★★★★★
k.A.
23.05.2026
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Gut!
★★★★★
Giselas Lesehimmel
08.04.2024
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Meine Meinung:Beim Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989, lernt Anne ihren Peter kennen, der gerade die ehemalige DDR verlässt. Die Stimmung ist bombastisch. Wessis und Ossis fallen sich um den Hals. Anne teilt sich mit Peter eine Flasche Sekt. Der Beginn einer großen Liebe.Dieser Roman lebt von einer Reise, die FÜR Westdeutsche sehr interessant sein dürfte. Als Annes geliebter Peter verstorben ist, findet sie ein paar vergilbte Fotos und Dokumente. Wird sich so richtig bewusst, wie wenig sie aus der Vergangenheit ihres Mannes wusste. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie Peter nicht mehr und öfter danach gefragt hatte. Um ihre große Trauer zu bewältigen, tritt sie in ihrem alten Wohnmobil eine Reise auf die Insel Rügen an. Ihre Tochter Alina findet die Idee gut, macht sich aber große Sorgen um ihre Mutter. Ist sie doch stets mit ihrem Vater im Wohnmobil unterwegs gewesen.Anne fühlt sich auf der Insel Rügen so richtig wohl. Möchte wissen, warum ihr Peter sagte: *Nie wieder Insel Rügen!* Das wollte ich selbst auch wissen, da Binz mein bevorzugter Urlaubsort ist. Ich hatte sämtliche Orte vor Augen. Anne hat das einzig Richtige gemacht. Sie hat sich ihrer Trauer gestellt. Mit ihrem Wohnmobil ist sie ihrem Peter mit jedem Kilometer ein Stückchen näher gekommen. Wunderbare Begegnungen haben ihren Weg gepflastert. Nicht alle waren auf Anhieb sympathisch. Doch gerade die harten Nüsse haben sich als besonders wertvoll erwiesen. Ich weiß. Die Personen sind fiktiver Natur. Ansonsten würde ich es mir nicht nehmen lassen, bei meinem nächsten Besuch auf Rügen sämtliche Campingplätze zu besuchen.Dieses Buch ist ein Stück Geschichte, deren Beginn ich selbst über das Fernsehen mit verfolgt habe. Ich spüre heute noch die Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie die Menschen sich in die Arme gefallen sind. Wäre wirklich sehr gerne dabei gewesen. Christiane Wünsche hat sehr gut recherchiert. So habe ich zum ersten mal von den Bausoldaten in Prora gelesen. Anne hat eine Antwort auf *Nie wieder Rügen* bekommen. Anhand ihrer alten Fotos sehr viel über Peters traurige Vergangenheit erfahren. War im Nachhinein verzweifelt ob der Verschwiegenheit ihres Mannes. Ich habe mich wirklich auch selbst gefragt, warum Peter so verschwiegen war. Konnte aber am Ende sein Schweigen sehr gut nachvollziehen. Fand es jedoch sehr schade. Anne hätte es eventuell geschafft, diesem Drama einen besseren Verlauf zu verpassen. Aber wie heißt es immer:„Gehe hundert Schritte in den Schuhen eines anderen,wenn du ihn verstehen willst.“ (Indianische Weisheit)Anne ist viele Kilometer gefahren, um ihren Peter zu verstehen.Fazit:Was hat dieses Buch mit mir gemacht? Mir vor Augen geführt, wie gering mein Interesse für die Menschen der ehemaligen DDR war. Viel zu wenig habe ich hinterfragt. Ich weiß, dieser Peter ist fiktiver Natur. Es gibt jedoch bestimmt viele Menschen, die so ein Schicksal zu verkraften haben. Denen man allein mit Empathie ein Stück ihres Leides nehmen könnte. Anne hat großen Mut bewiesen und sich ihrer Trauer gestellt. Gestärkt und mit viel mehr Selbstbewusstsein hat sie die Heimreise angetreten. Der Schreibstil ist angenehm flüssig. Aus der Sicht von sämtlichen Personen. Abwechselnd aus der Gegenwart und Vergangenheit. So konnte ich zumindest versuchen, auch die etwas übleren Charaktere zu verstehen. Mir vor Augen halten, dass deren Verhalten dem System der ehemaligen DDR geschuldet war.Ich möchte meine Besprechung mit einem berühmten Zitat beenden:Ich weiß, dass ich nichts weiß.Liebe Christiane Wünsche, nun weiß ich wieder etwas mehr. Danke für diese tolle Geschichte. Ich werde meinen nächsten Besuch auf der Insel Rügen mit anderen Augen sehen.Da ich mir selbst das e-Book gekauft habe, geht das Überraschungsbuch vom Fischer-Verlag an die Meggi aus Berlin.Übergabe findet auf der Insel Rügen statt. Ein herzliches Dankeschön an den Fischer-Verlag.
