Für mich war Alice Zeniter bislang eine unbekannte Autorin. Mit "Machtspiele" hat sie nun einenRoman vorgelegt, den man beinah auch als Reportage bezeichnen könnte.Im wesentlichen braucht sie zwei Protagonisten eine erfreulich frische Schreibe und schon versinke ichmithilfe dieser Story in der französischen Gesellschaft. Die Einblicke die ich bekomme, sind aktuell, dieAutorin beschreibt die Gegenwart Frankreichs - Probleme gibts genug, aber wie kann man sie lösen ?Als deutscher Leser kommt mir einiges bekannt vor, aber so eindeutig kann man es dann doch nichtmiteinander vergleichen. Alice Zeniter ist bei all ihren Szenen und Beschreibungen immer auch derFrage auf der Spur: Wie engagiere ich mich für meine Gesellschaft ???Die Handlung ist nicht preisverdächtig, auch die beiden wichtigsten Protagonisten hatten nie eineChance mir so richtig ans Herz zu wachsen, aber wie Alice Zeniter es versteht mir die Bewegungenund Konflikte in der französischen Gesellschaft zu schildern und mit welchem Tempo sie dies tut,dies allerdings ist preisverdächtig.Wege und Möglichkeiten sich heute politisch zu engagieren gibt es auf jeden Fall. Alice Zeniter hatdie Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, aber mit ihrer Art zu schreiben kann sie Menschen aufTrab bringen und dies ist bitter nötig, in Frankreich und Deutschland zugleich !!!
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, denn von der Thematik her, sprach es mich sehr an. Politik in Frankreich und Europa der letzten ca. 10 Jahren und die Welt des Internets. Spannender Kombination. Antoine, ein in seinem Geburtsort und Schule, als begabt, geltende Junge, muss im späteren Verlauf seines Lebens und Werdegangs feststellen, dass er gegen eigenen Mittelmäßigkeit anzukämpfen muss, um nicht unbedeutend zu werden und um nicht unterzugehen. L eine junge Frau, die für sich die Vorzüge des Internets, des Verborgenes entdeckt, und nach und nach in die Hackerszene und das Darknet hereinrutscht, das "Drinnen", wie sie das nennt. Als ihr Freund verhaftet wird, bekommt die junge Frau psychische Probleme und braucht Hilfe.Der Roman wird aus der Sicht dieser zwei Personen erzählt. Die Sprache wirkte auf mich zu umständlich und zu holprig, wobei ich nicht sagen kann, ob es nicht vielleicht an der Übersetzung aus dem Französischen lag. Das Lesen des Romans hat sich für mich als unflüssig herausgestellt, und leider keine Freude bereitet. Was mir gut gefiel, war der mitunter süffisante oder spöttische Ton der Autorin.Dabei sind die Themen, die behandelt werden, wirklich gut gewählt: Cyberkriminalität und gesellschaftlich-politische Spannungen. Doch auch die Charaktere sind meiner Meinung nach nicht geglückt, denn weder Antoine noch L hatten eine Chance mir ans Herz zu wachsen und interessierten mich bedauerlicherweise eher wenig. Ich würde das Buch an die Leser empfehlen, die an der Arbeit Alice Zeniter interessiert sind.