★★★★★
k.A.
26.07.2026
ean-shopping.de
Die Auswahl an Jazz Standards ist sehr gelungen und bietet eine schöne Mischung aus Tradition und modernen Interpretationen. Allerdings empfinde ich die Geheftung als etwas etwas steif, was bei manchen Stücken etwas zu beachten ist.
Eine schöne Zusammenfassung an Liedern, die Noten sind toll gesetzt und die dazugehörige CD hilft viel, um den Rhythmus einzuüben! Schüler haben auch viel Spaß daran!
Wie alle Titel von Carsten Gerlitz aus der Schott Piano Lounge Serie beinhaltet das Werk eine schöne Auswahl an leicht- bis mittelschweren Klavierstücken in schönen Arrangements. Für Liebhaber von Barpiano-Musik sicherlich wieder ein empfehlenswerter Titel. Die beigefügte CD mit den vom Autor selbst eingespielten Stücken ist eine hilfreiche Stütze für alle Klavierspieler, die Rhytmus, Intonation und Character eines Musikstückes besser akustisch als vom Blatt aufnehmen.Ein gravierender Schönheitsfehler ist aber, dass Carsten Gerlitz selbst komponierte Stücke munter unter die Jazz-Klassiker mischt und als "Jazz-Standards" verkauft. Soviel Selbstüberschätzung provoziert einen klaren Punktabzug. Wenn der Autor schon nicht darauf vertraut, dass ein separater Notenband mit eigenen Musikstücken genügend Käufer findet, dann sollte er zumindest die selbst komponierten Stücke als Bonusstücke am Ende der Notensammlung deklarieren. Dies wäre ehrlicher.
Die Titelliste des Buches liest sich recht vielversprechend. Tatsächlich sind ein paar wichtige Jazz-Standards enthalten, die auch überwiegend ganz passabel arrangiert wurden. An einigen Stellen wirkt der Klaviersatz etwas seltsam (das ist dann wohl die "andere spezielle Note" nach Eigenaussage des Autors). An manchen Stellen wiederum mag die Zuordnung des Notensatzes zu linker und rechter Hand für den Laien etwas undurchsichtig erscheinen, zumal das gesamte Buch Fingersatzvorschläge des Autors vermissen lässt (didaktische Schwäche des Buches) - da ist dann auch die beigelegte CD für den unbedarften Autodidakten wenig hilfreich.Eine Zumutung ist jedoch das dreiste Unterjubeln von belanglosen Eigenkompositionen des Autors in einem Band, der sich eigentlich "Jazz Standards" nennt - ein Fall von profilneurotischer Selbstüberschätzung. Stücke wie "Maple Leaf Bossa" braucht nun wirklich kein Mensch. Ganz witzig ist dagegen z.B. das "Blue Rondo à la Turk" von Dave Brubeck. Die überwiegende Anzahl der Arrangements klingt ganz nett, haut einen aber nicht vom Hocker. In der Jazz-Literatur gibt es weitaus interessanteres Material, z.B. "All Time Standards" vom gleichen Verlag (clever ausgecheckte, authentisch klingende Arrangements, wirklich zu empfehlen!). Das vorliegende Werk von Carsten Gerlitz wirkt dagegen eher beschaulich und germanisch bieder.