★★★★★
k.A.
01.08.2026
ean-shopping.de
Die Kollegiale Beratung bietet eine sehr hilfreiche Struktur für den Austausch unter Kollegen, allerdings empfinde ich die Anwendung in manchen Bereichen als etwas zu formell.
★★★★★
k.A.
01.08.2026
ean-shopping.de
Perfekt!
★★★★★
Gabriele Gesche-Franzen
28.06.2023
amazon.de
Marion Roddewig hat ein sehr detailliertes Anleitungsprogramm für die Einführung und Umsetzung Kollegialer Beratung in Gesundheitsberufen geschrieben.Sie gibt zunächst einen Überblick über Sinn und Ziel der Kollegialen Beratung und weist auf ihre Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen hin. Gerade in den Gesundheitsberufen, die tagtäglich für die dort Beschäftigten immer wieder psychische Belastungssituation bereithalten, ist die Kollegiale Beratung eine gute Alternative zur häufig genutzten Supervision mit externer Begleitung.Im zweiten Teil des Buches werden sehr ausführlich die Konzeption und der Ablauf der Kollegialen Beratung beschrieben. Roddewig hat ein in der Praxis erprobtes Anleitungsprogramm insbesondere für den schulischen Einsatz verfasst. Die Einführung wird in 11 Sitzungen im Detail mit einem zeitlichen Ablaufplan erläutert. Die einzelnen Schritte in den Sitzungen sowie die in der Kollegialen Beratung zum Einsatz kommenden Methoden werden ausführlich beschrieben. Alle notwendigen Arbeitspapiere zu Übungen werden zur Verfügung gestellt und stehen auch als Download zur Verfügung.Zum Abschluss gibt es noch Erfahrungsberichte zum Anleitungsprogramm sowie umfangreiche Literaturhinweise.Wer sich intensiv mit diesem Buch beschäftigt und Erfahrung als Lehrer oder Trainer hat, kann nicht nur im Gesundheitswesen Kollegiale Beratung einführen. Das Anleitungsprogramm kann mit leichten Überarbeitungen bei den Beispielen und unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontextes auch gut in anderen Arbeitsbereichen eingesetzt werden. Durch seine Detailtiefe kann man Inhalt, Anzahl und Ablauf der Sitzungen dem Wissensstand der Teilnehmer und den Rahmenbedingungen der Organisation gut anpassen.Aber auch für denjenigen, der sich selber mehr mit der Kollegialen Beratung beschäftigen möchte liefert das Buch von Marion Roddewig viele Informationen und Hintergrundwissen zur Kollegialen Beratung.
Professionell Pflegende stehen immer wieder vor vielen komplexen Aufgaben. Die Gratwanderung zwischen einer kompetenten Lösung anstehender Probleme und einer Überforderung fällt im beruflichen Alltag schwer. Ein Instrument, das den professionell Tätigen helfen kann, ist die kollegiale Beratung. Die Pflege-Dozentin Marion Roddewig sieht in der kollegialen Beratung einen Weg, „Handlungs-und Problemlösekompetenz zu entwickeln und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress zu erhöhen“ (S. 9). Nicht nur dies, kollegiale Beratung könne auch bei der Begleitung von Veränderungsprozessen oder der Bewältigung neuer Aufgaben eine wertvolle Unterstützung sein.In pflegerischen oder interprofessionellen Teams zu arbeiten bedeutet für viele professionell Tätige schon an sich einen unglaublichen Stress. Verletzlichkeiten Einzelner stehen genauso im Fokus wie das Streben Einzelner, Prozesse oder Situationen zu dominieren. Deshalb macht es Sinn, wie Roddewigs Buch auch zeigt, kollegiale Beratung nicht nur als Methode wertzuschätzen. Aus der humanistischen Psychologie kommend geht es gleichzeitig um gelebte Haltungen. So unterstreicht Roddewig die Wichtigkeit von Akzeptanz, Kongruenz und Empathie.Beispiel Kongruenz – Roddewig definiert sie als „Einklang der eigenen Emotionen, dem Bewusstsein dieser Emotionen und der daraus resultierenden Kommunikation“ (S. 22). Als sie diesen Begriff der Echtheit in den Diskurs einbringt, geht Roddewig leider nicht in die Tiefe. Sonst könnte deutlich werden, dass gerade in einer kollegialen Beratung dies spürbar werde. Sich in einem solchen Setting eine Maske aufzuziehen, lohnt nicht. Genauso wenig macht es Sinn, nur aus Gründen der Anpassung Kompromisse bei einem Team-Geschehen einzugehen.Diejenigen professionell Pflegenden, die die kollegiale Beratung in einer Einrichtung einführen wollen, haben mit Roddewigs Grundlagenbuch eine Hilfe. Sehr systematisch arbeitet sie den Implementierungsprozess durch. Als implementierende Verantwortliche oder implementierendes Team kann es wie eine Checkliste genutzt werden.Dabei lässt Roddewig keine Kreativität vermissen. Die methodischen Zugänge erscheinen praktikabel. So wird bei der Methode „Rollenhut“ die eigene Rolle als Pflegender im Versorgungsbereich klar. Bekanntlich sind Rollen charakteristische Verhaltensweisen, die stark an die jeweilige Situation gebunden sind (S. 122). Im pflegerischen Alltag werden die Rollen unbewusst wahrgenommen. Die Methode „Rollenhut“ versetzt den professionell Pflegenden in die Lage, sich der Rollen bewusst zu werden. So können anschaulich auch Interrollenkonflikte deutlich werden, die im beruflichen Alltag gerne übergangen werden.Roddewig betont, dass kollegiale Beratung grundsätzlich kein therapeutisches Geschehen sei (S. 25) sowie kein Allheilmittel für jedes Problem oder jede Lebenslage (S. 23). Es ist wichtig, um die Begrenzungen der kollegialen Beratung zu wissen. Denn dann können die Chancen dieser Methode noch signifikanter genutzt werden.Der Wert des Roddewig-Buchs liegt in der Niederschwelligkeit. Die klare Struktur und die gute Verständlichkeit sind für diejenigen Kolleginnen und Kollegen eine Unterstützung, um die Skepsis und die Verunsicherung der kollegialen Beratung gegenüber für die Umsetzung in den Hintergrund zu drängen.
Das Buch richtet sich an Lehrende für Pflegeberufe und bietet ihnen eine gut strukturierte und verständlich geschriebene Anleitung zur Vermittlung der Kollegialen Beratung in elf Unterrichtsschritten von jeweils 90 Minuten. Für die Umsetzung muss eine Klasse in kleine Gruppen à 10 Lehrende geteilt werden. Das interessante an dem Buch sind die verschiedenen Beratungsmethoden (Brainstorming, Rollenspiel, Skulptur-Technik, Rollenhut-Methode, System-Struktur-Zeichnung oder Reflecting Team), die vermittelt werden. Für unbedarfte Lesende wäre hier vielleicht etwas mehr theoretische Tiefe hilfreich. Aber auch so bietet das Buch viele Anregungen für den eigenen Unterricht.