★★★★★
k.A.
08.08.2026
ean-shopping.de
Das Buch bietet eine sehr gute Einführung in die Hermeneutik, Phänomenologie und Dialektik und erklärt die zentralen Konzepte sehr anschaulich. Allerdings sind einige tiefere theoretische Einblicke für fortgeschrittene Studierende noch ausgeblieben.
Dieses Buch hat alles, was ich mir von einer Einführung verspreche.Hermeneutik, Phänomenologie und Dialektik werden in ihren Grundzügen dargestellt, in Hinblick auf ihren Einsatz als pädagogische Methoden betrachtet und einer kurzen Kritik in Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit unterzogen.Danner schreibt elegant und anschaulich - Beispiele, Abbildungen und ein üppiges Literaturverzeichnis runden das Ganze ab.Kaufempfehlung für alle Pädagogikstudenten und interessierte Fachfremde!
Der Sinn von Danners Methodenbuch ist mir nicht recht klar. Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand, der es liest, dadurch ein besserer Lehrer wird. Er hat lediglich zusätzliche Gegenstände der Wissenschaft kennengelernt, nicht Hilfsmittel zum besseren Verständnis seines Fachs. Denn wer die Hermeneutik-Literatur kennt, lernt dadurch noch lange nicht besser verstehen. Wer die Literatur über Phänomenologie kennt, kann deshalb ein konkretes Erlebnis nicht wirklichkeitsgetreuer darstellen. Und wer sich mit Dialektik befaßt hat, kann deshalb noch lange nicht eine komplexe Situation, wie sie im Pädagogikalltag ständig auftritt, verdeutlichen.Es ist, als ob man jemand einen Vortrag über das Bergsteigen hielte – er nützt nichts im Hinblick auf eine tatsächliche Bergbesteigung. Nur das wiederholte Tun selbst ermöglicht sie. Übertragen auf die Pädagogik: Nur, wer möglichst viele Texte eines Autors liest, lernt ihn allmählich verstehen, indem er entdeckt, wie er die Wörter verwendet. Nur wer sich ständig in der Beschreibung tatsächlicher Ereignisse übt (etwa Tagebuchschreiben) und sich (durch Vorlesen) Feedback von anderen Beteiligten holt, lernt, einen Sachverhalt so wiederzugeben, wie er erscheint. Und nur, wer seinen Horizont ständig erweitert, lernt es, eine Situation von verschiedenen Seiten zu beleuchten und unterschiedliche Gesichtspunkte zu integrieren.Wer sich für Hermeneutik interessiert, lese statt Danners sekundärer Darstellung besser Schleiermacher im Original, wer sich für Phänomenologie interessiert lese Husserl, wer sich für Dialektik interessiert, lese Marx und Hegel. Das ist zwar sehr viel aufwendiger, doch man bekommt sozusagen statt der Knochen das Fleisch.Als Ertrag von Danners Buch bleiben so gesehen lediglich die Hinweise auf die zu studierende Primärliteratur übrig.