★★★★★
k.A.
20.07.2026
ean-shopping.de
Ein sehr bewegendes und melancholisches Buch über Familie und Traumata, das mich tief berührt hat. Die Atmosphäre der einsamen Shetlandinseln untermalt die Geschichte wunderbar.
★★★★★
k.A.
20.07.2026
ean-shopping.de
Ein sehr gefühlvolles und bewegendes Buch, das tief in die Familie und Traumata eintaucht, auch wenn manche Passagen etwas schwer zu lesen sind. Die Atmosphäre der einsamen Shetlandinseln ist wunderschön und trägt zur Geschichte bei.
★★★★★
k.A.
20.07.2026
ean-shopping.de
Super!
Jane findet sich in ihrem kargen Leben immer besser zurecht. Auf den Shetland Inseln lebt sie in einem Wohnwagen, arbeitet in der örtlichen Konservenfabrik und die Zuneigung zu ihrem Freund Mike wächst stetig. Ihr Netz aus sozialen Kontakten wird stärker, aber es drohen die feinen Fäden zu reißen, als sie Besuch von einem Polizisten bekommt und ihre Vergangenheit wieder ans Licht zerrt.Ihre Mutter, die vor über 20 Jahren verschwunden ist, scheint tot zu sein. Ihre Armprothese wurde in einem Steinbruchsee viele hundert Kilometer entfernt, gefunden und die Anzeichen für ihren Tod verdichten sich.Diese Enthüllungen veranlassen Jane alte Tagebücher ihrer Mutter hervorzukramen. Sie hat sie nie gelesen, aber nun ist die Zeit reif, um die Wunden der Kindheit und Jugend endgültig aufzureißen oder abheilen zu lassen.Fazit:Lasst uns zuerst über das kraftvolle Cover sprechen. Großartige Wahl das Bild von Heather Horton "Storm Over Wesleyville". Dafür würde ich tatsächlich einen Extra Stern vergeben.Als ich das Buch auf einem Blog als Neuerscheinung für den Herbst entdeckt habe, hat mich der Titel und das Cover magisch angezogen, aber der Klappentext ließ mich endgültig danach greifen.Die Shetland Inseln sind für mich immer eine literarische Reise wert. Zwar mag ich Naturbeschreibungen nicht so sehr, aber hier hat die Autorin eine passende Balance gefunden, die mich niemals gelangweilt oder überfordert hat. Die Inseln mit dem Meer und den oft stürmischen Wetterlagen ergänzen die Geschichte hervorragend.Wir begleiten Jane in ihrem einfachen Leben. Sie geht ihrer Arbeit gewissenhaft nach, fehlt nie und beschwert sich auch nie. Sie lebt in dem geliebten kleinen Wohnwagen und seit einigen Monaten empfindet sie sowas wie Glück. In Mike hat sie einen Mann gefunden, der einfühlsam ist und ihr dennoch Freiraum gibt. Ihr geregeltes Leben gerät in Schieflage als die Armprothese ihrer verschwunden Mutter gefunden wird. Nach Jahren des Leugnens, der Vonsichwegschiebens greift sie zu den Tagebüchern, die ihre Mutter in den wichtigsten Phasen ihres Lebens geschrieben hat.Damit wird die Geschichte von zwei Perspektiven erzählt. Ein Kniff, der nicht ganz neu ist und auch die Story rund um Probleme innerhalb der Familie wurde schon oft erzählt, aber für mich waren die Einblicke in Sylvias Leben unglaublich intensiv.Ich kann ganz viel über die Beziehung einer Tochter zu ihrer Mutter erzählen, aber da ich selbst keine Kinder habe, waren die Darstellungen der Mutter-Tochter Dynamik für mich unglaublich spannend.Vor Beginn der Lektüre hatte ich ein wenig Sorge, dass die Sprache für mich vielleicht zu literarisch oder gar zu poetisch sein könnte. Das war überhaupt nicht der Fall. Rebecca Pert nimmt sich einer sehr klaren Schreibweise an. Sehr direkt ohne vulgär oder übertrieben zu sein.Damit waren so viele Faktoren für mich erfüllt, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollte.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und setzt zwei Erzählstimmen ein. Auf der ersten Zeitebene erzählt eine junge Frau, Sylvia, in ihrem Tagebuch von ihrem Leben auf der kargen Shetland-Insel Unst und vor allem von ihrer psychischen Erkrankung, die zu schrecklichen Ergebnissen führt. Die zweite Zeitebene befindet sich in der Jetztzeit. Sylvias Tochter Jane findet die Tagebücher ihrer Mutter und durchlebt damit ihre Kindheit noch einmal. Und so gelingt es ihr, sich ihrer Traumatisierung zu stellen und sie in ihr Leben zu integrieren.Der Roman ist spannend und durch die beiden Erzählstimmen auch sehr kurzweilig zu lesen. Die unwirtliche, karge Kulisse der Shetland-Insel, vor der die Handlungen sich abspielen, ist sehr schön gewählt, da die innere Verfassung der beiden Protagonistinnen sich hier widerspiegeln. Dazu passt auch der Titel „Raue Wasser“, der sich nicht nur auf die Affinität der Hauptfiguren zur See bezieht, sondern ebenso metaphorisch zu verstehen ist: Sowohl Sylvia als auch ihre Tochter haben raue Zeiten zu durchleben.Die Themen sind ausgesprochen dramatisch: Einsamkeit, Depression, Halluzinationen, innere Stimmen, Suizide, Eifersucht und Trennung, blutige Unfälle, Traumatisierung, schwierige Geburt, Mord und einiges andere. Man merkt es vielleicht schon: mir war es zu viel Drama. Wäre etwas weniger nicht mehr gewesen? Vor allem gegen Ende des Buches geht es recht melodramatisch zu. Die Autorin nimmt dafür Längen in Kauf, die für die Handlung nicht wesentlich sind wie z. B. die langatmige Schilderung einer Geburtsszene. Gelegentlich fehlt auch der innere Zusammenhang der einzelnen dramatischen Blöcke – leider kann ich keine Beispiele geben, ohne zu spoilern. Nur ein eher nebensächliches Beispiel: es wirkt nicht überzeugend, wenn sich die Mutter einer verlassenen Verlobten aufopferungsvoll um deren Nachfolgerin kümmert.Trotz dieser dramaturgischen Schwächen habe ich den Roman gerne gelesen! Ein Roman zum Schmökern.Und ein Debut, das neugierig macht!