Typisch amerikanisch, aber gut. Viele Tipps zum Zeit sparen und zur Effizienzsteigerung der Erledigung von Aufgaben. Teilweise zu euphorisch. Die Zeiteinsparungen lassen sich m.E. nur im Idealfall erreichen, wenn überhaupt. Das Buch gibt aber sehr viel Hinweise, wie man bei fast gleicher Zielrreichung weniger Zeit braucht. Teilweise sehr rigorose Vorschläge, aber mal mindestens lohnenswert darüber nachzudenken. Für Perfektionisten wie mich einfach der richtige Arschtritt, die Sachen schneller und zeitsparender anzugehen. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Die eigentliche Frage die im Zusammenhang mit diesem Buch immer wieder im Raum steht:Kann dieses Geschäftsmodell funktionieren?Um uns eine echte Meinung bilden zu können, dachten wir uns im Mai 2018: Probieren wirs aus!Kleine Vorbemerkung: Auf dem Weg zu diesem automatisierten Geschäftsmodell, muss man etliche Entscheidungen treffen im Bezug auf Einkauf, Logistik, Onlineshop, Marketing u.s.w. . Das allein reicht aber nicht aus: Man muss die RICHTIGEN Entscheidungen treffen. Um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, braucht man Know-How und Erfahrungen. Wir haben hauptberuflich schon in einigen Bereichen gearbeitet (Logistik, Buchhaltung, Verkauf, Marketing, Online Marketing, Webdesign) und wir sind schon vorher unternehmerisch tätig gewesen. Wenn Tim also behauptet: "Das kann jeder", dann kann ich ihm nur teilweise zustimmen. Eine gewisse Erfahrung sollte man schon mit bringen. Ohne Erfahrung zu starten ist sicherlich möglich (man lernt auf dem Weg auch eine ganze Menge und das befürworten wir sehr: Aus den eigenen Fehlern lernt man am Meisten). Man sollte aber nicht erwarten, dass es beim ersten Versuch sofort funktioniert. Das Know-How aus Büchern reicht an dieser Stelle nicht aus um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das ist meiner Meinung ein Kritikpunkt am Buch. Man sagt: Das Letzte was ein Fisch wahrnimmt, ist das Wasser das ihn umgibt. Wenn Tim der Fisch ist, dann steht das Wasser sinnbildlich für seine Erfahrungen, die er in den Jahren vor der Umsetzung gesammelt hat. Andererseits hätten wir das Ganze wahrscheinlich gar nicht probiert, wenn er geschrieben hätte: Der Weg dorthin ist steinig und schwer... Von daher ist es als Inspiration trotzdem ganz gut geeignet :-) Nun gut, zurück zur eigentlichen Frage.Unsere erste Erkenntnis: Während dem Aufbau dieses Geschäfts muss man von irgendetwas leben!Wir hatten währenddessen Rechnungen zu bezahlen. Also blieb uns keine andere Wahl, als das Geschäft nebenberuflich aufzubauen und mit unseren Hauptjobs weiterhin unser Geld zu verdienen. Vor der 4- Stunden Woche kommt also zuerst die Phase in der man eine 80- Stunden- Woche hat. Aber es lohnt sich unter dem Strich: Also dran bleiben ;-)Unsere zweite Erkenntnis: Der Wareneinkauf kostet Geld und beim Hersteller zu kaufen heißt: Warten.Tim hat im Buch Produkte verkauft. Bevor man die aber verkauft, muss man sie erstmal einkaufen. Man arbeitet also nicht nur 80 Stunden in der Woche, sondern hat noch dazu mehr Rechnungen zu bezahlen als zuvor. Je weniger man beim Hersteller bestellt, desto höher sind die Preis pro Produkt. Dies wiederum muss man auf dem Zettel haben, da es ja auch Händler gibt, die Großmengen abnehmen und dadurch günstiger einkaufen können. WARUM SOLLTEN DEINE ZUKÜNFTIGEN KUNDEN BEI DIR KAUFEN, WENN DU TEURER BIST? Auf diese Frage braucht man vorher schon eine Antwort. Im Fachjargon würde man sagen: Man braucht ein gutes USP (Alleinstellungsmerkmal).Unsere dritte Erkenntnis: Alles selbst machen kostet Zeit, machen lassen kostet Geld.Wenn man noch nie einen Onlineshop erstellt hat, dann sollte man sich fragen, ob man selbst dazu in der Lage ist (Wenn die Antwort "Ja" heißt, sollte man überlegen, ob man sich richtig einschätzt.) Große Unternehmen stecken viel Geld in Onlineshops, die von wirklichen Profis gebaut werden. Diese sind im Internet die Konkurrenz. Sollte