★★★★★
k.A.
30.04.2026
ean-shopping.de
Ich habe dieses Buch für eine Lesestunde gekauft. Der Zustand des Buches ist akzeptabel, es gibt einige leichte Gebrauchsspuren an den Rändern. Die Papierqualität ist in Ordnung, und die Bindung hält die Seiten zusammen. Für jemanden, der einfach nur etwas zum Lesen sucht, ist es geeignet.
Christine Cazon: Lange Schatten über der Côte d’AzurCannes war ein Hotspot für Ferien. Doch früher gab es auch eine dunkle Seite: Die französische Polizei holte 1942 Juden ab und schickte sie über Paris nach Auschwitz. Dies ist der Hintergrund von diesem Krimi. Drei Tote werden auf einem jüdischen Friedhof gefunden, der erste ist der Enkel eines alten Mannes, der als Knabe früher versteckt wurde, die zweite eine Frau, die regelmässig das Grab ihrer Tochter pflegt, der dritte ein spielsüchtiger Angestellter der Friedhofsgärtnerei. Eine wichtige Rolle spielt auch ein Bild Bonnards. Eine gute Idee: ein solches Bild gibt es offenbar nicht, aber Katzen kommen in mehreren Bildern Bonnards vor. Und schliesslich gibt es eine ehrenwerte Richterfamilie, die offenbar Dreck am Stecken hat: Sie hat mehrere Dinge aus dem Haushalt der Deportierten sich angeeignet, ist vielleicht sogar schuldig für Denunziationen. Cazon ist eine Frau: da gibt es etwas viel Säuglingsgeschichten (zahnende Bébés, Windelwechseln usw.), auch spielt die Emanzipation der Frau eine gewisse Rolle – wie sie wohl für Deutschland, nicht aber für Frankreich typisch war (in Frankreich war «Mademoiselle» weiter üblich).
Am Cimetière Grand Jas in Cannes wird die Leiche eines jungen Mannes auf einem Grabstein gefunden. Daraus entwickelt sich eine Geschichte, in der die Krimispannung zwar etwas zur Seite gedrängt wird, dabei aber eine Geschichte der Zeit der Judenverfolgung auch in den nicht besetzten Gebieten des Südens von Frankreich erzählt wird, wie sie sich letztlich auch wirklich abgespielt haben könnte. So gerät zwar die Verbrecherjagd ein wenig in den Hintergrund, aber da nicht nur die Franzosen, sondern auch ich als Österreicherin der älteren Generation viel zu wenig über diese Zeit je gelernt und gewusst haben, war dieses Buch für mich trotzdem sehr lesenswert.Nach der Auffindung einer zweiten Leiche genau auf dem gleichen Grabmal - die mit dem ersten Toten so gut wie nichts gemeinsam hat - wird es rätselhaft, klärt sich dann aber doch eher simpel auf.Wer extreme Krimispannung möchte, der muss ein anderes Buch wählen, wer jedoch etwas Zeitgeschichte aus dem französischen Süden, verpackt in einen Krimi, erfahren möchte, liegt mit diesem Buch richtig.
in die düstere Zeit von 1942, als die deutsche Besatzung in Frankreich das Sagen hatte und die jüdische Bevölkerung verfolgt und deportiert wurdeAusgangspunkt ist ein junger toter Mann, Simon Wolff, Jude, aufgefunden auf einer jüdischen Gedenk-Grabstätte im Friedhof von Cannes. Commissaire Léon Duval verfolgt also Spuren in die antisemitsche Richtung und kann dank seiner Partnerin Annie, toughe Journalistin und penible Rechercheurin, die aktuell gefordert ist Beruf und Baby und Léon unter einen Hut zu bringen, schreckliche Details aus der Familiengeschichte des ermordeten Simon Wolff, besser gesagt seines Großvaters, in Erfahrung bringen.Als es auf dem Friedhof noch eine weitere Tote gibt spitzen sich die Dinge zu...Fazit: Flüssiger Stil, guter Spannungsbogen, realistische Protagonisten, interessante Hintergrundgeschichte, gerne gelesen