★★★★★
k.A.
15.06.2026
ean-shopping.de
Die Geschichte ist fesselnd und die Atmosphäre der Suche nach dem Mörder ist sehr packend, allerdings gibt es einige Passagen, die etwas langgezogen wirken. Insgesamt ist es ein sehr gutes Hörbuch für alle Fans von True Crime.
Leider ist McNamara vor der Ergreifung dieses Serienkillers gestorben und hat dieses brillante Buch nicht fertig stellen können. Wirklich spannend und gut geschrieben. Sie hat sich wirklich durch alle Dokumente, Beweise durchgekämpft und auch mit vielen der damaligen Ermittlern Kontakt aufgenommen. Durch ein öffentliches DNA-Portal hat die Polizei einen Cousin 3. Grades des Täters herausarbeiten/finden können und konnte damit den Täter überführen. Dieser wurde bereits rechtskräftig verurteilt.Es ist wirklich angenehm zu lesen und wurde von ihrem Ehemann Patton Oswalt (bekannter Comedian und Schauspieler) in Zusammenarbeit mit einem Autor fertig geschrieben.Ist aus meiner Sicht zu empfehlen.
„Ich ging in die Dunkelheit“, erzählt die Geschichte einer Frau, die sich an grausigen Ereignissen und haufenweise verworrenen Hinweisen festgebissen hatte.Michelle McNamara war nicht nur Bloggerin und Autorin, nein, sie war auch eine Frau, die obsessiv nach einem Mann gesucht hatte, der in den 1970er und 80er Jahren für Schrecken in Kalifornien sorgte.In einem einzigartigen Buch wollte Michelle McNamara die vielfältigen Spuren eines kranken Geistes festhalten, dem es selbst nach Einführung der DNA-Tests gelang, unentdeckt zu bleiben.Der frühe Tod von Michelle McNamara sorgte dafür, dass sie ihren Lebenstraum nicht zu Ende schreiben durfte. Aber ihre engsten Vertrauten, die mit ihr auf der Jagd nach dem Monster waren, brachten das Werk für sie zu Ende.Wahre Geschichten faszinieren mich. Vor allem jene, die in der Vergangenheit liegen und verzwickt sind. Dabei stehen für mich nicht die Gräueltaten, die vielleicht bis ins kleinste Detail beschrieben worden sind, im Vordergrund, sondern eher die Zusammenhänge. Die feinen Nuancen zwischen scheinbar verschiedenen Verbrechen, die beim genaueren Betrachten aber die Handschrift nur eines Monsters tragen. Die Taten vom Golden State Killer ist so eine Geschichte.Gegliedert wurde das Buch in drei Teile.Im ersten Teil brachte mir Michelle McNamara einzelne ausgewählte Verbrechen des unbekannten Täters näher. In einzelnen Kapiteln, welche mit Ortsangabe und Jahreszahl gekennzeichnet wurden, berichtete sie von ausgeklügelten Einbrüchen in Häuser potenzieller Opfer, Vergewaltigung und Mord. Sie erzählte dies alles so eindrücklich, dass die vergangene Zeit wie aus einem Nebel wieder zum Leben erwachte. Wie ein hungriges Monster kroch es auf mich zu und jagte mir Schauer über den Rücken. Und nein, dies lag nicht an furchtbar grausigen Details. Denn die gibt es in diesem Buch nicht. Michelle McNamara ergötzte sich niemals am Leid der Opfer, der Betroffenen oder gar der Ermittler, die nicht im Stande waren dem Unbekannten das