★★★★★
k.A.
22.06.2026
ean-shopping.de
Dieser Lebensroman von Gutschke, Irmtraud: Eva Strittmatter ist ein faszinierendes und tief bewegendes Werk, das man unbedingt lesen sollte. Die Darstellung ihrer inneren Welt ist außergewöhnlich und sehr packend.
"Ich muss eine Schale sprengen"- heißt es auf Seite 7 dieser Interviewbiografie und genau das tut die Autorin, in dem sie Eva Strittmatter, die oft hart und spröde wirkt, zu ihrem Leben befragt. Ein tolles Buch über eine großartige Dichterin, die leider im Schatten ihres Mannes stand.
Ich bin eigentlich ein Leser Erwin Strittmatters. Von Eva Strittmatter habe ich nur einen Gedichtband. Einige Gedichte gefielen mir, andere nicht.Dieses Buch ist aber etwas ganz anderes. Es zeigt einmal die Frau an der Seite des Schriftstellers, die aus seinem literarischen Schatten heraustritt.Das ist ein Kampf mit Höhen und Tiefen mit Freude, Liebe,Verzweiflung, Hass und Verletzungen. Es zeigt, wie befruchtend für ein literarisches Schaffen solche Lebenskämpfe sind.Eva Strittmatter macht nachvollziehbar, was leben, lieben und arbeiten heißt, mit einer schönen, kräftigen, einfachen und doch so poetischen Sprache.Das Buch zeigt Eva Strittmatter, als liebevolle Mutter, die versuchte zu vermitteln zwischen Mann und Kindern wenn es Konflikte gibt.Als Geliebteund Ehefrau des Mannes, den sie überalles liebt, obwohl oder trotzdem er seine "Macken" hatte.Es zeigt auf, wie auch körperlich schwer ihr Leben in dem abgeschiedenen Schulzenhof war.Was mich aber am meisten beeindruckte war, wie schwer sie es sich manchmal gemacht hat nach Worten oder Formulierungen zu suchen, wie lange sie manchmal um Texte mit sich rang.Anderseits aber auch die Leichtigkeit, die Freude wenn Ihr Texte " zuflogen"Es ist bemerkenswert, wie es Eva gelang Kraft aus der Natur, den einfachen Dingen die sie umgaben, zu ziehen.Wie sie auch immer wieder Kraft aus der Beziehung zu Erwin, die alles andere als einfach war, Kraft durch ihre Kinder gewann.Eva Strittmatter war ein Baum, mit festen Wurzeln, der aus dem Leben seine Kraft zog und der Energie und Freude spendente für alle Bewohner des Schulzenhofes. Sie war dessen Mittelpunkt und namh sich aber auch, manchmal rigeros, die Freiheit etwas eigenes zu schaffen, ein eigenständiger Mensch zu sein.Man bekommt mit diesen Buch einen Eindruck, wie schwer und schmerzhaft, aber auch befriedigend und befreiend doch eigentlich Schreiben sein kann.Interessant und vom der üblichen Schwarz-Weiß-Malerei abweichend, Ihre Kindheit und Jugend in der Zeit des Nationalsozialismus.Ihre Zeit als junge Frau, erste Begegnungen mit Erwin Strittmatter, machen ergiffen, man fühlt mit Ihr.Von da ab beginnt auch ein Leben vor dem Hintergrung DDR. Viele politische Entscheidungen beeinflussen Evas Leben positiv und negativ, treiben zu Entscheidungen.Auch wenn ich Ihre späten politischen Ansichten nicht ganz teile, so bewundere ich diese Frau doch im nach hinein noch mehr. Dieses Buch ist eine Biographie, die durch Fragen und Antworten entstanden ist. Hier ein Lob für die klug durchdachten Fragen. "Leib und Leben" lohnt sich zu lesen, es begleitet den Leser noch lange, auch wenn das Buch schon zugeklappt ist.