. Dafür aber das Gedankenspiel, wie es wäre, wenn wir täglich wechseln würden. Verbunden damit ist die Frage, was unsere Identität denn eigentlich ausmacht.Bei solchen Ideen können Autoren viel falsch machen. David Levithan macht alles richtig. Seine Hauptfigur „A“ erlebt mit 16 Jahren erstmals den Drang, die eigene Identität zu entwickeln, aus der Passivität heraus zu treten. Bisher hat sich A täglich angepasst und versuchte vor allem, keine Fehler in den Körpern anderer zu machen. Schwer genug, da A viele Basisinformationen über die Personen erst durch eine gewisse geistige Anstrengung „abfragen“ muss. Das ist erzähltechnisch plausibel komponiert. Nun beginnt A erstmals, eigene Wege zu gehen. Der Grund ist die erste Liebe Rhiannon.Das führt auch zu moralischen Fragen. A ist sich der Verantwortung bewusst, das Leben seiner Körper nicht zu sehr durcheinander zu bringen. Doch A geht jetzt auf Risiko. Wie sich diese Personen später an den Tag erinnern, ist ebenfalls elegant gelöst. A schlüpft dabei immer in Körper von Jugendlichen in seinem Alter: Jungen, Mädchen, Trans-Identitäten, Migranten, Drogensüchtige, Depressive, Übergewichtige, Sportler und eine Beautyqueen. Der Körper bestimmt auch die Gefühlslagen. Man lernt viele Schicksale und Lebensweisen kennen. Das macht die Story abwechslungsreich. Und Rhiannon steht vor der brutalen Frage, ob sie eine Person lieben kann, die sich ihr täglich in anderer Gestalt zeigt. Was macht Liebe aus? Kurzum: Großartig geschrieben, für Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen bereichernd.
Die Story ist einfach genial.Ich würde es für 14+ empfehlen, auch für Erwachsene spannend. Ein toller Weg, die Welt mal mit anderen Augen zu sehen.Der Versand war katastrophal: Auf zwei Packungen aufgeteilt und die 2. Box war so windig, dass die Post nachverpacken musste. Entsprechend spät kam das Paket dann an. Die Ware war aber nicht beschädigt worden - dank Post.