Handwerk zu legen. Nein. Mir ging allein die Tatsache unter die Haut, wie geduldig und ausgeklügelt dieser wahrhaft kranke Geist vorging. Mit welcher Heimtücke und stellenweise Seelenruhe er für Angst und Schrecken sorgte. Und doch niemand in der Lage war ihn zu stoppen.Im zweiten Teil wurde McNamara autobiographisch. Sie beschrieb ihre Obsession die Puzzle Teilchen zusammenzufügen, die ein kranker Kopf in großer Vielzahl hinterlassen hatte. Wie die Jagd ihr Leben bestimmte.Dabei faszinierte mich Michelle McNamara mit ihrer unerschütterlichen Entschlossenheit zu verstehen, wer der Golden State Killer eigentlich ist, was ihn antrieb und vor allem wie er aufgestöbert werden kann. Dabei tauchte sie so tief ab, wie es nur irgendwie ging. Sprach mit Opfern, Hinterblieben, Ermittlern und mit Gleichgesinnten. Von dieser detaillierten und intensive Recherchearbeit bin ich wahrlich beeindruckt. Umso trauriger finde ich die Tatsache, dass Michelle McNamara es nie vergönnt sein wird die Früchte ihrer jahrelangen Arbeit zu genießen.Der letzte Teil wurde von zwei Freunden McNamaras geschrieben. Michelle McNamara starb, als sie ihr Buch etwa zur Hälfte fertig hatte. Paul Heynes und Billy Jensen erzählen, wie sie Michelles Buch vollendeten und wie am Ende die Suche nach dem Monster ausging.Anfänglich hatte es mich schon verwirrt, wenn Michelle McNamara in den Ereignissen hin und her sprang wie ein Flummi. Erst startete sie bei einem Vorfall 1981, nur um dann ins Jahr 1980 zu hüpfen und im Anschluss das Jahr 2009 zum Thema zu machen. Doch mit der Zeit kristallisierte sich heraus, warum sie eben nicht chronologisch ihr Buch aufgebaut hatte. Ihr ging es gar nicht so sehr um die einzelnen grausigen Taten, sondern vielmehr um das große Ganze. Es war spürbar, wie sie versuchte, einzelne Fäden eines völlig durcheinandergeratenen Wollknäuels zu entwirren und die richtigen Enden miteinander zu verknüpfen. Dabei unterfütterte sie ihre Überlegungen mit zahlreichen detaillierten und fundierten Erkenntnissen, brachte mir Ermittler und Opfer durch Bilder näher und zeigte anhand von alten Zeitungsartikeln, wie die Welt in den siebziger und achtziger Jahre tickte.Insgesamt fand ich das Buch nicht leicht zu lesen. Denn es verfolgte mich. Ständig überlegte ich, ob mir auffallen würde, wenn ein Fremder durch mein Haus schleicht oder mich wochenlang ausspioniert mit der Geduld einer Spinne.Michelle McNamara verstand es ausgezeichnet, die Schrecken längst vergangener Tage nicht vergessen zu machen und sie wieder zum Leben zu erwecken.Fazit: „Ich ging in die Dunkelheit“ ist sicherlich kein klassisches True Crime Buch. Aber es ist deswegen nicht minder atemraubend. Ungeschönt zeigte Michelle McNamara Zusammenhänge auf, die auf den ersten Blick nicht erkennbar waren und untermauerte sie mit zahlreichen sauber recherchierten Details. Mich wird dieses Buch immer verfolgen, denn es erzählt das Grauen eines Gespenstes, das zu spät zu stoppen war.
