Mit dem kleinen „Sprachreiseführer Isländisch“ hat man eine perfekte erste Annäherung an das Isländische in der Hand, wenn man als Tourist Island bereisen und den einheimischen Isländern signalisieren will, dass man sich für ihr Land und ihre Kultur wirklich interessiert. Wichtig ist dabei: wer dieses Buch benutzt, wird primär an die isländische Sprache herangeführt, nicht an das Land. Es handelt sich hier eben nicht um einen normalen Reiseführer für die logistische Planung einer Reise, sondern eben um einen Sprachreiseführer. Das Konzept des Führers ist, seine Leserinnen und Leser mit Vokabular und Beispielsätzen auszustatten, die in verschiedenen Situationen nützlich (oder einfach nur höflich) sein können, denen man sich als Tourist in Island ausgesetzt findet: Begrüßung und Abschied, Zahlen, Zeitangaben, Begriffe rund um das wechselhafte isländische Wetter, Autopannen, Essen, Arztbesuche oder alles, was das Herz des Fotografen begehrt. Dieses Vokabular und die entsprechenden Phrasen sind in thematischen Kapiteln geordnet, in denen die Heranführung an die Sprache jeweils von einer knappen aber inhaltsreichen Einführung in den jeweiligen Themenbereich begleitet wird, z.B. zu allgemeinen Aspekten des Gesundheitswesens oder den sehr realen Gefahren, die in der isländischen Landschaft lauern können, wenn man sich nicht an gewisse Grundregeln hält. Zur Not wird man sich in Island immer auch mit Englisch zurechtfinden, da die allermeisten Isländer Englisch fließend beherrschen, doch gerade in Anbetracht des extremen Anstiegs der Zahlen an Touristen, die in den letzten Jahren das Land besucht haben, kann man sich mit ein paar Sätzen Isländisch sehr schnell sehr positiv von der Masse der Besucher absetzen. Die Isländer lieben ihre Sprache, und so sollte man auch als Besucher zeigen, dass man diese kleine Sprache respektiert, die von gerade einmal 350.000 Menschen gesprochen wird. Grüßen Sie einen Isländer z.B. nicht mit einem englischen „hello“ sondern einem „Góðan daginn“ – und Sie werden von der Reaktion verblüfft sein.Im Einzelnen enthält das Buch, nach einer allgemeinen Einführung zum Land, Kapitel zu den Themen „Sicher bei Wind und Wetter“, „Anreise und Ankunft“, „In der Stadt“, „Kultur erleben“, „Durchs Land fahren“, „Aktiv im Freien“, „Mit Kindern reisen“, „Essen und Trinken“, „Behindert, krank, verletzt“, „Studium und Arbeit“ und „Smalltalk“. Abgerundet wird der Band schließlich noch durch Lesetipps zu verschiedenen Themen, wobei ein Schwerpunkt wiederum auf der Annäherung an die isländische Sprache liegt (Lehrbücher, Wörterbücher, etc.).Inhaltlich ist der Band absolut verlässlich, was in Anbetracht seiner Autoren auch nicht verwundert. Astrid von Nahl unterrichtet seit vielen Jahren Isländisch an der Universität Bonn und hat mehrere große universitäre Forschungsprojekte zur isländischen Sprache durchgeführt. Jan van Nahl lebt seit mehreren Jahren in Island, wo er an einem staatlichen isländischen Forschungsinstitut arbeitet, das der isländischen Sprache und Literatur gewidmet ist.Positiv hervorzuheben ist zum Abschluss auch die Qualität der Herstellung des kleinen Bands: die hochwertige Bindung (Fadenheftung!) wird sicherstellen, dass auch bei häufiger Benutzung nicht plötzlich Seiten davonfliegen (nicht einmal im isländischen Wind!), und der durchgehend farbige Druck hilft mit farblich hervorgehobenen Stichworten und Beispielsätzen nicht nur bei der schnellen Orientierung im Text, sondern das Buch ist auch noch durch viele kleinformatige Farbbilder aufgelockert, die dem Auge immer wieder Ruhepunkte bieten.
Vorab sei gesagt: Bei diesem Buch handelt es sich um einen Sprachreiseführer, d.h. die Sprache steht im Vordergrund. Natürlich erfährt man auch allerlei über Land und Leute, Sehenswürdigkeiten, die Natur (und das richtige Verhalten in dieser!) und kleine Geheimtipps. Wer allerdings am Isländischen kein Interesse hat, sollte sich eher einen reinen Reiseführer anschaffen.Diejenigen aber, die versuchen wollen, sich in der einheimischen Sprache zu verständigen, finden in diesem Buch alles. Für jede erdenkliche Situation gibt es passende fertige Sätze: Anreise, Stadtbummel, kulturelle Institutionen, Einkaufen, Ausgehen, Krankheit usw. Besonders wichtig sind hierbei die Sicherheitshinweise. Diese sind vermutlich vor allem außerhalb von Reykjavík nicht immer auf Englisch, dabei hört man gerade von Island immer wieder, dass Touristen sich beim unachtsamen Umgang mit der dortigen Natur verletzen oder sogar ums Leben kommen. Da ist es doch hilfreich, wenn man Sicherheitshinweise auch verstehen kann, wenn sie schon (nicht ohne Grund) angebracht werden. Die Sprachbeispiele sind auf Isländisch, auf Deutsch und dazwischen in einer freien Umschrift angegeben, die perfekt auf deutsche Sprecher zugeschnitten ist und ausgesprochen werden kann, ohne dass man sich dabei die Zunge verknotet (beim Blick auf die isländischen Wörter kriegt man sonst wacklige Knie).Was mich am meisten überzeugt hat, ist, dass sich das Buch überhaupt nicht so trocken liest wie es sonst oft bei (Sprach)Reiseführern der Fall ist. Hin und wieder wurde ich sogar zum Lachen gebracht. Zusätzlich dazu wird die Darstellung auch optisch durch die Verwendung von schwarzer und blauer Tinte aufgelockert, außerdem sind viele, viele schöne Farbfotos vorhanden, die auf dem hochwertigen Papier gut zur Geltung kommen und richtig Lust auf Island machen! Das Cover ist da ein schöner Vorgeschmack und es war eine gute Entscheidung, nicht das typische Buske-Cover dafür zu nehmen. Dazu kommt, dass der Sprachreiseführer mit knapp 19 Euro nicht allzu teuer ist und ein perfektes Format für die Reise hat: Er ist wie DIN A5, nur schmaler, und passt in jede Tasche.Soweit ich informiert bin, ist dieser Sprachreiseführer für Isländisch – vor allem in der Qualität – derzeit ohne Konkurrenz. Ich denke, dass wir mit diesem praktischen Büchlein bestens für die Reise ins Land der Elfen und Geysire gerüstet sind.