Das Buch eignet sich für alle, die sich einen umfassenden und aktuellen Überblick über das komplexe Verhalten des Erdklimas verschaffen wollen. Gut lesbar für Alle. Etwas Grundverständnis von Physik hilft jedoch immer. Empfehlenswert auch für alle Wissenschaftler als Ausgangsbasis.Die Druckqualität ist mit vielen farbigen Darstellungen ausgezeichnet, man möchte es mit Handschuhen lesen.Geschickt sind die zahlreichen Verweise ins Internet gestellt, viele aus wissenschaftlichen Quellen, um unqualifizierter Kritik zuvorzukommen. Dies belastet den Text nicht mit Kleingedrucktem und vereinfacht eigene Recherchen. Das Buch ist völlig unideologisch geschrieben, in einigen Kapiteln, sachlich gerechtfertigt, charmante Korrekturen in Richtung IPCC und Potsdamer PIK.Den Autoren geht es nicht darum, Fronten zu vertiefen, sondern nachvollziehbare Forschungsergebnisse zu vermitteln und der Realität möglichst nahe zu kommen. Die medial wenig erwähnten Unsicherheiten aus dem Wissenschaftscluster von Physik (u.a. Astrophysik und Geologie), Chemie, Biologie werden deutlich aufgezeigt. Die zeigen sich täglich in den Medien: „irgendetwas ist grösser, kleiner, schlimmer, schneller, und das immer mehr als gedacht“.Die wichtigsten Problemkreise sind als Fragen formuliert und meist genügend so entkoppelt, dass man die Lesereihenfolge beim ersten Mal nicht unbedingt einhalten muss.Gemäss IPCC die drei „Treiber“ von Klimaänderungen in der Reihenfolge: menschliche Aktivitäten (darunter CO2), natürliche Variabilität (u.a. Ozeanströmungen) sowie, ungern erwähnt, ganz klein die Sonne.Dabei erscheint die natürliche Variabilität als die Ecke, in die der IPCC Alles Unsichere hineinpackt. Ohne Gesichtsverlust kann man dann erklären: „Indeed, and perhaps counter intuitively, in all models a lack of warming, or even a cooling trend could be observed at all individual points on the globe, even under the largest greenhouse gas emissions“ (Maher et al, 2020). Autsch, das tut weh. Die ruhigere Sonne tritt womöglich noch nach.Nach Durchlesen des Buches kommt man nicht daran vorbei, die vom IPCC suggerierte Dominanz des menschlichen Einflusses auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren.Grund: Vernachlässigung der zahlreichen Periodizitäten des Plasmaballes Sonne durch planetare Gezeitenwirkung und chaotisches Verhalten, wenig verstandene natürliche Variabilität mit Überlagerungen zahlreicher Ozeanströmungen und Perioden zwischen Jahren und Jahrhunderten (Fourier lässt grüssen) sowie die auseinanderklaffenden Werte der Klimasensitivitäten, die sich fast im freien Falle auf die 1-Grad-Grenze bewegen. Von Fehlerfortpflanzung in nichtlinearen Abhängigkeiten beim IPCC keine Spur. Die chaotische Natur des Erdklimas verbietet sowieso jede voreilige monokausale Erklärung.Ebenfalls diskutiert die Eisbedeckung, Ozeanverhalten, Meeresspiegel, Extremereignisse sowie die vom PIK für einfache Gemüter bezeichneten „Kipppunkte“, die medial vernachlässigte Ergrünung der Erde und deren positive Auswirkung auf unsere Ernährung.Kapitel über die Problematik der Klimamodelle, nette Darstellung einiger Achsenskalierungsmogeleien in verbreiteten graphischen Darstellungen und der ewige Kampf gegen unser Gehirn, das aus jeder Korrelation eine Kausalität zu konstruieren versucht, vervollständigen das Buch.Das Kapitel über den „Weltklimarat und Klimakonferenzen“ erzählt ohne Polemik die Hintergründe bei der Beschlussfassung, den cookschen „97%-Konsens“ sowie Paris 2015.Mit eigenen Worten soll es hier von einem älterem Experimentalphysiker etwas deutlicher ausgedrückt werden:Wie einfach selbst Institutionen wie IPCC, Geomar, Max-Plank-Institut, das