★★★★★
k.A.
13.08.2026
ean-shopping.de
Das Buch hat eine bestimmte Papierqualität, die beim Betrachten angenehm ist. Der Druck wirkt gleichmäßig und klar auf der Seite. Die Bindung hält das Gesamtbild in sich und das Format ist angenehm zu halten.
"Himmelhorn" in der vorliegenden Ausgabe ist eine schutzumschlagfreie Sonderedition und vom Buch-Format her ein wenig kleiner als die vorhergehenden gebundenen Veröffentlichungen.Auf 492 Seiten wird diesmal Kluftinger in seinem neunten Fall - 2016 erstmals erschienen - auch körperlich sehr viel abverlangt, denn es geht auf Alpenberghöfe, die nicht ganz so leicht zu erreichen sind, wie der eigenwillige Ermittler das gerne hätte.Weil auch zu Hause einige Probleme auf ihn warten, unter anderem ist die bekannte Yumiko schwanger, der Doktor Langhammer schwer verliebt, ist das zeitweise Chaos - wie bei Klüpfel / Kobr gewohnt - logisch und auch irgendwie vorhersehbar.Dabei fing alles ganz harmlos mit einem Geburtstags-Geschenk an, einem E-Bike, dass Kluftinger von dem eben erwähnten Dr. Langhammer bekam. Kluftinger, anfangs sehr erfreut darüber, wieder ein Fahrrad zu haben, dass man auch problemlos, weil in Ordnung, benützen konnte, hatte aber nicht bedacht, dass der Langhammer ihn damit auch die Berge "hochjagen" würde. was ihm die Freude am Bike natürlich wieder relativ schnell verleidete.Ziemlich "priml" also...die gute Laune, war trotz des tollen Gipfel-Ausblicks ins Tal schnell wieder weg...Nützte aber alles nichts, denn in einem Allgäuer Alpen-Seitental wurden drei tote Bergsteiger gefunden. Und weil die sich den Ort ihres unfreiwilligen Ablebens nicht im Talgrund, was Kluftinger wesentlich gelegener gekommen wäre, sondern auf der Berghöhe ausgesucht hatten, schrumpfte Kluftingers Laune naturgemäß ganz gegen Null.Bei seinen Ermittlungen wird er dann auch noch mit auf hoch oben gelegenen Alpenhofbewohnern konfrontiert, die noch wortkarger sind als der Kommissar. Was kaum möglich scheint, aber selbst ihn erstaunt...Wie sich die Story dann entwickelt, sei hier nicht verraten. Aber sicher ist, dass "Himmelhorn" wieder ein echter Kluftinger-Alpenkrimi ist, bei dem auch der altbekannte, manchmal etwas klischeehafte Humor der Autoren nicht zu kurz kommt.Für Freunde des bayerischen Lokalkolorits ist dieser Allgäu-Krimi durchaus empfehlenswert. Kurzweilig im gewohnten Still geschrieben, kann man ihn in einem Rutsch durchlesen, ohne dass man sich inhaltlich und gedanklich in irgendwelchen Potemkinschen Dörfern verliert.Und das ist wohl auch das Ziel der Autoren: Spaß beim Lesen. Das Ganze gewürzt mit allgäuerischer Sturköpfigkeit in einer herrlichen Alpenlandschaft, die neben Almwiesen, Alpenhöfen und schrulligen Bewohnern auch ein paar Tote als Landschafts-Garnierung anzubieten hat...und einem liebenswerten, mit seiner Heimat verwurzeltem Dauergrantler-Kommissar als mehr oder weniger unfreiwilligem Bergfax...Das ist mir doch glatt 5 Sterne wert.
Freunde der Kluftinger-Reihe werden auch vom Fall “Himmelhorn” nicht enttäuscht sein. Die Autoren Klüpfel und Kobr knüpfen beim Aufbau ihres 9. Werkes an altbekannte und bewährte Strukturen an. Der etwas altmodisch-naive und liebenswerte Kommissar ermittelt in einem Mordfall (der sich erst im Laufe der Untersuchungen als ein solcher entpuppt) im Umfeld zweier verfeindeter oberallgäuer Bergbauer-Familienclans. Im Büro der Polizeibeamten geht es gewohnt locker zu und her, wobei einige Kollegen trotz des Herbstes schon mächtig den Frühling spüren.Familienintern zeichnen sich bei den Kluftingers einige Meinungsverschiedenheiten und Spannungen ab. Interessanter Ansatz, hier etwas Zündstoff anstelle der fast kitschigen Familienharmonie aus früheren Episoden einzuführen - hätte man meiner Meinung nach jedoch noch konsequenter verfolgen können.Und selbst bei den ansonsten chronisch gutgelaunten Langhammers bahnt sich eine Ehekrise an, in die der in dieser Beziehung eher unbeholfene Kommissar unfreiwillig hineingezogen wird.Natürlich lässt der Kommissar auch diesmal kaum ein Fettnäpfchen aus. Während bei der letzten Ausgabe (Grimmbart) insbesondere die kulturellen Unterschiede und Verständigungsprobleme zwischen Allgäuern und Japanern breitgetreten wurden, sind es diesmal unter anderem Kluftingers hilflosen Versuche, sich in der Welt des Wertpapierhandelns (mit dem Aussicht auf satte Gewinne) zurechtzufinden, was seinem Bankberater die Schweißperlen ins Gesicht treibt und die Leser zum Schmunzeln anregt („Kaufen Sie Amerikaner. Mc Donalds, Pepsi und so….“). Der Showdown in den Allgäuer Bergen ist kurz, aber heftig, und führt schließlich zur Einsicht, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint.
Kluftinger mal wieder...Ein Kollege hat sich ins Börsenleben gestürzt, einer ist in die Chefin verliebt, einer in die Sektetärin.Die Geburt des Enkelkindes steht bevor, bei Langhammers läuft nicht alles rund, und Kluftinger hat eine Daily Soap für sich entdeckt.Ach ja, am Berg sind ein paar Menschen abgestürzt. Es stellt sich bald heraus, dass es sich nicht um einen Umfall handelt. Eine jahrzehntelange Familienfehde unter Ällgäuern spielt möglicherweise eine Rolle.Eine Bewertung fällt mir schwer. Kluftinger wird diesmal weniger als Clown gezeichnet, was mir ganz gut gefällt. Überhaupt ist der Grundtom des,Krimis recht ernst. beklemmend ist die Schilderung der verfeindeten Familien. Dass viel,Zeit und Raum auf Kluftis private Angelegenheiten verwendet wird, gehört zum Konzept der Reihe und wird von vielen Fans so erwartet.Die Krimihandlung selbst kommt für mich nicht so recht in Gang, wirkte auf mich auch nicht so recht spannend. Auch die o.e. privaten Nebenstränge hätten die Autoren meinetwegen gerne straffen oder auslichten können.Für mich ein eher lauer Klufti-Krimi mit einer sehr atmosphärischen Beschreibung zweier verfeindeter Familien und ihrer Geschichte. Dafür von mir einen Extrapunkt.