★★★★★
k.A.
11.05.2026
ean-shopping.de
Dieses Doppelband ist eine fantastische und tiefgründige Zusammenfassung der Grundlagenwerk der Church of Satan und bietet eine sehr spannende Lektüre. Ich bin absolut begeistert von dem Inhalt und der Präsentation!
Den Autor und gleichzeitig Gründer der Church of Satan (frei übersetzt in „Satans-Kirche“) sollte man auf keinen Fall glorifizieren; auch wenn manche seiner Ansichten einleuchten und gar nicht wirklich richtig „böse“ und falsch sind.Satan ist für den Autor kein Wesen, sondern ein Symbol der universellen, durchströmenden Lebenskraft, wie es in der Einführung von Prof. Michael Rothstein und Asbjorn Dyrendal steht. Weiterhin steht dort geschrieben dass LaVey sogar die Existenz von Göttern leugnete, also Atheist war. Es ging ihm um das Leben im Hier und Jetzt, frei von christlicher Unterdrückung. Damit meint LaVey dass durch das Christentum das Erleben der eigenen Vitalität unterdrückt wird.Über die Satanische Bibel - Was positiv und was negativ gesehen werden kann:Positiv:1. Das Buch lässt sich leicht lesen und meist auch verstehen, jedenfalls wenn man sich schon ausreichend über Magie informiert hat.2. Manche Textpassagen sind durchaus schlüssig und geben gute Denkanstöße.3. LaVey ist der Meinung das Mensch- oder Tieropfer verwerflich sind.4. Die These dass jeder Mensch ab und an im Leben eine der christlichen Todsünden begeht ist bei näherer Betrachtung nicht ganz unwahr.Wenn sich z. B. einer schick macht dann begeht er ja schon die Todsünde der Eitelkeit. Damit hat der „Eitele“ aber niemandem geschadet.Meiner Ansicht nach kommt es auf die Intensität der Sünden in Gedanken an. Wenn die Sünde dort so stark ausgeprägt ist, dass sie einen zu „schlechten“ Taten verleitet dann sehe ich das als ziemlich problematisch.Die Überlegung vom Autor fand ich aber interessant.5. Satanisten sind laut LaVey gegen Vergewaltigungen.6. LaVey meint man solle seine Energie nicht an Leute verschwenden welche einen nur ausnutzen, sondern die Energie besser für seine Lieben einsetzen.7. Ein Textabschnitt aus „Die Satanische Bibel“:„Wenn ein Satanist etwas Verkehrtes tut, weiß er, dass es ganz natürlich ist, Fehler zu machen – und wenn ihm sein Vergehen wirklich leid tut, wird er daraus lernen und dafür sorgen, dass es nicht noch einmal vorkommt.“8. Es wird im Buch beschrieben wie man durch imaginieren und visualisieren seinem gewünschten Ziel näher kommen kann.9. LaVey erklärt, wenn auch nicht besonders höflich, dass der Zweck eines Rituals ist sich von Gedanken zu befreien die unnötig stören würden wenn man sich dauernd damit befasst.Negativ:1. LaVey schreibt so als wenn er die ultimative einzig wahre Herangehensweise an magische Rituale und anderes hat.Wenn einer eine andere Meinung hat dann wird es oft so dargestellt als ob er (oder sie) ein Heuchler und/oder unwissend ist.2. Es gibt in der Satanischen Bibel genauso wie in der christlichen Bibel Widersprüche. Erst macht LaVey sich über die „Weißmagier“ und ihre Rituale lustig. Zum Beispiel darüber dass sie verschiedene bunte Kerzen verwenden. Später verwendet er selber Kerzen. Er schreibt übrigens „Weißmagier“ immer in Anführungszeichen.3. LaVey sagt das „Weißmagier“, wie er sie nennt, Tiere opfern und Heuchler sind. Ich habe noch nie gehört dass Weißmagier Tiere opfern. Wenn sie das täten wären sie wirklich Heuchler.4. Seiner Ansicht nach üben „Weißmagier“ Zauber aus um Macht zu bekommen und Vorteile für sich zu haben. Sie würden aber angeblich sagen dass sie alles nur aus Nächstenliebe und zum Gemeinwohl tun:Wie kommt LaVey darauf; wieso sollte ein Weißmagier verleugnen dass er sich und anderen einen Vorteil verschafft? Ein Vorteil bedeutet dann natürlich auch eine gewisse Form von Macht. Aber warum sollte diese nicht wohlwollend sein können?5. Wie oben zu lesen ist, ist LaVey gegen Opferung von Lebewesen, aber er meint auch man könne jemanden ohne schlechtes Gewissen absichtlich zerstören. Klingt auch etwas widersprüchlich.6. LaVey ist sehr entschieden gegen das Christentum und die fernöstlichen Religionen. Das ist nicht gerade besonders tolerant und dabei hatte ich den Eindruck er will eigentlich offen sein.7. Ein Textabschnitt aus „Die Satanische Bibel“:„Ich tauche meinen Zeigefinger in das wässerige Blut eures impotenten, wahnsinnigen Erlöser und schreibe auf seine von Dornen entstellte Stirn: Der wahre Prinz des Bösen – der König der Sklaven!“Nach der Einführung von Prof. Michael Rothstein und Asbjorn Dyrendal sollen die Blasphemie und der Bruch von Tabus eine Art „Schocktherapie“ sein, die den Leser von dem befreien soll, was LaVey als eine im höchsten Maße unterdrückende christliche Tradition auffasst.Rothstein und Dyrendal meinen auch, dass LaVeys Schriften deutlich eine Art „Befreiungspsychologie“ zum Ausdruck bringen.Meiner Meinung nach kann man es damit auch übertreiben!8. Nach LaVeys Aussagen regiert das Gesetz des Stärkeren. Es wird nicht erklärt wieso.FAZIT: Bloß nicht LaVeys Meinung eins zu eins übernehmen. Das Buch aber nicht gleich komplett verurteilen, sondern es erst mal auf sich wirken lassen.Wenn die Satanische Bibel nicht verstanden wird und man sich beim Lesen psychisch schlecht fühlen sollte, lieber sofort aufhören zu lesen und warten bis man sich reif für diese Art von Buch fühlt.Es hilft auf jeden Fall zuerst leichter verdauliche Magie-Bücher zu lesen.Hinweis: Das zweite Buch des Bandes („Die Satanischen Rituale“) war für mich zu schwer zu verstehen und zu langweilig, deshalb kann ich dazu nichts schreiben.