da die entwicklungen der modernen plakatkunst eng mit innovationen im buchdruck und dem entstehen der metropolen verbunden sind, erfährt sie mit der entstehung der farblithografie und der notwendigeit der werbung einen fulminanten aufstieg - davon handelt dieser anspruchsvolle, wunderschöne bildband.der virus der plakatbegeisterung als galerie der straße infiziert von frankreich aus bald die moderne welt - eine zeit, in der das plakat noch künstlerisches medium war. dem ist natürlich zu verdanken, dass es namhafte künstler waren, die ihre kunstfertigkeit dem plakat als werbeträger zur verfügung stellten.nicht nur toulouse-lautrec macht sich hier einen namen, auch matisse, miro, picasso, chagall, esteve reihen sich ein in die anzahl der plakatkünstler. später folgen delauney, kandinsky, haring, moore und viele mehr - alles hochwertig dargestellt. ein einzigartiges vergnügen - zumindest für mich!ein ganz außergewöhnlicher bildband zu einem eher unterbewerteten, unbekannten oeuvre ist hier dem hirmerverlag geglückt, unbedingt zu empfehlen
Plakate sollen auffallen. In kürzester Zeit sollen sie das Interesse der Menschen wecken. Sie dienen der Werbung, vermitteln Informationen und tun öffentlich Meinungen kund. Abgesehen von einigen Vorläufern gilt die Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts als Geburtsstunde des Plakats. Die moderne Plakatkunst im 20. Jahrhundert ist eng mit den technischen Innovationen im Bereich der Drucktechnik verbunden. Die Hirmer-Neuerscheinung macht mit dieser Entwicklung vertraut. Außerdem gibt sie einen Überblick über die Plakatsammlung KÖNA, die mit dieser Publikation erstmals im Fokus steht.In seinem umfangreichen Essay „Die Galerie der Straße“ beleuchtet Markus Müller detail-liert die Plakatkunst des 20. Jahrhunderts – von der Geschichte des Plakats als Kunstform in Frankreich der 1890er Jahre bis zur Plakatkunst von Keith Haring: „Von der Untergrundbahn ins Museum“. Dabei wird auf einige Künstler (Picasso, Braque, Chagall, Jasper Johns oder Robert Delaunay näher eingegangen. Danach beleuchtet Hervé Bordas-Mourlot die Plakate aus den Werkstätten der legendären Druckerei Fernand Mourlot, die im 20. Jahrhundert mit zahlreichen Künstlern zusammen arbeitete. Abschließend führen Markus Müller und Mathias Naumann ein Gespräch über die KÖNA-Sammlung, die wahrscheinlich niemals abgeschlossen sein wird.Neben den informativen Beiträgen punktet die Publikation aber vor allem mit der überaus üppigen Illustration von Plakatbeispielen (meist ganzseitig) – von Picassos „Friedenstaube“ über Joan Miro, Le Corbusier, Henry Moore bis zu Alex Katz.