★★★★★
k.A.
26.07.2026
ean-shopping.de
Super!
Als Protokollchef des Bundestages weiß Enrico Brissa, von was er redet. Mit einer exzellenten Sprachgewandtheit nimmt er den Leser mit in zwei Jahrhunderte Schwarz-Rot-Gold. Diese drei farben finden sich in unserer Flagge wieder und werden durch Elemente wie Adler und Hymne ergänzt. Alsx besonderen Genuss empfand ich die Kapitel über Adler und Hymne. Enrico Brissa scheut aber auch nicht vor Selbsttests mit dem deutschen "Dreifarb" zurück. Auch davon berichtet er im Buch.
★★★★★
Salka-Valka Schallenberg/www.kulturmd.de
25.06.2023
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An öffentlichen Gebäuden der Landesregierung und Bundesregierung weht sie neben der Europafahne – unsere Bundesflagge. Das Staatssymbol: Allgegenwärtig und dennoch kaum beachtet. Zurückhaltung, ein gespaltenes Verhältnis zu dem, was zu unserem Land gehört. Was es ausmacht. Der Autor Enrico Brissa wagt sich daran, dem nachzugehen. Mit seinem Buch „Flagge zeigen! Warum wir gerade jetzt Schwarz-Rot-Gold brauchen“, Anfang 2021 im Siedler Verlag erschienen, schlägt es ein wichtiges Kapitel unserer Geschichte auf. Der langjährige Protokollchef zweier Bundespräsidenten und des Deutschen Bundestags sieht in den Farben Schwarz-Rot-Gold das Fundament unserer offenen Gesellschaft. Der Autor fragt sich: Wie kann es dann sein, dass dieses Symbol zunehmend von der extremen Rechten gekapert und umgedeutet wird? Warum nehmen viele Bürgerinnen und Bürger das einfach hin, warum ist ihnen die freiheitliche Bedeutung unserer Staatssymbole so wenig bewusst? Das Buch ist nicht nur ein Plädoyer. Der Autor liefert eine tiefgreifende Analyse basierend auf geschichtlichen Fakten. Wer weiß schon, dass 1949 beide deutsche Staaten mit den Farben Schwarz-Rot-Gold gestartet sind? Die Bundesflagge, verankert 1949 im Grundgesetz, und in der DDR gab es auch den klassischen „deutschen Dreifarb“. Aber schon 1950 folgte dort ein kleines Emblem ein ährenumkranzter Hammer – nicht offiziell. 1953 kam der Zirkel dazu.Seit 1832 war Schwarz-Rot-Gold das Symbol der deutschen Freiheitskämpfer – viele kämpften dafür, ließen sogar ihr Leben. Ab 1919 mit der Weimarer Verfassung wurde der deutsche Dreifarb offizielle Staatsflagge. Ein Symbol der Demokratie. Er stand für Einigkeit-Recht und Freiheit – bis 1933 als die Nazis die Macht übernahmen.Eine Reise durch fast 200 Jahre deutsche Geschichte, geprägt von der Suche nach einer Identität, Symbolen für den Staat. Und immer der Wunsch nach Demokratie. Enrico Brissa wird mit seiner Denkschrift wohl eine Debatte anstoßen. Aber das ist auch gut so. Jeder sollte sich selbst eine Meinung bilden, nachdem er das Buch gelesen hat.
Schwarz-Rot-Goldene Farbtupfer auf dem Buchcover - Titel: Flagge zeigen!Verheißt das etwas Gutes, etwas Demokratisches? Oder hat der Autor mitsamt dem herausgebenden Siedler-Verlag sich da vielleicht etwas weit an den Rand gewagt? Freude (und nationalistische Gefühle) auf der einen, Unbehagen ob der Symbolik auf der anderen Seite. Was will der Autor uns mitteilen?Das Buch beginnt Enrico Brissa mit einer Schilderung. Einem eigenen Erlebnis in Form des Besuchs einer Demo FÜR Freiheit und Demokratie. Sein "Fehler": er nimmt eine Deutschland-Flagge mit. Ein beachtliches Maß an Unverständnis ob dieser Symbolik und (im günstigen Falle) Kopfschütteln begleiten ihn und seine Familie. Wie kann man nur mit einer Schwarz-Rot-Goldene Flagge auf eine Demo pro Demokratie und Freiheit auftauchen?Die Hintergründe seines Handelns, sein Unverständnis über fehlendes oder politisch falsches, besser einseitiges, Einordnen bundesstaatlicher Symbole haben den langjährigen Protokollchef zweier Bundespräsidenten und des Bundestages bewogen, sich nicht nur selbst auf die Suche nach einer Antwort zu begeben, sondern den Leser mitzunehmen.Er beschreibt in sechs Kapiteln die Historie und die Bedeutung staatlicher Symbole wie Bundesflagge, Bundesadler und Hymne. Ein langer und nicht immer einfacher Weg für die junge Bundesrepublik nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Zugegeben ein Thema, dass nicht im Zentrum politischer Betrachtungen steht. Um so mehr überraschen die Ausführungen des Autoren zu diesem Thema. Und er legt den Finger in eine Wunde, die durch den Krieg entstanden, heute nach wie vor spürbar sind: das gespaltene Verhältnis der Bürger zu den Symbolen ihres Landes. Brissa schafft es, das Thema aus emotionsgeladenen Diskussionen auf den Boden der Tatsachen zu rücken: Schwarz-Rot-Gold steht FÜR die freiheitliche Verfassung!Den Autor treibt die Sorge um, dass staatliche Symbolik in die falschen Hände gerät (so bereits geschehen). Extremisten drohen die Symbole für sich zu reklamieren. Die breite, demokratisch gesinnte Mehrheit der Bevölkerung ist geneigt, das kopfschüttelnd zur Kenntnis zu nehmen. Eben ohne darüber nachzudenken, was Schwarz-Rot-Gold wirklich verkörpern: seit dem 19. Jahrhundert ist es Wahrzeichen des Liberalismus und des Verfassungspatriotismus. Genau deshalb trugen die Flaggen des Deutschen Reiches in seinen imperialistischen und nationalistischen Epochen andere Farben; seine Herrscher lehnten Schwarz-Rot-Gold prinzipiell ab.Es ist in Vergessenheit geraten, was unsere Nationalfarben wirklich repräsentieren. Gefährlicher noch: extreme Strömungen be-nutzen unsere Symbole für ihre Zwecke. Ein Negativtrend, der dem entgegenläuft was diese -unsere- Farben von Beginn an verkörpern!Wenn auch in Zeiten der Pandemie eher ein Randthema, allerdings eines, das es lohnt, sich damit zu beschäftigen und sachlich-nüchtern darüber nachzudenken. Die Erkenntnisse des Buches bieten dafür eine solide Grundlage!