man also nicht in der Lage sein die Erstellung selbst zu übernehmen, kommen Dienstleister ins Spiel: Die nächste große Hürde. Wie bezahlt man die Dienstleister, wenn man noch keine Einnahmen erzielt. Kreative Lösungsmöglichkeiten müssen her und bestenfalls sollte man sich mit Experten unterhalten. Vorteilhaft ist, wenn man ein gutes Netzwerk hat. Hat das jeder? Wenn nein, wie baut man das auf? Und vor allem, auf wen hört man, wenn 10 Experten 10 unterschiedliche Ratschläge geben?DER ERSTE AUTOMATISIERTE VERKAUF- HURRA, das System kann funktionieren.Nach allen Hürden, die man überwinden muss, kommt irgendwann der Tag an dem das Gerüst steht:Die Ware liegt beim Fulfillmentanbieter. Der Onlineshop ist erstellt. Das Warenwirtschaftssystem ist mit dem Shop und dem Fulfillmentanbieter verknüpft. Die Zahlungsanbieter sind integriert. Die ersten Kunden finden durch Marketingmaßnahmen den Weg in den Shop. Der erste Kauf kommt zu Stande.Wie sieht die komplette Kette aus, anhand eines Beispiels:Hans trägt jeden Tag weiße T-Shirts unter seinen Hemden. Er kauft in der Regel aller 3 Monate 6 neue Shirts. Er kommt nun auf die Idee, dass er sich diese 6 Shirts auch im Abo zuschicken lassen könnte. Deswegen schaut er, ob dieses Prinzip irgendwo im Internet angeboten wird. Er googelt nach "weiße t shirts in m im abo". Dort sieht er einen Onlineshop, welcher weiße T-Shirt in der Größe M im Abo anbietet. Er bestellt im Shop ein ABO. Nun bekommt er alle 3 Monate 6 weiße Shirts zugeschickt. Das erspart im Zeit und Geld.Was passiert nach Hans seiner Bestellung?Die Bestellung geht im Warenwirtschaftssystem ein. Das Warenwirtschaftssystem leitet die Bestellung weiter an das Fulfillment Unternehmen. Das FF kommissioniert die Ware und schickt sie per Post zu Hans. Nachdem Hans die Ware angenommen hat, wird sein Geld über einen Zahlungsanbieter auf das Konto des Shop-Besitzers weitergeleitet. Er bekommt automatisch eine Rechnung vom Warenwirtschaftssystem zugeschickt. Hans gefallen seine neuen Shirts und er bleibt glücklicher Kunde. Nach 3 Monaten weiß das Warenwirtschaftssystem, dass Hans neue Shirts braucht und gibt die Information an den Fulfillmentanbieter weiter. Hans ist glücklich über diese clevere Lösung. Der Shopbesitzer ist glücklich. Das Fulfillment stellt eine Rechnung an den Shopbesitzer und dieser zahlt die Rechnung mit dem Geld von Hans- auch er ist glücklich. Danke Tim, das System funktioniert :-) Eines sollte man aber wissen: Der Weg ist steinig. Man braucht Ausdauer, man braucht gute Nerven, man braucht einen guten Grund für was man es macht... Auf dem Weg wird einem zwischenzeitlich kein vernünftiger Grund einfallen. Und VOR ALLEM: Bis man gut von dem Geschäft leben kann, braucht man nicht einen Hans, sondern hunderte. Wir können von den Einnahmen nicht beide leben. Aber eines steht fest: Der Weg dorthin ist spannend, lehrreich UND das System funktioniert (zumindest wenn man die richtigen Entscheidungen auf dem Weg dort hin getroffen hat).Also: Lasst euch vom Buch inspirieren und geht offen an die Sache ran. Es wird immer Leute geben, die es als "Schwachsinn" abstempeln. Ein Tipp der uns sehr am Herzen liegt: Bildet euch eure eigene Meinung!
Der Schreibstift ist sehr gut und die Dinge, die beschrieben sind, sind bestimmt umsetzbar.Allerdings nicht unbedingt in Deutschland.Du sagst deinem Chef, dass du deine Arbeit auch in 6 Stunden/Tagen schaffst? - dann bekommst du eher noch mehr Arbeit ;) oder einiges weniger Geld.Außerdem befreit man sich aus dem Hamsterrad, gehr reisen... Nur um sich dann die Arbeit, der man nachgehen möchte aus zu suchen?Und ich hoffe! Das keiner seiner Frau oder seinem Mann durch den Assistenten eine Entschuldigungs Mail zu kommen lässt...Ansonsten interessant, wenn man etwas out of the box sehen möchte. Habe es ganz gerne gelesen. Reisen ist nur leider nicht mein Haupt Ziel im Leben, deshalb werde ich wohl weiter mit dem Hamsterrad kuscheln.