★★★★★
k.A.
27.06.2026
ean-shopping.de
Das Hörbuch ist inhaltlich ansprechend, aber die Qualität der Produktion ließ zu wünschen übrig. Die Darbietung ist mittelmäßig und man könnte mehr Tiefe in die Charaktere bringen.
★★★★★
k.A.
27.06.2026
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Gut für
Den negativen Bewertungen dieses Hörspiels, die sich einzig auf die Tatsache beziehen, dass "Northanger Abbey" nicht in die Grusel-Serie passt, kann ich mich wirklich nicht anschließen. Ich finde das recht unfair. Allerdings würde ich Titania empfehlen, für eventuelle Nachfolger dieses Stils eine Unter-Serie zu gründen, damit die Leute, die päpstlicher sind als der Papst, nichts zu meckern haben. Eine kleinen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen: Wer sich ein bisschen in der englischen Literatur auskennt, der weiß, dass Jane Austen keine Gruselromane geschrieben hat!Das Hörspiel ist eine tolle Ergänzung zu der von Eva Mattes gelesenen ungekürzten Hörbuchfassung, die man bei Audible downloaden kann. Die Sprecher für die Charaktere sind gut gewäht, die Dialoge packend, die Handlung dramaturgisch exzellent aufgearbeitet. Zwar gibt es nur wenige Gruseleffekte, doch die Atmosphäre des Romans ist authentisch getroffen, die Effekte sind gut "in Szene gesetzt". Nur ein Beispiel: Die "Entführung" während der Reise nach Bath.Entstanden ist nicht nur ein gutes Hörspiel, welches das Original nicht verfälscht, sondern auch ein faszinierender Sittenspiegel der gehobenen englischen Gesellschaft im 18. / 19. Jahrhundert. Die Geschichte ist romantisch und doch wieder nicht. Die junge Heldin, eine Schwärmerin und begeisterte Leserin von Gruselromanen, muss lernen, dass die Wirklichkeit viel profaner ist als ihre Tagträume ihr dies vorgaukeln. Und dass es Menschen gibt - vie General Tilney, ihren künftigen Schwiegervater - für die Geld und Titel der einzige Wertmaßstab sind. Und dass nicht alle, die sich Freunde nennen, wirklich freundlich gesonnen sind. Und dass es rachsüchtige abgewiesene Verehrer wirklich gibt, das können wir auch heute noch jeden Tag in der Zeitung lesen.Dieses Hörbuch habe ich bestimmt nicht zum letzten Mal aufgelegt.
Autoren mit unsterblichen Namen finden Einlass in das Gruselkabinett. Stoker, Poe, Lovecraft - um nur drei zu nennen. Schauergeschichten aus einer Zeit, in der aufklärende Wissenschaft noch in den Kinderschuhen steckte. Auch schreibende Frauen der klassischen Schauerliteratur sind im Gruselkabinett vereint: Mary Shelley zum Beispiel, und demnächst erscheint sogar eine Folge aus der Feder Edith Whartons. Jene Autorin schrieb Gesellschaftsromane, doch ein paar gruselige Stories entsprangen ebenfalls ihrer Fantasie: "Verhext" ist durchaus berechtigt, im Gruselkabinett einen Platz zu finden. Gleichfalls durch ihre Gesellschaftsromane wurde die Autorin Jane Austen berühmt. "Northanger Abbey" ist nichts anderes als eine romantische Liebesgeschichte, deren Protagonistin gern in schauerlichen Büchern liest. Dieser Aspekt und der glanzvolle Name Jane Austens bewegte Titania Medien, "Northanger Abbey" den Eintritt ins Gruselkabinett zu gestatten. Die Handlung selbst kann nicht der Grund gewesen sein. Von Grusel und Schauer keine Spur. Das Hörspiel ist ausgesprochen sorgfältig produziert: Sprecher, Musik, Geräusche - alles fügt sich perfekt ein. Titania versteht es, atmosphärische Hörspiele herzustellen. Darum wäre es begrüßenswert, neben dem Gruselkabinett auch eine Literatur-Reihe einzurichten, in die Jane Austen und Oscar Wilde viel besser passen. Ich verstehe aber den Reiz, die klangvollen Autoren im Gruselkabinett zu verankern, die allein wegen jener längst vergangenen Zeit, in der sie lebten, der Hauch des Schauerlichen umweht. Fünf Punkte für die liebenswerte Umsetzung von Northanger Abbey, doch in der Gesamtbewertung komme ich nur auf drei, weil dieser Stoff im Gruselkabinett nicht halten kann, was der Hörer erwartet.
In der Reihe "Gruselkabinett" hat dieser literarische Klassiker sicher ebensowenig etwas zu suchen wie "Sinn und Sinnlichkeit", ebenfalls von Jane Austen, "Dr. Schiwago" oder "Vom Winde verweht". Die Story ist ein klassischer Seufz- und Schmachtlappen aus einer Zeit, in der sich die Menschheit auf dem Weg zum Glück gerne durch ihre gesellschaftlich selbst auferlegten Zwänge im Weg stand. Auch wenn die Hauptfigur Catherine gerne Schauerromane liest, es wird zu keiner Zeit gruselig geschweige denn atmosphärisch. Halleffekte und Vogelzwitschern schaffen noch kein atmosphörisches Hörspiel. Auch scheint mir der Sound der Endabmischung anders und schwammiger zu klingen, als bei den Vorgängern.Auch die Besetzung der einzelnen Sprechrollen finde ich eher unglücklich vergeben: Marie-Luise Schramm als Catherine klingt schüchtern, weinerlich, verloren und fast um jeden Satz ringend, was auch in ihrer Rolle nicht zu jederzeit angemessen daher kommt. Aus dem Ensemble der jüngeren Sprecherinnen hebt sich lediglich Cathlen Gawlich leicht ab, Luisa Wietzorek und Tanya Kahana wirken vom Höreindruck her zu gleichstimmig. Bei den männlichen Rollen ist es nicht anders, es erfordert eine gewisse Anstrengung Timmo Niesner, Robin Kahnmeyer, Marcel Collé und Co auseinander zu halten, sie alle klingen zu ähnlich. Dieser verwirrende Effekt und die Enttäuschung eine ungruselige und deplatzierte Seifenoper gekauft zu haben, hinterlassen beim Hörer eher den Eindruck ein langatmiges und quälend in die Länge gezogenes Hörspiel zu hören, das in einer anderen Titanie-Reihe mit Sicherheit besser aufgehoben gewesen wäre.Leider voll am Thema vorbei, daher nur ein Stern.