Lernschwierigkeiten treten häufig auf sind stabil und gehen oft mit komorbiden
sozial-emotionalen Verhaltensproblemen einher. Für die betroffenen Schüler*innen besteht ein
erhöhtes Risiko für vorzeitige Schulabbrüche sowie geringere Schulabschlüsse und berufliche
Qualifikationen. Hier bedarf es praxisorientierter und ökonomisch einsetzbarer innovativer
Konzepte zur Förderung der Teilhabe an Bildung und Prävention von Lernschwierigkeiten. Das
Herausgeberwerk fasst praxisorientierte und theoretische Beiträge verschiedener Autor*innen mit
dem Fokus auf Förderdiagnostik und -planung zusammen um Lehrkräften und pädagogischen Teams
praxisnahe Möglichkeiten im Umgang mit Lernschwierigkeiten und Verhaltensproblemen von
Schüler*innen an die Hand zu geben. Das im Buch vorgestellte GRID-Modell ist ein auf
theoretischen Ansätzen zu Bedingungsfaktoren von Lernschwierigkeiten basierendes Konzept zur
individuellen und ressourcenorientierten Förderdiagnostik und -planung mit dessen Hilfe
Lernprobleme präventiv identifiziert und individuelle Fördermaßnahmen abgeleitet sowie
hinsichtlich ihrer Wirkung überprüft werden können. Lehrkräfte werden mit Hilfe des
GRID-Modells darin unterstützt die für den schulischen Erfolg relevanten Lernkomponenten
mittels eines validierten und bereits in der Schulpraxis erfolgreich eingesetzten
GRID-Screenings (Beurteilungsverfahren) einzuschätzen. Anschließend werden die Angaben in einem
grafischen Gittersystem (GRID) zusammengeführt. Basierend auf den Befunden des Screenings bzw.
Kompetenzprofils des Kindes erfolgt vorzugsweise im multiprofessionellen Team eine an den
individuellen Bedarfen des Kindes orientierte Ableitung von Fördermaßnahmen. Zudem kann der
Fragebogen zur Überprüfung der Zielerreichung verwendet werden. Neben der Diagnostik
(GRID-Screening) und den damit in Verbindung stehenden theoretischen Grundlagen enthält das
Herausgeberwerk weitere Beiträge zu relevanten diagnostischen Verfahren im Kontext von
Lernschwierigkeiten (Struktur-Lege-Verfahren SLV Lernverlaufsdiagnostik LEVUMI). Einen
weiteren Schwerpunkt bilden praxisnahe Beiträge zu exemplarischen Fördermethoden und -konzepten
die auf der Basis des GRID-Modells an verschiedenen Ursachen von Lernschwierigkeiten und
Verhaltensproblemen ansetzen und somit beispielhaft aufzeigen wie eine Förderung konkret
umgesetzt werden kann. Im dritten Teil zur Implementation des GRID-Modells werden anhand von
zwei Beiträgen konkrete Möglichkeiten zur schulkonzeptionellen Verankerung des GRID-Modells am
Beispiel einer Grundschule sowie einer weiterführenden Schule aufgezeigt. Der Anhang enthält
das GRID-Screening (Fragebogen) sowie eine Auswertungshilfe.