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AJuM Sachsen-Anhalt
12.06.2024
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"Wälder gibt es überall..." Mit diesen einführenden Worten nehmen uns die Autor*innen auf eine faszinierende Reise durch das Reich der Bäume. Doch was macht Bäume so besonders? Tony Kirkham, ehemaliger Leiter einer der ältesten botanischen Gärten der Welt, bringt es auf den Punkt: Bäume sind die Lungen unserer Erde. Doch trotz ihrer Rolle für unser Ökosystem sind bereits 142 Baumarten ausgestorben – eine alarmierende Zahl, die zum Nachdenken anregt. Übrigens etwa genauso viele Bäume erwarten die Besucher*in des Museums. Dabei ist das nur ein Bruchteil in Anbetracht der Anzahl an Arten, die es weltweit gibt. Anhand einer Weltkarte werden die Verbreitung der Bäume und die verschiedenen Waldarten auf unserem Planeten visualisiert. Die Museumstour durch das Buch führt uns durch verschiedene Säle, die jeweils einem bestimmten Waldtyp gewidmet sind. Von Nadelwäldern über Laubwälder bis hin zu tropischen Fruchtwäldern – jeder Raum offenbart neue Facetten der faszinierenden Welt der Bäume.In dem Museum kann man tief in die Welt der Bäume eintauchen und bekommt dabei sowohl grundlegendes Wissen als auch faszinierende Details vermittelt. Von der Funktion der Wurzeln bis hin zu den verschiedenen Baumformen und ihrer Lebenserwartung, alles wird anschaulich erklärt und mit spannenden Geschichten angereichert. Doch nicht nur die botanischen Aspekte werden beleuchtet. Immer wieder wird auch der Bezug zu Tieren hergestellt und gezeigt, welche wichtigen Bedingungen bestimmte Bäume für ihre tierischen Bewohner schaffen. Ebenfalls erwähnenswert ist der Bezug zu Aktuellem, wie dem Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Wälder. Der Autor verknüpft geschickt historische und geografische Aspekte mit aktuellen Ereignissen und macht deutlich, welchen Einfluss das menschliche Verhalten auf die Zukunft der Wälder hat.Die hochwertige Qualität zeigt sich nicht nur in den präzisen Beschreibungen, sondern auch in den atemberaubenden Illustrationen von Katie Scott. Ihre detailreichen Bilder fangen die Schönheit und Vielfalt der Bäume auf einzigartige Weise ein und lassen die Lesenden tief in die Welt der Natur eintauchen. Bereits aus anderen Werken wie beispielsweise aus dem "Museum der Pflanzen", dem "Museum der Tiere", und dem "Museum der Pilze“ ist die bildliche Gestaltung der Illustratorin bekannt. Auch in diesem Band verleihen die Bilder den Seiten eine besondere Magie. So werden die verschiedenen Baumarten, ihre Merkmale und Lebensräume auf beeindruckende Weise veranschaulicht. Von den majestätischen Mammutbäumen bis hin zu den filigranen Blättern der tropischen Wälder – jede Illustration lädt den Leser dazu ein, sich in die Natur zu verlieren und die Schönheit der Bäume zu entdecken. Eine besondere Tiefe und Lebendigkeit erhalten die Bilder indem aus einer Kombination von Tusche und Aquarellfarben kreiert wurden. Was diese Illustrationen so besonders macht, ist ihre unglaubliche Detailtreue. Jeder Ast, jedes Blatt, jede Rinde – nichts bleibt unberücksichtigt. Selbst winzigste Details werden herausgearbeitet, was den Eindruck erweckt, die Bilder wären Fotografien.Mal werden die Dinge unter einer Glocke dargestellt, mal erstreckt sich das Bild über das obere Drittel der Seite – diese Variation sorgt für eine angenehme Abwechslung und macht das Betrachten zu einem spannenden Erlebnis.Alles in allem bietet Das Museum der Bäume nicht nur eine informative Reise durch die faszinierende Welt der Bäume, sondern regt auch zum Nachdenken über unseren Umgang mit der Natur an und ist bietet zudem ein visuelles Fest für die Sinne. Das Museum der Bäume ist nicht einfach ein beliebiges Buch, sondern ein visuelles Kunstwerk im Großformat. Ein Buch, das sich empfiehlt, für Naturliebhaber, und für jede und jeden, der sich für die Zukunft unseres Planeten interessiert.Weitere Rezenbsionen auf ajum.de
