Müller gibt einen sehr guten Überblick über die Klimapolitik der letzten dreissig Jahre, die mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht zu dem führt(e), was im Kyoto-Protokoll vereinbart wurde. Den Autor kümmert weniger die Frage "wer ist schuld?", sondern er fokussiert auf den Aspekt "wie konnte es dazu kommen?" und gibt am Ende des Buches noch einen Ausblick darauf, wie man das Problem besser angehen könnte.Alarmismus schreckt zwar auf, aber er führt zu nichts, vor allem zu keinen sinnvollen, global wirksamen Maßnahmen. Als Umweltökonom interessiert er sich für Regeln, welche die Emissionen weltweit eingrenzen können, ohne dass einzelne Staaten oder künftige Generatioinen dadurch einen Nachteil erleiden.Er führt auch die Kosten des aus. Klimaschutz gibt es nicht umsonst. Kein Klimaschutz verursacht allerdings Kosten, die um das Zehnfache höher, wenn auch in der Zukunft, als Bürde kommender Gernationen liegen.Für nicht sonderlich sinnvoll hält er es, dass man den Umweltschutzorganisationen das Heft in die Hand gibt, da diese sich primär mit der Suche nach Schuldigen beschäftigen, als nach wirksamen Lösungen zu suchen. Selbstkasteiung ist keine Lösung.Auf weniger als hundert Seiten schenkt uns Friedemann Müller einen ausgezichnete Zusammenfassung über die (Fehl-)Entwicklungen der letzten dreissige Jahre, regt zum Nach- und Mitdenken an. Besonders wertvoll ist, dass er selbst die Klima-Konferenzen all die Jahre begleiten konnte, als Teilnehmer vorbereitend oder kommentierend.Ein gut geschriebenes, flüssig zu lesendes Buch, das man an einem Nachmittag mit viel Gewinn durchlesen kann.