Dieses Training unterscheidet sich von bisherigen wie z.B. dem Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern nach Lauth und Schlottke, da es ein anderes Verständnis einer Aufmerksamkeitsstörung zugrunde legt: Dieses Manual versucht, an der Inhibitionsstörung anzusetzen statt durch kognitives Modellieren und Selbstinstruktionstraining Verhalten zu formen und durch Gedanken zu steuern. Daher ist die Indikation bei ADHS und nicht bei ADS zu sehen. Das Vorgehen umfasst 15 Sitzungen à 60 Minuten für eine Gruppe von 4 Kindern. Das beschriebene Vorgehen ist ein reines Training, das heißt, für die Arbeit mit den Kindern wird keine Psychoedukation beschrieben, kein Beziehungsaufbau, keine Änderungsmotivation etc. Es wirkt daher nicht wie ein umfassendes Psychotherapieprogramm bei stark beeinträchtigten Kindern, sondern eher wie ein Vorschlag, wie man Übungen zur Verhaltenshemmung, also Inhibition durchführen kann. Aktuelle Modelle von ADHS (Russel Barkley) gehen aber davon aus, dass egal welches Training mit den Kindern durchgeführt wird, ob Attentioner oder das Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern, die Kinder konzentriert mitarbeiten wegen der Belohnung dies sie bekommen, also der Verstärkergabe. Eine Generalisierung der Effekte in den Alltag des Kindes ohne Verstärkergabe werde daher nicht funktionieren. Das bedeutet: Ein Fertigkeitentraining ist nicht so wichtig wie die tägliche Verstärkung des Arbeitsverhaltens des Kindes durch die Eltern und Lehrer.