★★★★★
k.A.
07.07.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine faszinierende und sehr treffende Auseinandersetzung mit den aktuellen Strömungen des Kulturpessimismus und ist absolut begeistert. Die Analyse der Attribute, die dem Kulturpessimismus heute angeheftet werden, ist tiefgründig und sehr inspirierend.
★★★★★
k.A.
07.07.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine faszinierende und tiefgründige Betrachtung der aktuellen kulturellen Entwicklungen und trifft den Nagel auf den Kopf. Ich war sehr begeistert von der Analyse und der Art und Weise, wie die Attribute des Kulturpessimismus beleuchtet werden.
Das fängt schon mal gut an : "...allein die ironische Haltung macht den alles nivellierenden Pankulturalismus erträglich. Sie ist das Anästhetikum des Geistes ... " (Einleitung, Seite 10). Wie dieses Pankulturalismus entsteht, wird in den folgenden Kapiteln erläutert. Es ist ein schleichender Prozess, der von vielen (historischen) Kulturkritikern, einschließlich Kulturpessimisten, zwar angedeutet, jedoch selten zu Ende gedacht wird. Vielleicht ist das auch nur möglich in der Postmoderne, in der wir jetzt leben.Die Erklärungsmuster für den Verfall der Kultur, oder sogar des Abendlandes, sind fast genauso vielfältig wie es Kulturkritiker und Kulturpessimisten gibt und gegeben hat. Dies wird in den ersten vier Kapitel "Nach der Kultur", "Fortschritt", "Niedergang" und "Postkultur" eindringlich und detailliert beschrieben.Der Autor Alexander Grau nimmt uns mit auf einer Reise durch die Geschichte der Kulturdeutung und Kulturkritik. Für vielen die sich bereits mit der Kulturphilosophie und Kulturwissenschaften (letztere laut des Autors ein relativ junge Erscheinung, da sie quasi die Objektivierung des Kulturbegriffs voraussetzt - mitsamt der Vorstellung, dass es eine Pluralität von miteinander konkurrierenden "Kulturen" gibt) auseinandergesetzt haben, wird vieles sicherlich bekannt vorkommen.Dennoch sind diese Kapitel als Vorbereitung auf das letzte Kapitel "Was bleibt" unerlässlich. Hier, sowie bereits in der Einleitung, legt der Autor seine eigene Interpretation des kulturgeschichtlichen Drama dar, das darin besteht, dass Kulturen "kulturblind" sind (Seite 134), dass "es kein Regelwerk, keine Metanormen [gibt], die den Pluralismus normativer Weltanschaungen ordnen oder moderieren könnten" (Seite 139), dass "... eine Kultur, die sich im Gegenwärtigen erschöpft, ... keine mehr [ist]" (Seite 140). Sein Fazit, auf Seite 141: "Erst jetzt wird deutlich, dass Kultur keine Notwendigkeit ist. Gesellschaften ohne Kultur sind möglich. Sie sind sogar die Zukunft. Die Kulturphase der Menschheit ist abgeschlossen."Dies alles hängt laut Autor ganz eng mit der Globalisierung der wirtschaftlichen Systeme zusammen, die paradoxerweise mit der Säkularisierung und Individualisierung der Gesellschaften einher geht. Kultur ist dabei, eine Illusion zu werden, die wir trotzdem noch hinterhertrauern (Seite 148).Sicherlich gibt es viele Lesearten dieses Essays/Plädoyers, je nach Vorwissen und Prägung des gebildeten Lesers und des Lesers voreingenommener Haltung der Moderne oder Postmoderne gegenüber. Auch wenn ich von Nature kein Pessisimist bin, hat dieses Büchlein mir gefallen. Es gibt einem zum Denken. Wenn das kein Gewinn ist ...