Wer spannende Lesestunden mit Lokalkolorit und Revierkämpfen im Rockermilieu liebt ist hier genau richtig! Der Roman startet verhalten, aber im weiteren Verlauf lässt dich die Geschichte nicht mehr los.Ein Mord an einem jungen Mann, dessen Leiche in einem Fluchtgang unter Schwäbisch Gmünd entdeckt wird, gibt der Polizei Rätsel auf. Erste Hinweise führen die beiden Kripobeamten Eva Brenner und Gerhard Vollrath zum Motorradclub der Eastrider Ellwangen, wo sie auf zwielichtige Mitglieder stoßen. Schnell kommt bei ihnen die Vermutung auf, dass diese ihre Finger im Drogen- und Prostituiertenmilieu stecken haben und ihr Fall damit zusammenhängen könnte. Als die Ermittlungen in der Szene weiter voranschreiten, wird es für die Polizisten immer gefährlicher und die Lage scheint zu eskalieren, als sie einen weiteren Toten finden.Auf „Remsmord“ bin ich durch das ansprechende Cover und den vielversprechenden Klappentext aufmerksam geworden. Der Reiz in diesem Regionalkrimi machen der tolle Aufbau der Geschichte und die faszinierenden und authentisch dargestellten Charaktere aus, die mit ihren guten und schlechten Seiten lebensecht und glaubhaft rüberkommen. Tanja Roths Erzählweise ist spannend, fesselnd und leicht zu lesen. Durch ihre bildhaften Beschreibungen und Darstellungen hat man sofort Handlungsorte, Szenen und auch einzelne Personen vor Augen. Hier wird definitiv das eigene Kopfkino angeschmissen. Schon beim Start ins Buch kommen die ersten Fragen auf und es nimmt einen mit, dass Evas Ex-Kollege Björn und seine Familie Angst vor seiner möglichen Zwangspensionierung haben, da er immer noch unter Angststörungen leidet, die durch einen gefährlichen Einsatz ausgelöst wurden. In dieser Situation steckt sicherlich so mancher Polizist und ich habe großen Respekt vor ihrem Mut, dass sie ihr eigenes Leben für andere Menschen aufs Spiel setzen. Mit dem MC der Eastrider Ellwangen hat Tanja Roth sehr gekonnt das ganze Klischee einer kriminellen Vereinigung mit in die Geschichte eingebaut und wie immer geht es auch hier darum, mehr zu wollen. Geld, Macht, Profit, Reichweite und dafür auch Supporters für die Drecksarbeit anzuwerben. Sie interessiert nicht, wenn sie das Leben von anderen Menschen aus der Bahn werfen, sie in den Wahn und die Abhängigkeit treiben und zu Handlungen hinreißen lassen, die man nie von ihnen nicht erwartet hätte.Das Ermittlergespann Eva Brenner und Gerhard Vollrath, sowie ihr Chef Kurt Willner haben mir richtig gut gefallen. Eva ist eine engagierte Kriminalbeamtin, die nicht locker lässt, wenn sie an einem Fall dran ist und ihr Privatleben kurzentschlossen hintenan stellt. Ihr Kollege Gerhard Vollrath, kommt am Anfang etwas schüchtern rüber, doch im Laufe der Geschichte wird er selbstbewusster, mutiger und entschlossener. So entschlossen, dass sogar die Stimmung zwischen ihm und Eva kurzfristig auf Grundeis geht, da sie unterschiedliche Ansichten über eine bestimmte Person haben. Ihr Chef Kurt Willner findet hier die richtigen Mittel um die Lage zu entschärfen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Sehr reizvoll ist die Rolle von Professor Konstantin Behrenheim, der mich durch seine überhebliche, provokative, anmaßende und fordernde Art polarisiert hat. Gerätselt habe ich über das Verhalten von Evas Kollegin Regina, bei der man sich unsicher ist, auf welcher Seite sie steht. Doch noch viele weitere tolle Charaktere bereichern diese Geschichte, die zum Ende hin immer mehr Fahrt aufnimmt, einen Mörder offenbart, den ich nicht auf dem Plan hatte und die zufriedenstellend für den Leser endet.Mein Fazit:Mit „Remsmord“ habe ich mit Tanja Roth wieder einmal eine neue Autorin für mich entdeckt, die ich im Auge behalten möchte. Mit ihrem Krimi hat sie mir spannende und fesselnde Lesestunden beschert und ich kann dieses Buch jedem nur ans Herz legen. Hochverdient vergebe ich 4 Sterne.
Die Kommissare Eva Brenner und Gerhard Vollrath müssen sich mit dem Tod eines jungen Mannes befassen, der in einem historischen Fluchtgang in Schwäbisch Gmünd aufgefunden wurde. Brutaler Mord oder unglückliches Ende einer Mutprobe ? Die Nachforschungen ergeben, dass der Tote mit Rauschgift zu tun hatte und Kontakt zu einer örtlichen Rockergruppe hatte. Eva und ihr Kollege stoßen auf eine Mauer des Schweigens.Der Autorin ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi gelungen. Geschickt legt sie falsche Spuren, so dass ich lange keine Ahnung hatte , wer der Täter sein könnte. Besonders interessant fand ich die Ausführungen zu den Rockerbanden, ihre Rolle in der organisierten Kriminalität und die bundesweiten Verbindungen. Ein schönes und humorvolles Gegengewicht bildet dazu, die Schilderung zweier Elternversammlungen an einem Gymnasium, bei denen Eltern sich besorgt über einen möglichen Drogendealer äußern, der ihren unschuldigen Kindern Drogen verkauft. Das war so lebensgetreu und anschaulich geschildert, dass ich sofort meine eigenen schulischen Erfahrungen im Kopf hatte. Die ermittelnden Beamten waren mir nicht rundum sympathisch. Vollrath hat sich in meinen Augen weder besonders professionell noch kollegial verhalten. Brenner war sehr eigensinnig und hat durch ihre Alleingänge sich und andere in Gefahr gebracht. Bei der Auflösung des Falles gab es einige lose Enden, was ich normalerweise nicht so mag. Hier habe ich es als positiv empfunden, da der Krimi dadurch noch realistischer und glaubwürdiger wurde. Ich hatte dadurch den Eindruck, dass die Autorin eingehende Recherchen zur Thematik durchgeführt hat.Insgesamt hat mir der Krimi gut gefallen. Besonders die Thematik Rockermilieu fand ich sehr überzeugend dargestellt.