Der sizilianische Kommissar muss den Mord an einer schönen Schneiderin aufklären, bei der Salvo Montalbano kurz zuvor auf Drängen seiner Partnerin Livia einen neuen Anzug bestellt hatte. Neben diesem Hauptstrang gibt es eine Nebenhandlung, in der es um die vielen Flüchtlinge geht, die in Sizilien landen. Der Roman erschien 2016, kurz nach dem Höhepunkt der Migrantenwelle in Europa.Andrea Camilleri (1925-2019) hat gut recherchiert und die üblichen Ingredienzien reingerührt: Salvos Streitereien mit Livia, die von ihm auch ständig angelogen wird, die Kabbeleien mit seinen Untergebenen, der einfältige Cataré hat mehrere Auftritte, die Mittagessen bei Enzo, die von Montalbanos Perle Adelina vorbereiteten Abendessen, die Spaziergänge zur Mole und viele weitere bekannte Versatzstücke aus dem Montalbano-Universum. Hinzugefügt wurden einige interessante neue Figuren aus dem Umfeld der Ermordeten, die allesamt sympathisch sind und daher als Verdächtige ausscheiden. Und so wird am Ende nach 280 Seiten eine etwas seltsame Lösung präsentiert, die nicht voll überzeugt. Aber bis dahin ist der Krimi wirklich gut und liest sich wie immer weg wie nichts.