War Kant ein Rassist? Ist seine Philosophie selbst von rassistischen Vorannahmen durchzogen?
Diese kontroverse Frage spaltet den philosophischen Diskurs und hat inzwischen auch eine
breitere Öffentlichkeit erreicht. Andree Hahmanns Buch bietet eine differenzierte Analyse der
komplexen Debatte. Es trennt klar zwischen Kants persönlichen Einstellungen und den
systematischen Implikationen seiner Philosophie betrachtet verschiedene Facetten des
Rassismusbegriffs und untersucht die argumentativen und historischen Voraussetzungen der
Kontroverse. Dabei werden wichtige Differenzierungen die in der Kantforschung für das
Verständnis der kantischen Schriften entscheidend sind nicht aus den Augen verloren. Denn für
die Beantwortung dieser Frage ist es nicht unerheblich welche Teile der kantischen Philosophie
genau gemeint sind. Handelt es sich um vorkritische Schriften oder um zentrale Aspekte der
reifen kritischen Philosophie? Sind empirische oder apriorische Elemente betroffen? Welche
systematische Bedeutung haben die umstrittenen Aussagen für Kants Gesamtwerk? Der Autor
versucht diese Fragen in einer Weise zu beantworten die auch Nicht-Kant-Expert:innen einen
guten Überblick über Kants Werk und diese Debatte ermöglicht. Dabei verfolgt er einen
aufklärerischen Ansatz der die historischen Kontexte berücksichtigt und zugleich für
begriffliche Klarheit sorgt. Auf diese Weise plädiert er für einen rationalen Dialog der auf
nachvollziehbaren Argumenten beruht. Das Buch richtet sich damit an alle die diese wichtige
philosophische Debatte in ihrer ganzen Tiefe verstehen wollen.