„Meine Wirklichkeit ist das, was ich für wahr halte. Wirklichkeit ist für mich die Summe all dessen, was existiert – von vermeintlich unbedeutenden Ereignissen über das Weltgeschehen bis hin zum Wesen der Sterne. Die physikalische Wirklichkeit der Sterne wird sicherlich noch viel schöner sein als alle Theorien, die über Jahrhunderte entwickelt worden sind, um sie zu erklären…Die Sehnsucht der Menschen nach der Nachvollziehbarkeit des Menschlichen wird nicht vergehen. Denn so etwas wird die künstliche Intelligenz niemals liefern können…“Kit Armstrong kommt am 5. März 1992 in Los Angeles zur Welt. Seine alleinerziehende Mutter Jou Meei-Sook wuchs in Taiwan auf. Die Mathematik war ihre Leidenschaft und trug sie an der Wall Street in New York hinauf in die Büroetagen von Goldman Sachs, wo sie über viele Jahre Modelle für die Geldanlage entwickelt hat. Sie wollte Karriere machen – an eine Familiengründung dachte sie nicht. Im Alter von 35 Jahren zieht sie nach Kalifornien, um ihr Hochschulstudium fortzusetzen. Die Geburt ihres einzigen Kindes verändert ihr Leben. Von dem biologischen Vater wird nicht gesprochen.Kit war keine zwei Jahre alt, da beherrschte er die vier Grundrechnungs-arten. Mit drei Jahren konnte er lesen, mit fünf hatte er bereits den gesamten Mathematik-Stoff der High School gelernt. Mit acht Jahren besuchte er die Orange County School of the Arts, bekam zusätzlich Privatstunden in Klavier, Ballett oder Malerei. Mit neun Jahren hatte er den Highschool-Stoff in den naturwissenschaftlichen Fächern durchgearbeitet und ging nicht mehr hin.In jeder freien Minute spielte er Klavier, mit sieben Jahren komponierte er seine erste Symphonie.Im Jahr 2003 zog May Armstrong mit ihrem Sohn nach Philadelphia, wo er am Curtis Institute of Music von der legendären Pädagogin Eleanor Sokoloff unterrichtet wurde, die am 12. Juli 2020 im Alter von 106 Jahren gestorben war. Sie hatte 80 Jahre lang hochbegabte Schüler ausgebildet. Kit war das Ausnahmetalent.Er studierte gleichzeitig an der University of Pennsylvania Chemie und Mathematik.2005 Umzug von Mutter und Sohn nach London. Klavier- und Kompositionsstudium am Royal College of Music, zusätzlich Mathematik-Studium am Imperial College und ein Master-Studium im Fach Policy Analysis am King’s College.2008 Umzug nach Paris, Masterdiplom in Mathematik an der Sorbonne.Letztlich entscheidet sich Kit Armstrong für den Beruf als Konzertpianist.Sein Mentor wird der in London lebende, heute 93-jährige Alfred Brendel, der über seinen Schüler sagt:„Die größte musikalische Begabung, der ich in meinem Leben begegnet bin.“Inzwischen hat Kit Armstrong eine einzigartige Weltkarriere gemacht.Er arbeitet mit vielen der renommiertesten Dirigenten zusammen, darunter unter anderem Christian Thielemann, Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, Kent Nagano, Manfred Honeck, Esa-Pekka Salonen. Er ist mit einigen der weltbesten Orchester aufgetreten, darunter die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, das NHK Symphony Orchestra und die Academy of St Martin in the Fields. Er war Artist-in-Residence bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern 2018. Solo-Recitals führten ihn in jüngster Zeit ins Théâtre des Champs-Elysées, ins Münchner Prinzregententheater, zum Klavierfestival Ruhr, in die Philharmonie de Luxembourg und in die Kölner Philharmonie.Als leidenschaftlicher Kammermusiker hat Kit Armstrong enge künstle-rische Partnerschaften mit anderen führenden Instrumental- und Vokal-solisten entwickelt. Zusammen mit Renaud Capuçon spielte er alle Mozart-Violinsonaten bei der Mozartwoche Salzburg und im Berliner Boulez-Saal. Mit Christiane Karg, Julian Prégardien und Benjamin Appl hat er wichtiges Liedrepertoire aufgeführt. Armstrong trat auch mit Orgel-konzerten in der Berliner Philharmonie, der Kölner Philharmonie und im Konzerthaus Wien auf.Die Edition Peters verlegt seine Kompositionen. Zu Auftraggebern seiner Werke gehören das Gewandhaus Leipzig und das Musikkollegium Winterthur.Als Kit Armstrong im Jahr 2012 eine Kirche im nordfranzösischen Städtchen Hirson nahe der belgischen Grenze erwarb, begann eine einzige Erfolgsgeschichte, die seither ein großes Echo in den Medien findet. Mit der Kirche St. Thérèse ist es ihm gelungen, ein sozio-kulturelles Zentrum zu schaffen, das regelmäßig Konzerte und interdisziplinäre Projekte für ein regionales und überregionales Publikum veranstaltet.Im Februar und März 2024 ist er auf einer großen Tournee in Taiwan und Süd-Korea. Am 24. Februar hatte er in der National Concert Hall in Taipeh u.a. die extrem schwere Hammerklaviersonate von Ludwig van Beethoven gespielt.Die Metamorphosen eines Wunderkinds.Ein faszinierendes Buch.Roland R. RopersKultur- und Sprachphilosoph