Potsdamer PIK in die Korrelations/Kausalitätsfalle stolpern, erstaunt. Dass man öffentliche Gelder für sein Institut einholen und dem Geldgeber gefallen muss, ist überaus verständlich, auch in der Industrie verbreitet und massvoll akzeptiert. Beschämend ist es jedoch für Wissenschaftler, eingängige Halbwahrheiten dem breiten Publikum in Talkshows und den Sekundenbeiträgen in Tagesschau&Co zu verkaufen. Das im Wissen, dass eine Überprüfung durch den Normalbürger nicht möglich ist. Und die Ausgewogenheit der wenigen populärwissenschaftlichen Beiträge im Fernsehen sind der Eitelkeit der Moderatoren zum Opfer gefallen.Wer zudem die Ergebnisse der Arbeitsgruppe I des IPCC (WG1, naturwissenschaftliche Grundlagen) mit der „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“ (SPM) vergleicht, wird nachdenklich. Wer dann noch nach einiger Detektivarbeit die Gutachterkommentare durchwühlt („Do Not Quote, Cite, or Distribute“), mit Wünschen von Regierungen und teils schnippischen Antworten des IPCC, der erkennt die politische Einflussnahme und hinterfragt die ganze mediale Darstellung des „Klimawandels“. Über WGII und WGIII des IPCC schleichen sich Eisbären, absaufenden Inselchen, bleichende Korallen sowie Klimaflüchtlinge aus der Umweltschutzecke der UNO (UNEP) so verzerrend rein, dass in dem SPM für die naturwissenschaftlich unbelasteten Politiker nicht viel harte Physik übrigbleibt. Diese können uns eigentlich etwas leid tun, die meisten glauben das wohl wirklich. Im SPM ist als juristische Absicherung das Kleingedruckte unbedingt zu lesen. Physik rein, dann Greenwash, Politik raus: ein gutes Konzept zum Regieren.Sorry, mein Gaul ging los, zurück zum Buch:Das letzte Kapitel über „Energie für eine nachhaltige Zukunft“ spricht die Folgen der Fehlinterpretationen der Medien an, darunter des Konstruktes „Energiewende“.Ohne Anspruch auf Vollständigkeit wird hier auch auf das Nogo Kernenergie verwiesen.Wer mal bei der IAEA unter der Datenbasis „advanced reactors information system“ nachsieht, oder sich gar das „SMR_book_2020“ herunterlädt, wird sich wundern, wer sich da Alles mit Kerntechnik beschäftigt. Nicht nur Bill Gates weiss, womit man bald Geld verdienen kann. Vor allem die deutschsprachigen Länder sind in der Endlos-Schleife aus „Atommüll, Tschernobyl, Fukushima“ gefangen. Trotzdem Augen zu, wir schaffen das.Das bisherige Stillschweigen der gesamten Massenmedien über diese Buch spricht Bände, es bietet keinerlei sachliche Angriffsfläche für eine Breitseite. Es hat das Potential, eine grössere Diskussion in der Öffentlichkeit auszulösen. Dies würde das richtige Gegengewicht gegen den grünen Hype sein. Dessen naiver Anfang hatte durchaus auch etwas Sympathisches, aber gelandet ist man dort in der Religion.Zum Schluss noch der Aufruf an alle gestandenen Altwissenschaftler:Kommt aus euren Löchern raus, ihr habt nichts mehr zu verlieren, Eure Rente sollte sicher sein.Erklärt der breiten Bevölkerung, was Erhaltungssätze bedeuten, was Messwerte sind (brav mit Fehlerbalken und Fehlerfortpflanzung versehen) sowie Begriffe wie Energiedichte und: „warum ist der Himmel blau“. Quantenmechanik muss es nicht sein.Lasst die Jugend freitags rumhüpfen, aber mit Hirn und Hintergrundwissen.Wie dieses gelungene Buch es versucht, hat man nur so eine Chance, im zähen Kampf gegen Halbwissen das Ziel einer wissensbasierten Gesellschaft zu erreichen. Mit ein wenig Zurückhaltung bei unserer eigenen Reproduktion, mit moderater Ethik und Moral gewürzt, könnten wir Menschen uns auf unserer Erde bis zum Einschlag des nächsten Asteroiden oder dem Aufblähen unsere Sonne einigermassen anständig durchwursteln.