Heute habe ich einen tollen Sachbuchtipp für euch. Meine Kollegin Susann Ruschke hat sich das Buch genauer angesehen und ihre ganze Familie begeistert. Vater, Bruder, Enkelkind - alle wollten sich das Buch gern ausleihen. Warum, das könnt ihr in ihrer Rezension nachlesen:"Ein Augenschmaus aus dem Prestel- Verlag liegt mir heute vor; „Das Museum der Bäume“ - großformatig, wunderbar illustriert und äußerst lehrreich auf 95 Seiten. Es ist strukturiert wie der Gang durch ein Museum.Nach einigen Einführungsseiten mit Informationen über die Bäume im Allgemeinen und deren Verbreitung in der Welt an Hand einer übersichtlichen Karte, ganz bezeichnend als Eingang überschrieben, so wie man in einem echten Museum auch starten würde, öffnen sich nach und nach 6 Säle. Diese sind nach Baumarten oder Verbreitungsräumen unterteilt. Auf jeder Doppelseite ist ein Text in angenehmer Schriftgröße und Länge, eine informative Bildlegende sowie die Illustrationen der beschriebenen Bäume, Blüten, Früchte usw. zu finden. Am Ende des Buches sind alle Begriffe, lateinischen Bezeichnungen und Baumnamen in einer „Bibliothek“ zusammengetragen. Die lateinischen Namen bereichern das Wissen von Spezialisten; Leseanfänger können darüber hinweggehen und bei Interesse gegebenenfalls später nachschlagen.Der Autor, Tony Kirkham, hat sich 40 Jahre lang im Königlichen Botanischen Garten in Kew, Großbritannien, um den Baumbestand gekümmert. Mit großem Sachverstand bringt er die Leser dazu, nicht nur ihren Blick für die Bäume zu schärfen, sondern auch für deren Lebensraum, nämlich die Wälder in der ganzen Welt. Diese nehmen ab 1900 immer mehr Schaden, z.B. durch Umwelteinflüsse, Schädlingsbefall oder Rindenkrebs; vor allem aber durch uns Menschen. Einige Baumarten sind ausgestorben oder stehen kurz davor, wie die Amerikanische Kastanie. Kirkham weckt das Interesse für wiederentdeckte Baumarten, beispielsweise die Wollemie in Australien, die es vermeintlich seit 2 Millionen Jahren nicht mehr gab. Er schreibt über eine 1000 Jahre alte Douglasie, die 2011 beinahe aus Versehen abgeholzt worden wäre oder den Küstenmammutbaum, der so hoch ist, dass schwerkraftbedingt kein Wasser von der Wurzel bis in die Baumspitze gelangen kann. Die Lösung der Natur bitte nachlesen! Spannende Antworten erhalten die Leser auch auf die Frage, warum manche Bäume pfeifen, welcher Baum Früchte entwickelt, die wie Weihnachtsschmuck aussehen oder warum Zapfen knallen. Kurzweilig und verblüffend ist das Buch für Kinder ab 10 Jahren sicher schon geeignet und für alle Interessierten bis ins hohe Alter, welche die Veränderungen unserer Wälder miterlebt haben, zu empfehlen. Der Autor macht an verschiedenen Stellen deutlich, wie wichtig das Wissen um die Bäume und Wälder ist, um deren Überleben auf unserer Erde zu unterstützen.Die Unterteilung im Buch wird durch die Illustrationen von Katie Scott sehr besonders unterstützt. Sie hat sich für traditionelle botanische Zeichnungen entschieden und vor jedem „Saal“ charakteristische Pflanzen und Blüten in weiß auf farbigem Untergrund gemalt. Wunderbar bebildert auch für das Vorschulalter zum Betrachten geeignet.Mit der vorliegenden Papierqualität und hervorragenden Gestaltung ist ein gutes Preisleistungsverhältnis erreicht, zumal dieses Buch sicher mitwächst mit den Leseanfängern. Ein Buch für die ganze Familie. Absolut empfehlenswert!"(S. Ruschke)