Die Ausgabe vermittelt einen kompakten Eindruck der Philosophie Dantes. Das Vorwort von R. Imbach ist allein schon der Kauf wert. Die Übersetzungen sind sehr gelungen. Manchmal vermisst man hier und da eine Kommentierung, aber dies ist ja keine wissenschaftliche Ausgabe und entlastet manchmal auch den Zugriff auf die Texte. Die Textauswahl ist gut gelungen und wird hoffentlich auch breitere Leserschaften für Dante begeistern.
Dass Dantes Schriften philosophisch interessant sind, dürfte Vielen nicht unbekannt sein. Doch in der Einleitung zu Band 679 der Philosophischen Bibliothek des Meiner Verlags setzt Ruedi Imbach insofern noch einmal einen etwas anderen Schwerpunkt, als dass er in Betracht zieht, „daß möglicherweise Dante selbst der Auffassung war, seine Schriften lieferten einen Beitrag zu dem, was er unter Philosophie verstand“. Auf knapp 32 Seiten beschäftigt sich Imbach mit Dantes Konzeption der Philosophie und seinem Weg zu derselben. Im Hinblick auf die im weiteren Verlauf des Buches abgedruckten Texte Dantes arbeitet er zudem heraus, in welcher Weise sich Dantes Perspektive auf die Philosophie in diesen ausdrückt – und erleichtert so einen Einstieg in sein Werk.Das macht Lust auf die folgenden Texte – die in dieser Ausgabe einsprachig abgedruckt sind, dank der in Klammern vermerkten Paragrapheneinteilung jedoch auch ein wissenschaftliches Interesse nicht unbefriedigt lassen, insofern sie eine Orientierung in originalsprachigen Ausgaben ermöglicht. In der vorliegenden Ausgabe haben dagegen Thomas Rickling, Dominik Perler und Francis Cheneval Das Schreiben an Cangrande della Scala, Abhandlung über das Wasser und die Erde, Über die Beredsamkeit in der Volkssprache und Das Gastmahl sorgfältig aus dem Lateinischen und Italienischen übersetzt. Zusammen mit bibliographierten Versionen der Originaltexte sind die Werke Dantes dabei zwar bereits als Bände 463-466 in der PhB erschienen, die neue Ausgabe des Meiner Verlags stellt jedoch einen deutlich preisgünstigeren Zugang zu den Texten Dantes dar.Dadurch bietet sich die Ausgabe für einen breiteren Kreis von Interessierten an, die sich mit seinem Werk beschäftigen möchten – ein Angebot, das durch die Form, in der die Texte präsentiert werden, noch einmal bekräftigt wird. Gebunden, ansprechend gesetzt und mit einem Portrait Dantes versehen, spricht die Ausgabe unwillkürlich an und lässt – dank der Einleitung Imbachs – auch diejenigen nicht allein, die bisher wenig mit Dante in Berührung gekommen sind.Was für ein schönes Geschenk zu Dantes 750. Geburtstag – zum Geburtstag desjenigen, der mit seiner Hinwendung vom Lateinischen zum Italienischen bereits in der Aufklärung seine philosophischen Reflexionen einem breiteren Publikum zugänglich machte.