★★★★★
k.A.
16.06.2026
ean-shopping.de
Diese Aufnahme von Gargantua und Pantagruel ist absolut beeindruckend und transportiert mich direkt in die Welt von François Rabelais. Die Musik und die Interpretation sind hervorragend und ein echtes musikalisches Erlebnis.
★★★★★
k.A.
16.06.2026
ean-shopping.de
Die Aufnahme von Gargantua und Pantagruel ist sehr atmosphärisch und gut produziert, allerdings sind die akustischen Details an einigen Stellen etwas zu leise. Insgesamt ist es ein sehr lohnendes Hörbuch.
Das Werk enthält dankenswerter Weise zunächst einmal biografische Hinweise zu Rabelais selber sowie Hinweise zur Entstehung und ideengeschichtlichen Einordnung des Werks und auch eine Art Übersetzungshistorie, in der die einzelnen Übersetzungen des Buches, welche in den verschiedenen europäischen Staaten durchgeführt wurden, erwähnt und kritisch gewürdigt werden.Man muss ja dankbar sein für die Anmerkungen, die der Übersetzer dem Text beigegeben hat und die viele Details verdeutlichen und mit historischen Hinweisen versehen, beispielsweise mit der Erläuterung, wie der Name Gargantua im französischen Original entstanden ist.Auf der anderen Seite wurden bei der Übertragung nach Angaben des Übersetzers und Herausgebers alle „unnötigen“ Verweise auf lateinische und griechische Quellen und „weitschweifige“ Ausführungen aus dem Text entfernt. Es ist nicht auszuschließen, dass mit diesem Entfernen auch ein Gutteil der literarischen Bedeutung dieses Werkes und des weltliterarischen Gewichts verloren gegangen ist.Das was hier dem Erzählstrom zugutekommen soll, bedeutet auf der anderen Seite auch eine Reduktion auf eine Geschichte, die über weite Teile keine literarische Bedeutung besitzt und sich stellenweise in der ellenlangen Beschreibung von heute abstrus anmutenden und ermüdenden Details erschöpft, etwa in der Geschichte, wie Gargantua auf die Welt kam und wie viele Ellen Stoff für seine Bekleidung verwendet werden mussten.Zu loben ist dieses Buch gewiss für die unbeschränkte Vulgarität. Rabelais spricht das aus, was sich andere nicht trauen würden. Das muss er aber auch, denn sonst hätte dieser Band allzu wenig Originelles zu bieten. Zwar besteht das Buch aus einer Unmenge von Geschichten, die sich um den Riesen Gargantua ranken, allzu häufig allerdings bleiben die satirischen Spitzen stumpf oder die Stories schwächeln hinsichtlich der erzählerischen oder inhaltlichen Qualität.Häufig fragt man sich, was da tatsächlich erzählt wird, da eine eigentliche Geschichte nicht erkennbar ist. Rabelais versteht dies aber des Öfteren durch die erwähnte Vulgarität zu kaschieren.Das erste Buch, Gargantua, ist insgesamt relativ langweilig geraten. Abgesehen von den Vulgaritäten und Obszönitäten sowie dem Gegenentwurf für das Mönchswesen des Mittelalters, den der Autor am Ende des erstenInteressanter wird es dann schon im zweiten Band, Pantagruel, wenn der Schelm Panurg, der an die Gaukler und Schelmsgestalten à la Ulenspiegel erinnert, in Paris sein Unwesen treibt und etwa soignierte Damen mittel Niespulver in Wallung bringt, oder Jungfrauen wie das Kirchenvolk mit Flöhen beschießt und so für Aufruhr in der Kirche sorgt.Im zweiten Teil gewinnt das Werk dann das Format eines großen europäischen Schelmenromans, zumindest zeitweise. Pantagruels Reisen erinnern in manchen Details an Gullivers Reisen. Möglicherweise hat Rabelais Swift die eine oder andere Anregung geliefert. Immer mal wieder gewinnt die Erzählung aber auch quasi dadaistische Züge oder artet gar in schieren Blödsinn aus.Es gibt köstliche Szenen in diesem Buch, wie etwa die Stelle, an der Gargantua seinem mönchischen Vertrauten ein eigenes Kloster spendiert, in dem die Gesetze des mittelalterlichen Mönchtums und dessen Regeln exakt auf den Kopf gestellt werden und wo für ein Kloster quasi paradiesische Zustände ausgerufen werden. Oder die Szene, in der Pantagruel auf Panurg trifft, der ihm in fast einem Dutzend europäischer Sprachen oder Kauderwelschen sein Anliegen zu erklären versucht, das aber keiner versteht. Nicht nur hier erinnert das Stück an absurdes Theater.Gegen Ende allerdings lässt das Niveau stark nach, und die letzten Erzählungen erschöpfen sich in Wiederaufgewärmten, Wiederholten und Belanglosem.