★★★★★
k.A.
24.05.2026
ean-shopping.de
Beate Maly hat mit diesem historischen Krimi eine großartige Geschichte geschaffen, die mich sofort in die Welt von Aurelia von Kolowitz entführt. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen!
Dieser Auftakt zu einer neuen Krimi - Reihe aus dem historischen Wien gefällt mir ganz ausgezeichnet und daher werde ich auch mit großer Freude den zweiten Band verschlingen.Das Buch punktet nicht nur mit sympathischen und sehr gut charakterisierten Protagonisten - bis zu den Nebenfiguren, sondern auch mit perfekter zeitgeschichtlicher Beschreibung von Wien, etwas zu kurz kommen meiner persönlichen Meinung nach die Bezeichnungen der militärischen Ränge. (Allerdings verstehe ich auch nicht wirklich etwas davon.)Diesen Roman möchte ich allen Lesern/Leserinnen, die an historischen Romanen bzw. Wien interessiert sind, gerne empfehlen.
Wien 1871: Die junge Grafentocher und heimliche Karikaturistin Aurelia von Kolowitz findet in einem Fiaker einen ermordeten kaiserlichen Offizier. Anscheinend hatte der Gast ein Stelldichein mit einer Prostituierten - doch die Dame ist verschwunden. Aurelia beginnt zu ermitteln und auch Janek Pokorny, ein ziviler Polizeiagent, will den Fall schnell lösen. Noch ahnen beide nicht, dass die Spuren von der Wiener Unterwelt bis in ranghohe Militärkreise führen…"Aurelia und die letzte Fahrt" stammt aus der Feder von Beate Maly und ist der gelungene Auftakt ihrer Aurelia- Reihe. Die Autorin hat mich bereits mit ihren historischen Krimis um Ernestine Kirsch und Anton Böck begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.Beate Maly entführt uns hier ins historische Wien um 1871 und punktet dabei mit viel Zeit- und Lokalkolorit und Liebe zum Detail. Ob feine Villen und zwielichtige Viertel, Fahrten mit der Pferdetramway oder rauschende Ballnächte mit Johann Strauss - alles wird sehr authentisch, lebendig und atmosphärisch geschildert und ich fühlte mich direkt an die Wiener Schauplätze versetzt. Eine wunderbare Kulisse, in der es allerdings auch sehr düster zugeht. Denn nicht nur der Fiakermord sondern auch ein Kunstdiebstahl geben der Wiener Polizei einige Rätsel auf. Und die Spuren führen in dunkle menschliche Abgründe. Doch Janek und Aurelia kommen der Lösung bald immer näher…Das Ganze wird abwechselnd aus den beiden Perspektiven von Aurelia und Janek erzählt. Zwei sehr interessante, vielschichtige Charaktere, die ich ausgesprochen gern bei ihren Ermittlungen begleitet habe. Beide ergeben ein ungewöhnliches Gespann: Aurelia, die sich als Grafentochter nach mehr Freiheit sehnt und heimlich Karikaturen zeichnet, sowie Janek, Sohn armer Ziegelarbeiter und kaiserlicher Polizeiagent, der um seine Anerkennung kämpft. Auch die Nebenfiguren wie Advokat Nepomuk oder Aurelias Diener Sebastian sind gut gezeichnet und verbergen so manche Geheimnisse. Ich fühlte mich durchweg perfekt unterhalten und konnte das Buch bis zum Ende kaum aus der Hand legen. Nett fand ich auch den Querverweis zur oben erwähnten Reihe, denn die Apotheke Böck spielt hier eine kleine Rolle. Im Nachwort erfährt man dann, dass sich die Krimihandlung sogar an einem wahren Verbrechen orientiert.Insgesamt kann ich daher "Aurelia und die letzte Fahrt" uneingeschränkt empfehlen. Ein gelungener Auftakt und historischer Wien-Krimi, der mir einige unterhaltsame und spannende Lesestunden bescherte. Ich freue mich schon auf Band zwei und vergebe begeisterte 5 Sterne.