★★★★★
k.A.
29.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Hörbuch von Maigret und dem Clochard ist absolut fesselnd und transportiert mich mitten in die spannenden Ermittlungen ein. Die Atmosphäre und die Charaktere sind hervorragend umgesetzt, ein echtes Meisterwerk.
★★★★★
k.A.
29.06.2026
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Das Hörbuch von Maigret und dem Clochard ist sehr fesselnd und transportiert mich in die Welt der komplexen Ermittlungen, allerdings finde ich die Atmosphäre manchmal etwas zu düster.
Ein Clochard, am Leben gescheitert, ein Schiffer, nach dem Glück des Lebens greifend, zwei wohlhabende Frauen auf der Sonnenseite des Lebens. Das Personal in diesem Fall ist übersichtlich, jedoch nicht minder spannend und gut skizziert.Ein mysteriöser Überfall mit einigen Ungereimtheiten und ein unkonventionelles Ende, dass sehr berührt. Das Leben hat seine Irrungen und Wirrungen.
Maigret und seine Kollegen kommen an der Seine zusammen, um zwei Schiffer zu vernehmen. Diese haben in der Nacht zuvor einen Mann aus dem Wasser gerettet. Da es sich dabei um einen Clochard handelt, verlieren Maigrets Kollegen schnell das Interesse. Nicht jedoch der Kommissar, der umgehend mit seinen Ermittlungen beginnt. Zunächst führen ihn diese natürlich zu einem Gastwirt in der Nähe des Tatortes. Bei zwei Gläsern Roten erfährt er, dass der beinahe Ertrunkene andere Clochards medizinisch versorgt hat, und früher ein gutsituierter Arzt in Mulhouse gewesen ist. Ein Rätsel - Maigret (und der Leser) fragt sich, wie es zu diesem gesellschaftlichen Absturz kommen konnte.Der Clochard selbst trägt nichts zur Lösung bei. Er liegt im Krankenhaus und schweigt sich aus. Trotzdem entwickelt Maigret eine starke Sympathie für den Außenseiter, weit mehr als für dessen Frau. Ohne es zu wissen, wohnt diese nur einen Steinwurf vom Bretterverschlag ihres Mannes entfernt in einer herrschaftlichen Wohnung. Bei ihr schlägt Maigret sogar etwas zu Trinken aus.Aus dem rätselhaften Clochard bezieht der Fall eine gewisse Spannung. Weitere spannende Situationen gibt es - wie bei Maigret üblich - kaum. Als eine Besonderheit habe ich die Dialoglastigkeit des Romans empfunden: Der Großteil besteht aus wörtlicher Rede. Oder ist das bei Maigret auch üblich?Aufgefallen ist mir außerdem die vergleichsweise wichtige Rolle, die Madame Maigret spielt: Zum einen hält ihr Mann sie ausnahmsweise über seine Arbeit auf dem Laufenden. Das löst Verwunderung aus: "Für Madame Maigret grenzte diese Unterhaltung beim Kaffee an ein Wunder. Sonst wusste sie kaum, mit welchen Fällen ihr Mann befasst war. Er rief sie an, dass er nicht zum Mittagessen oder zum Abendessen komme, manchmal auch, dass er einen Teil der Nacht im Büro oder anderswo verbringe. Näheres erfuhr sie meist erst aus der Zeitung". In der Folge beteiligt sich Madame Maigret sogar aktiv an den Ermittlungen, indem sie ihre Schwester in Mulhouse anruft, um Licht in die Vergangenheit des Clochards zu bringen.Zum anderen spielt sie eine Rolle als Maigrets Frau. Es wird deutlich, dass ihre Beziehung zwar nicht leidenschaftlich, aber tiefgehend ist: "Es wurde ein friedlicher, beschaulicher Abend, mit langen Pausen zwischen den Sätzen, was sie nicht hinderte, sich einander sehr nahe zu fühlen."Keine wichtige Rolle spielen die Inspektoren, denn Maigret löst seine Fälle allein. Darin unterscheidet er sich deutlich von Kommissaren aktueller Kriminalromane, die eher als Teamarbeiter auftreten: "Maigret sprach selten mit seiner Frau über den Fall, den er gerade bearbeitete. Er besprach ihn übrigens auch meist nicht mit seinen engsten Mitarbeitern, er beschränkte sich auf Anweisungen, die er ihnen erteilte. Es war eben seine Art zu arbeiten, die Zusammenhänge zu sehen, sich Stück um Stück in das Leben von Leuten einzufühlen, die er an Tag zuvor noch nicht gekannt hatte."Interessanterweise findet Maigret es schwieriger, dummen Menschen auf die Schliche zu kommen: "Jedes Mal tat er sich mit dummen Menschen am schwersten, weil sie bockbeinig waren, nicht antworten wollten, einfach abstritten, was sie eine Stunde zuvor noch behauptet hatten, und sich nichts daraus machten, wenn man sie auf ihre Widersprüche hinwies. War der mutmaßliche Täter intelligent, brauchte man in seinem Argumentationsgebäude oft nur eine Unstimmigkeit zu entdecken, und schon brach das Ganze zusammen."Und hier noch ein Detail für Fans: Man erfährt, dass es bei den Maigrets jeden Dienstag Makkaroniauflauf (mit feingeschnittenem Schinken und vereinzelten, noch feiner geschnittenen Trüffeln) gibt, und jeden Donnerstag Eintopf.