★★★★★
k.A.
10.05.2026
ean-shopping.de
Ein wunderschönes und stimmungsvolles Buch, das die Geschichte der Kießlings und ihrer Verbindung zu den Gezeiten sehr lebendig darstellt. Die Illustrationen sind sehr ansprechend, allerdings finde ich die Geschichte etwas etwas zu kurz.
... über jeden Leser/Hörer der hier nicht 5 Sterne vergibt. Ich würde 10 vergeben, oder 100, wenn ich könnte. Und weder neige ich zu Übertreibung, noch zu zwanghafter Bewertung von Büchern. Ich bewerte sogar höchst ungern, den "Bewerten" - das hat immer was subjektives. Aber dieses Buch... ich habe gelacht, ich habe geweint, ich war so gespannt, dass ich es nicht weglegen konnte, ich habe mitgefiebert, mitgelitten, ich wurde mitgerissen - ganz wie es die Gezeiten so tun. (Ich neige übrigens auch nicht zu großen Gefühlsausbrüchen). Ich habe seltenst ein so stimmiges, Buch gelesen. Diese Buch ist für mich DER Roman des Jahrzehnts. Literarisch wertvoll, phantastisch recherchiert, historisch informativ, phänomenale, nachvollziehbare Handlungsstränge, die sich wie von Zauberhand zu einem großen Ganzen verweben und dennoch ein Ende das überrascht. Selten wurde ich so abgeholt und habe so mitgefiebert - ich danke Ihnen von Herzen Frau Prettin und bleibe tieftraurig zurück weil es zuende ist und zugleich beschwingt und glücklich, weil das Ende mich berührt hat. In diesem Sinne, die Liebe bleibt.
Zuviele Handlungstränge mindern das Lesevergnügen, Soziale Kontrolle der Zeit gut rausgearbeitet, doch durch die Verknüpfung der Generationen manchmal nicht genau zu ordnenbar.
Wunderbar, endlich mal wieder eine Geschichte, die am Meer spielt, darauf habe ich mich gefreut. Ein solches Setting hat meistens eine ganz eigene Atmosphäre, und genau diese wurde hier auch gut eingefangen. Juist als Handlungsort, das hat mir gut gefallen. Die Familiengeschichte hat mich allerdings weniger angesprochen. Zunächst: Ich wurde mit den meisten Protagonistinnen absolut nicht warm. Die Damen wirken so hölzern und gestelzt, dass es schwer war, einen Zugang zu ihnen zu bekommen. Dann spielt die Geschichte auf drei Zeitebenen - das merkt man aber nur, wenn man die Kapitelüberschriften liest - kein unterschiedlicher Schreibstil, nichts, was darauf hinweist, dass ganze Generationen zwischen den Handlungssträngen liegen. Der Schreibstil erinnerte mich über weite Teile eher an ein Sachbuch denn an eine Erzählung, und ich habe manche Seiten nur überflogen, bis es denn endlich wieder Dialoge gab. Und dann wundert man sich. In dieser Familie redet niemand mit niemandem, und auch, dass Johanne sich plötzlich dazu entschließt, ihre Geschichte zu erzählen, kommt aus heiterem Himmel, und man fragt sich unweigerlich, was sie nun antreibt. Die Töchter sind zwar so angelegt, dass sie distanziert sind, aber trotzdem fließen die Informationen spärlich, und das entwickelt sich in der Geschichte auch nicht wirklich weiter. Erschwert wird das Ganze durch ein nicht so gutes Lektorat - manche Satzaufbauten und Bezugsfehler sind störend. Und wie andere schon anmerkten: es werden eine Menge Klischees in derselben Familie angesiedelt - so wird fast in jeder Generation eine der Damen ungewollt schwanger. An manchen stellen gewinnt die Erzählung dann an Tempo, und man möchte auch die Zusammenhänge kennen, so dass man weiterliest, und die Einbindung von Juist ist, gerade wenn man die Insel kennt, sehr gelungen. Dennoch bleibt ein durchwachsener Eindruck zurück. Und bitte, lieber Verlag, berücksichtigt bei de nächsten Auflage den Unterschied zwischen soweit und so weit. Und mögen ist nicht dasselbe wie möchten, auch wenn das umgangssprachlich immer wieder über den Haufen geworfen wird. Aber bitte nicht in einem Druckwerk.