Der Roman konnte mich ab der ersten Seite an fesseln und berühren. Die Protagonisten mochte ich sehr und litt mit ihr mit. Eine tolle Geschichte, die mir gut in Erinnerung bleiben wird. Daher eine absolute Leseempfehlung von mir und wohlverdiente und wohlverdiente 5 Sterne von mir
Nach dem überraschenden Tod ihres Ehemannes begibt sich Anne Wagner allein mit ihrem Wohnmobil auf die Reise nach Skandinavien, die sie für mehrere Monate eigentlich mit Peter hatte unternehmen wollen. An Bord hat sie alte Fotos von Peter, die aus der Zeit stammen, als sie sich noch nicht kannten. Sie hatten sich nach dem Mauerfall in Berlin kennengelernt und sind zusammengeblieben. Peter hat damit seine Vergangenheit in der DDR abgeschlossen und das Gesprächsthema stets vermieden.Als Anne bei ihrer ersten Station der Urlaubsreise auf Rügen angekommen ist, wo Peter nicht einmal eine Nacht hatte bleiben wollen, beschließt sie den Aufenthalt zu verlängern, um herauszufinden, was Peter dort erlebt haben mag. Zusammen mit den Fotos und auskunftsfreudigen Menschen in den neuen Bundesländern taucht Anne ab in die Vergangenheit und erfährt mehr über die unbekannte Seite ihres Mannes und deckt dabei ein lang gehütetes Geheimnis auf.Währenddessen wartet ihre Tochter Alina zu Hause, wo sie um ihren Vater trauert und nach gleich zwei lebensverändernden Nachrichten ihre Mutter an ihrer Seite bräuchte.Der Roman ist aus der Perspektive von drei Personen geschrieben, wobei zumindest nicht von vornherein klar ist, bei wem es sich um Ronny handelt, der in Hamburg mit Panikattacken zu kämpfen hat. Je tiefer man über die Sichtweisen von Anne und Alina jedoch in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird, wie Ronny mit ihnen verbunden ist.Anne ist eine trauernde Witwe, die das ungewohnt leere Haus nicht erträgt und sich deshalb auf die Reise macht. Zudem möchte sie ihrem geliebten Peter durch den Roadtrip in ihrem Wohnmobil nahe sein, denn so haben sie seit 30 Jahren alle Urlaube zu zweit oder mit Tochter Alina verbracht.Anne erinnert sich an ihr Kennenlernen zum Zeitpunkt des Mauerfalls im November 1989 und reflektiert, dass sie nichts aus Peters Leben in der DDR weiß. Seine alten Fotos werden dabei zu einem Wegweiser auf ihrer Reise, die ab Rügen eine ganz andere Route nimmt, als geplant, und sie über Mecklenburg-Vorpommern in die Uckermark und bis nach Thüringen führt, wo sie auf den Spuren Peters wandelt. Anne erscheint zumal blauäugig, wenn sie vorbestrafte Anhalter mitnimmt oder bei einem völlig fremden Mann übernachtet und auch dass sie so wenig über die deutsche Vergangenheit und die von Peter weiß sowie seine Familie ignoriert hat, ist ein wenig befremdlich. Dass sie dann so leicht nur anhand der Fotos und durch Begegnungen mit Menschen aus der ehemaligen DDR Details aus Peters Leben herausfindet, ist sehr glücklich geschildert.Die verschiedenen Stationen und bildhaft beschriebenen Orte sowie die Wechsel der Perspektiven zwischen den Personen sorgen für Abwechslung und machen die Geschichte lebendig. Die Figuren haben Ecken und Kanten, was sie authentisch macht. Alle sind von ihrer Trauer und Enttäuschungen geprägt und auf der Suche nach Erklärungen."Wir sehen uns zu Hause" ist eine interessante Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit und eine dramatische Familiengeschichte, die sich zwar nicht sonderlich wendungsreich oder überraschend entwickelt, aber dennoch neugierig macht, alles Verdrängte und ungeahnte Geheimnisse aufzudecken und zu erfahren, warum der so korrekte Peter, liebende Ehemann und Vater nach seinem Tod so kaltherzig und egoistisch erscheint.Dabei fließen historische Details wie "Abkindern" oder "Spatsoldaten" in die fiktive Geschichte ein, die erhellend sind, aber oberflächlich bleiben und gerne noch etwas ausführlicher hätten beschrieben werden können.