Hinter der Idee von “Karl Mays Magischer Orient” steckt eine Parallelwelt, die gespickt ist mit historischen Literaturcharakteren und einer gehörigen Prise Mystik. So wie auch im vorliegenden Band, in dem Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar auf den sagenumwobenen Kapitän Nemo mit seiner Nautilus treffen.+++ Ohne Vorkenntnisse +++Auch wenn dies der siebte Band der Buchreihe ist, so sind Vorkenntnisse der Vorgänger ebensowenig vonnöten wie Jule Vernes “20.000 Meilen unter dem Meer”, in dem Nemo die Hauptrolle spielt. Es gibt zwar immer wieder Bezüge zu anderen Büchern der Reihe oder in die griechische Mythologie, aber meist sind diese dezent und durchaus verständlich.Die Verstrickungen mit Nemos Anwandlungen nehmen allerdings nur das letzte Drittel des Buchs ein. Die ersten beiden Drittel des Buchs werden darauf verwendet, die anderen Charaktere vorzustellen und die Reise aus dem Orient nach Kreta zu schildern. Dieser Teil des Buchs entführt nämlich den Leser nicht in den Orient, sondern zuerst einmal nach Griechenland bevor es dann in die Tiefsee geht.Dabei konzentriert sich Montemurri im gleichen Maße auf die (Reise-)Erzählung und Beschreibung der Umgebung wie auf die abenteuerlichen Abschnitte, in denen die Action im Vordergrund steht. Das ergibt ein durchaus rundes und gut durchmischtes Abenteuerpaket, in dem allerdings hin und wieder ein bisschen viel an Phantastik eingeflossen ist. Ich glaube, es hätte es gar nicht bedurft, derart viele mystische Elemente und Figuren in die Geschichte einzubauen. Wirklich störend wirkte es aber nur phasenweise.+++ Fazit +++Diese Buchreihe möchte nicht nur im Sinne von Karl May seine Abenteuer-Erzählungen fortführen, sondern stellen im gleichen Maße eine Hommage an sein Werk dar. Dieser siebte Band schafft es durchaus, diesen Gedanken zu transportieren und weiß über lange Strecken den Leser auf eine ähnliche Weise zu unterhalten, wie es auch schon Karl May vermochte. Nur gelegentlich schießt Montemurri ein wenig über das Ziel hinaus und packt ein bisschen zu viel in diesen Roman. In Summe kann ich diesen aber durchaus allen Lesern empfehlen, die auch Gefallen an den Büchern von Karl May finden.
Ich bin auf das Buch durch eine Lesung der Autorin aufmerksam geworden. Es gehört zu einer Reihe, ist aber einzeln lesbar. Eigentlich habe ich mich nie für Karl May interessiert, doch dass sich hier zwei Figuren aus dem Karl-May- und dem Jules-Verne-Universum treffen, fand ich dann doch interessant. Das Buch hat mich auch nicht enttäuscht. Die Autorin schreibt in einem leicht modernisierten aber doch noch an Karl May angelehnten Stil, was gut zu der Zeit passt, in welcher die Geschichte spielt, nämlich Ende des 19. Jahrhunderts. Es wurden viele interessante historische Fakten über die Geschichte Kretas eingeflochten sowie alte Legenden. Das war sehr interessant. Auch der Kampf zwischen den zwei Hauptprotagonisten – Kara Ben Nemsi und Kapitän Nemo – der stellvertretend den Kampf zwischen Magie und Technik darstellte, war sehr spannend. Ein bisschen nervte der Ich-Erzähler (eben Kara Ben Nemsi) mit seinem Wissen, was er stets vermittelt, deshalb einen Punkt Abzug. Aber trotzdem war das ein spannendes, flüssig zu lesendes Buch. Vielleicht probiere ich auch mal noch andere Bücher der Reihe „Karl Mays magischer Orient“ aus.