Zeitwasserzeichen am WegrandIch halte ein Buch in meinen Händen, dessen Inhalt mich tief bewegt. Lyrik, meisterhafte Lyrik, besitzt die Fähigkeit, mich zu fesseln, mich in ihren Bann zu ziehen, seit meiner Kindheit.Walter Zeis füllt selbst prosaische Texte mit lyrischen Elementen, so dass es ihm gelingt, mit Worten Szenen zu zeichnen, die nicht nur in Gänze sichtbar werden, die darüber hinaus, angereichert mit intensiven Empfindungen, Welten erschaffen können, die ein Miterleben und -fühlen gewähren, wenn man sich in Gänze darauf einzulassen vermag. Seinen Schreibstil empfinde ich als einzigartig und wunderschön. Ich habe noch nie etwas gelesen, dass auch nur im Ansatz ähnlich zauberhaft formuliert gewesen ist.Ich habe es genossen, auch weil ein Wechselbad der Gefühle, teils freudig, teils erschrocken, teils erfüllt mit Traurigkeit, insgesamt voller mitfühlender Spannung und neugieriger Erwartung auf den Inhalt folgender Seiten, mich bisweilen so sehr anrührte, dass mir Tränen über die Wangen rolltenIch bin nun erfüllt von Bildern, Gefühlen und Eindrücken, die ich noch nicht klar ausformulieren kann, von denen ich aber ganz klar sagen kann, dass sie mich ganz tief und aufs Angenehmste berühren. Ich werde dieses Buch in einigen Passagen erneut lesen, mehrmals und mich auch in jedes seiner Gedichte tiefer einfühlen, als es mir beim ersten Lesen möglich war.In seinen Texten und Gedichten steckt so viel mehr, so viel Tiefe, dass schnelles Lesen die gesamte Komplexität des Werkes nicht ansatzweise transportieren könnte.Walter Zeis ist es gelungen mich zu faszinieren, mitzunehmen auf eine Zeitreise in (s)eine Welt, teils autobiografisch, teils möglicherweise fiktiv, die sich mir klar und deutlich, vielfältig, ehrlich und wahrhaftig offenbart hat.Dieses zauberhafte Werk erhält von mir aus tiefster Überzeugung fünf Sterne.
Seine Prosatexte sind autobiografisch geprägt, und er beschreibt in bemerkenswerter Art zeitgeschichtliche Ereignisse.Der Erzählstil ist sehr bildhaft und erzeugt sofort ein „Kopfkino“. Seine Texte, mal lustig, schelmisch, ironisch, tragisch oder dramatisch, versetzen den Leser in die Lage, die Gefühle der Protagonisten miterleben zu können. Zum einen die Grausamkeiten des Krieges allgemein, zum anderen in den einzelnen Geschichten. Beispielsweise die des Jungen, der den Tod einer alten Jüdin verhindern möchte, was ihm jedoch nicht gelingt. Die Darstellung seiner Mutter, der ein Stück Papier so wichtig ist, dass sie ihr Leben riskiert um es zu retten,- erzeugt Betroffenheit- und eine Ahnung des Leidens derer, die den Krieg erleben mussten. Angst, Hoffnung, Tragik, der Leser erlebt es mit. Mehr noch, mit einem einzigen Satz versteht es Walter Zeis, noch einen draufzusetzen, diese Gefühlsebene noch zu verstärken.In seinen lyrischen Texten befasst er sich zudem mit Liebe und Leidenschaft.Was der Geschichtsunterricht in der Schule nicht schaffte- Walter Zeis hat es erreicht. Viele der Texte werden mir nachhaltig in Erinnerung bleiben. Sie haben mich sehr bewegt und ich habe mitgelitten. Von mir bekommt das Buch 5 Sterne und ich empfehle es für Leser ab dem Teenageralter.