Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal Stephen R. Covey’s Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ gelesen habe, war ich schlicht begeistert. Im Gegensatz zu so vielen Lebensratgebern unserer Zeit zielt dieses Buch nicht auf oberflächliche Veränderungen, sondern auf eine tiefe Prägung des Charakters anhand zeitloser und universeller Prinzipien. Ich habe das Buch seit jener ersten Lektüre immer wieder zur Hand genommen, die sieben Wege kommen mir im Alltag regelmäßig in den Sinn und haben meine Art zu denken und zu handeln positiv verändert.Schon manchmal habe ich mir gedacht: Ich wünschte, ich hätte die Prinzipien früher kennengelernt und verinnerlicht. Leider lässt sich das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, aber zumindest meinem Nachwuchs kann ich sie nun dank „Die 7 Wege zu Glücklichen Kindern“ auf eine gute Weise vermitteln. Geschrieben hat es Covey’s Sohn Sean. Der deutsche Titel ist dabei – wie das Original – etwas irreführend: Es geht nicht um verschiedene Wege, die das Kind glücklich machen, sondern um Gewohnheiten („Habits“), die dem Kind ein solides Fundament fürs Leben geben. Sean Covey formuliert sie in einer leicht verständlichen Sprache, so dass sie auch die ganz Kleinen begreifen können. Aus dem ersten Weg, „proaktiv sein“, wird bei ihm: „Du hast es in der Hand.“ Aus Weg vier, „Win-Win-Situationen schaffen“: „Jeder hat etwas davon.“ Aus „Synergien Schaffen“, der sechsten Gewohnheit: „Gemeinsam geht’s besser.“Jeden der sieben „Wege“ illustriert Covey mit einer Geschichte. Die Kinder lernen mit Sammy Eichhörnchen, dass Langeweile kein Schicksal ist, sondern dass sie selbst etwas daran ändern können. Sie verstehen, dass es sich lohnt Ziele zu definieren und umzusetzen, wenn sie Brumm den Bär bei seinen Planungen über die Schultern schauen. Sie begreifen anhand der Geschichte vom Fußball-Match der Kinder von 7 Eichen gegen die frechen Dachse, dass dort wo ein Team gabenorientiert arbeitet, außerordentliche Leistungen möglich sind. Die Illustrationen von Stacy Curtis sind umwerfend – unsere Kinder haben sie sofort begeistert. Auch die Übersetzung ist sehr gelungen, was bei Büchern aus dem Amerikanischen leider nicht selbstverständlich ist.Eine besondere Stärke des Buches ist auch die „Eltern-Ecke“: Auf einer Seite am Ende jedes Kapitels bietet Sean Covey Fragen an, um mit den Kindern ins Gespräch über die jeweilige Geschichte zu kommen. So lernen die Kinder, das dahinterstehende Prinzip besser zu verstehen. Darüber hinaus liefert die Seite auch kleine Übungen, die zur Umsetzung des Gelernten einladen.Zum Schluss eine Warnung: „Die 7 Wege zu glücklichen Kindern“ ist ganz bestimmt kein Zauberbuch. Da gleicht es all den anderen Lebensratgebern auf dem Markt. Wer denkt, vom Vorlesen der Geschichten, werden im Leben der Kinder Wunder geschehen, sollte die Finger davon lassen. Die Inhalte des Buches werden nur ihre Wirkung entfalten, wenn Eltern die Prinzipien selbst vorleben und sie ihren Kindern mit viel Geduld und Liebe beibringen. Wer diese Bereitschaft mitbringt, für den ist das Buch – gerade in der Erziehung von Kindergarten- und Grundschulkindern – sicher Gold wert. Es vermittelt die Prinzipien auf kreative Weise und hilft Eltern, Lehrern und Erziehern auf diese Weise, Kindern ein belastbares Werte-Fundament fürs Leben mit auf ihren Weg zu geben.