Mit dem Abschlussbericht der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission "Reproduktive Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin" ist die Debatte um das Thema Abtreibung wieder hochaktuell und medial präsent. Das Buch von Sabina M. M. Scherer erscheint daher zur rechten Zeit. Es bietet dem Leser - unabhängig davon, wo er sich in der Debatte verortet - einen hilfreichen Überblick über die zentralen Positionen und Argumente in dieser Auseinandersetzung. Die Autorin spannt einen weiten Bogen und behandelt ein breites Spektrum von Themen, die in dieser Debatte eine Rolle spielen. Es liegt daher in der Natur der Sache, dass vieles nicht in der Tiefe behandelt werden kann. Wer sich jedoch intensiver mit einzelnen Aspekten des Themas befassen möchte, findet neben der überwiegend englischsprachigen Literatur inzwischen auch einige Fachbücher in deutscher Sprache.Zum Einstieg in die jeweiligen Kapitel greift die Autorin populäre Einwände gegen den konsequenten Schutz ungeborener Menschen auf und legt dann in sachlicher Weise dar, warum diese aus ihrer Sicht nicht zu überzeugen vermögen oder zum Teil schlicht auf unzulässigen Verallgemeinerungen oder falschen Unterstellungen beruhen. Dabei wird schnell deutlich, dass Scherer durch ihre Präsenz in den sozialen Medien (z.B. durch einen eigenen Podcast) nicht nur theoretisches, sondern auch praktisches Wissen im Dialog mit Andersdenkenden vorweisen kann.Der Fokus des Buches liegt immer darauf, dem Leser konkrete Hilfen für eine konstruktive und gewinnende Gesprächsführung an die Hand zu geben. Darüber hinaus regt es auch zur Reflexion des eigenen Standpunktes an. Man merkt, dass es der Autorin ein großes Anliegen ist, die oft vorhandene Schärfe und Emotionalität in der Auseinandersetzung mit diesem Thema sowie Stereotype und Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. Das Buch ist damit ein konsequent praxisorientierter Beitrag zu dieser Debatte und kann hier auf ganzer Linie überzeugen. Wer sich konstruktiv in den Diskurs einbringen möchte, findet hier sehr empfehlenswerte praktische Hilfestellungen.
Das Buch gibt viele Ansätze zur Diskussionsführung zur Hand. Das Thema ist sehr emotional aufgeladen und schwer zu diskutieren, ist aber ein sehr wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, da wir jährlich über 100.000 Fälle in Deutschland haben, von daher ist ein solches Buch als Beitrag unbedingt zu begrüßen.Es zeigt auch, dass Pro-Life und Pro-Woman keine Gegensätze sind und sich gut vereinen lassen.
Die Autorin schreibt sehr klar und verständlich und beleuchtet verschiedene Aspekte des Themas. Dabei fiel mir besonders auf, dass die Autorin nicht aggressiv vorgeht sondern sachlich, respektvoll und einfühlsam.Das Buch kann als Orientierungshilfe für Frauen, die eine solch große Entscheidung zu treffen haben, sicher gute Dienste leisten.