★★★★★
BooknerdsbyKerstin
30.08.2023
amazon.de
Schon immer hatte ich ein Faible für Serienmörder und war von deren Taten und Psyche fasziniert und schockiert gleichermaßen. Deswegen lese ich auch unheimlich gerne True Crime. Was ich von diesen Büchern erwarte? Hintergrundinformationen zu Täter, Tätersuche, Opfern, Modus Operandi und den Taten selbst.Vielleicht bin ich da etwas anders als die anderen, aber ich verschlinge schon immer alles was ich über Serienmörder finde, insbesondere Charles Manson und Jack the Ripper. Ich finde es unheimlich interessant und faszinierend, wie Menschen solche Taten vollbringen können und lange unentdeckt bleiben oder oftmals gar nicht gefasst werden können.Deswegen war ich von „Ich ging in die Dunkelheit“ von Michelle McNamara auch nicht sooo begeistert. Es ist eher eines der Bücher, die ich bei True Crime nicht so gerne lese. Allerdings muss man auch sagen, dass die Autorin verstorben ist bevor sie das Buch veröffentlichen konnte und Freunde es aus ihren Notizen zusammengesetzt haben. Das merkt man, deutlich. Denn die Teile, die im Original von der Autorin sind, glänzen vor fundiertem Hintergrundwissen. Man merkt, dass sie nicht nur eine Hobbydetektivin war, die Mordfälle lösen wollte, sie hat sich richtig reingekniet. Die sind einfach großartig.Mich haben bei „Ich ging in die Dunkelheit“ mehrere Dinge gestört. Im Nachhinein weiß ich nicht unbedingt mehr als vorher über den damaligen Serienmörder und – vergewaltiger. Mir fehlen hier deutlich die Details. All seine Taten sind in Kurzform zusammengefasst über das ganze Buch verstreut und das nicht mal in chronologischer Reihenfolge. Gespickt ist das Ganze zwar ab und an mit Fotos der Opfer und Originaldokumenten der Polizeiakten, aber für mich ist das alles zu zusammengebastelt und unkoordiniert.Dazwischen erfahren wir sehr viel über das Leben der Autorin selbst und ihre Jagd nach dem Mörder. Wie sie Schauplätze begeht, mit den früheren Detectives spricht, in True Crime Foren agiert. Das wäre interessant, würden sich hierdurch irgendwelche Fakten ergeben. So verfolgen wir die Autorin bei ihrer Arbeit und das ist einfach etwas, das mich bei True Crime nicht wirklich interessiert. Mir geht es hier um den Täter und die Opfer und nicht um den Menschen dahinter. Gut, der Untertitel des Buches deutet ja darauf hin, dass es hier auch um die Suche des Mörders geht. Dies wäre auch sicher ein interessanter Faktor, wenn die Autorin selbst noch die Möglichkeit gehabt hätte, uns das alles selbst zu erzählen und welche Schlüsse sie daraus gezogen hat. Deshalb muss ich leider sagen, dass ich es nicht gelungen finde, dass dieses Buch über einen bestialischen Mörder und Vergewaltiger von Unbeteiligten aus Notizen zusammengesetzt wird. Man merkt einfach, dass diese sich nicht für den Fall interessiert und begeistert haben. Und das nimmt dem ganzen Buch den Schrecken und den Schock, den True Crime bei mir immer auslöst.Im Sachbuchbereich kann ich dieses Buch deshalb nur bedingt empfehlen und auch eher an die Leser, die sonst True Crime meiden, weil es ihnen zu brutal ist. Auch wenn ich es in diesem Genre ungern sage, für mich war das jetzt ein zwischendurch Buch ohne, dass groß Informationsfülle hängengeblieben ist. Also eher das Gegenteil davon, was ich von True Crime erwarte.Mein Fazit:Als True Crime Fan konnte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, mit Michelle McNamara in „Ich ging in die Dunkelheit“ auf die Suche nach dem Serienmörder und – vergewaltiger zu gehen, der lange unentdeckt in den USA agieren konnte. Leider muss ich sagen, dass dieses Buch für mich eher Mittelmaß ist und zu den Sachbüchern zählt, die ich in diesem Genre nicht so gerne lese. Dies ist aber daran geschuldet, dass die Autorin selbst ihr Buch nicht beenden konnte und Freunde dies übernommen haben. So wurde die Mordserie für mich recht unchronologisch und ohne großes fundiertes Hintergrundwissen widergegeben, was ich von diesem Genre allerdings erwarte. Dadurch kam das Schreckensszenario gar nicht bei mir an und ich weiß im Nachhinein nicht viel mehr als vorher. Schade, denn die Abschnitte, die die Autorin selbst verfasst hat, sind großartig. Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung oder eher an die Leser, die True Crime eher meiden, weil es ihnen zu brutal und real ist. Ich erwarte hier einfach deutlich mehr.