Wenn man wie ich schon mehrfach in der Hauptstadt unterwegs war, steht die erste Tat nach dem Kauf eines Reiseführers schnell fest: Erstmal nachschauen, ob die persönlichen Lieblingsecken denn auch verzeichnet sind. Ich war erstaunt, dass ich wirklich fast alle "Geheimtipps", die ich meinen Freunden regelmäßig empfehle, wiederfinden konnte: Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten sind das unter anderem der Mauerpark und diverse Optionen zum Feiern wie der Kater Blau oder der Club der Visionäre mit dem angrenzenden Badeschiff. Gleichzeitig konnte ich für meine kommende Berlin-Reise aber noch viele spannende Tipps finden, die ich bisher noch nicht auf dem Schirm hatte.Der Trescher-Reiseführer schafft es, die wichtigsten Basis-Informationen zur Geschichte der Stadt kompakt zusammenzufassen, sodass ich sie mir gerne noch einmal durchgelesen habe. Zusammen mit Informationen zu Wirtschaft, Architektur, den einzelnen Stadtteilen, deren bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und Co. kann ich den Reiseführer allerdings auch jedem Berlin-Neuling empfehlen, da nichts zu kurz kommt.Durch die sinnvolle Aufteilung, den beiliegenden Stadtplan und die vielen kleinen Detailkarten der einzelnen Viertel fällt es leicht, den Überblick zu behalten, besonders gut gefallen mir die kurzen Essays mit interessanten Hintergrundinformationen. Während dies dazu einlädt, etwas zu stöbern und sich inspirieren zu lassen, findet man als Leser im letzten Teil des Reiseführers noch einmal alle Berlin-Informationen zusammengefasst - hier gefällt mir besonders gut, dass die Empfehlungen für Unterkünfte, Restaurants etc. verschiedene Preisklassen bedienen. Sowohl Budgetreisende als auch jene, die für ihren Urlaub gern mehr Geld ausgeben, sollten hier problemlos fündig werden.Eine Sache möchte ich auf jeden Fall noch positiv hervorheben: Der Trescher-Reiseführer ist nicht nur informativ, sondern auch wirklich gut geschrieben. Bei manchen Passagen musste ich sehr schmunzeln, beschreiben sie doch ganz genau, wie ich Berlin selbst immer wieder erlebe. Ein kleines Textbeispiel aus dem Kapitel Prenzlauer Berg: "Schon schlimm, dieser Bionade-Terror im Prenzlauer Berg, wo die Besserverdiener mit ihren tiefer gelegten Kinderwagen unterwegs sind und zwischen Yogakurs und Selbstfindungsgruppe noch schnell beim europaweit größten Biosupermarkt einkaufen."Insgesamt kann ich den Reiseführer jedem sehr empfehlen - bisher konnte ich noch keine Schwachstellen finden. Außer vielleicht, dass ich meine geliebte Thaiwiese im Preußenpark (bisher?) nicht finden konnte ;)