Lui habe ich bereits öfter lesend in die Draußenwelt begleitet. Jedes Mal habe ich neue Details entdeckt. Das Buch ist nicht nur für Jugendliche spannend, fantasie- und humorvoll. Ich habe es schon mehrfach verschenkt und freue mich auf die Fortsetzung!
Warum wollte ich „Lui in der Draußenwelt“ lesen?„Lui in der Draußenwelt“ klingt ein wenig, wie „1984“ für Kinder – in einem Staat, in dem immer mehr der Bürger nachvollzogen und gespeichert werden kann, klang es für mich sehr interessant.Das Cover ist für mich nicht sehr ansprechend, ich denke, dass es aber vor allen Dingen die Jungen der Zielgruppe ansprechen wird. Man erkennt einen Jungen, der ausbricht.Lui und sein Freund Wuck leben in Isi. In Isi ist alles geplant, durch strukturiert und sauber – enge menschliche Beziehungen gibt es nicht, weder Freundschaften, noch die Familie als „Lebenskonstrukt“. Wenn man funktioniert, kann man ein ruhiges und unaufgeregtes Leben führen. Man ist versorgt und hat ein Dach über dem Kopf. Aber wehe man widersetzt sich, oder stellt Fragen...und genau das macht Lui, als sein Freund Wuck verschwindet. Lui erlebt viele Abenteuer außerhalb von Isi....Der Schreibstil Frau Richters lässt sich sehr gut lesen, dennoch kommt hier direkt mein Einwand, wird mit so vielen Wörten und Begriffen gespielt, dass ich mir absolut sicher bin, dass es keine „Abenteuergeschichte für Kinder“ ist, wie es im Buch steht, sondern tatsächlich eher für Jugendliche, die mit allen bzw. den meisten Begriffen etwas anfangen können.Die Kapitel sind allesamt sehr kurz, was den Lesefluss fördert und einen dann doch noch kurz ein weiteres Kapitel lesen lässt.Lui und Wuck, sowie alle Nebencharaktere, die im Buch vorkommen sind sehr schön ausgearbeitet und es macht Spaß mit ihnen auf die Reise zu gehen und Abenteuer zu erleben. Dennoch ist mir das alles etwas viel, über die Niederrüpel musste ich noch lächeln, aber es wird einfach immer mehr, viele Kapitel lassen einen erahnen, wer dort lebt, wie z.B. „Die Spießburg“ oder aber als sie im Megantowald sind, in dessen Wipfeln unter anderem Höhenhunde, Astmäuse, Rindenten oder Zapfhennen leben. Dieses „Stilmittel“ zieht sich durch das ganze Buch – und grade für ein Kinderbuch, finde ich das etwas zu viel, weil die ganzen Feinheiten noch nicht so wahrgenommen werden.Ich weiß noch nicht, ob ich die Fortsetzung lesen werde, diejenigen, denen das Buch aber ausnahmslos gefallen hat, können sich über weitere Abenteuer in „Lui in der Oberwelt“ freuen!
★★★★★
gelesengelauschtgemacht
31.05.2024
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Klappentext: "Das Paradies heißt Isi. Hier ist für alles bestens gesorgt, Schule und Familie sind längst abgeschafft. Auf Abwegen entdecken Lui und Wuck die verbotene Draußenwelt und entschließen sich zu bleiben, allen Risiken zum Trotz. Das Abenteuer beginnt."Das Cover finde ich überhuaupt nicht ansprechend - würde ich nicht die Zielgruppe des Buches unterrichten und daher auf der Suche nach Lesestoff für Buben sein, ich hätte es nicht in die Hand genommen. Das Cover wirkt altbacken und sieht weder nach Zukunft noch nach Abenteuer aus. Ich hätte eher "Literatur für Buben" erwartet. Der Klappentext verwundert, wenn man das Cover gesehen hat. Die Aufrmachung des Buc hes ist gut, die gelbe Einfärbung am Schnitt wirkt als Einziges kindgerecht, sogar ein Lesebändchen hat dieses Buch.Der Schreibstil steht im Kontrast mit dem Cover und dem Klappentext, die Sprache versucht, sich an die gängige Jugendsprache anzunähern. In meinen Augen misslingt dieser Versuch, Einwortaussagen machen den Text nur grausiger zu lesen, teilweise sind sogar diese kurzen Einwürfe für Handlung und Nachvollziehbarkeit irrelevant. Am Anfang finde ich es sehr mühsam in die Geschichte hineinzukommen - keine genauere Beschreibung von Lui oder seinem Freund, viele Dinge werden nur mit einem futuristischen Namen benannt und nicht konkret beschrieben und es gibt haufenweise Fragen, die aufgeworfen werden - für meinen Geschmack zu viel für ein Buch mit unter 300 Seiten Umfang, die auch noch kindgerecht groß gedruckt sind. Leider hat sich die Geschichte auch nicht so richtig entwickelt.Die Herrschaftsform im "Paradies" ist eine Diktatur, statt Schule gibt es genau getaktete Lerneinheiten, statt Familie ständig wechselnde betreute WGs. Freundschaften und andere intensive Sozialkontakte sind versagt, Buben und Mädchen wachsen getrennt voneinander auf. Die "Draußenwelt" ist Umwelt, so wie wir sie kennen, natürlich abenteuerlich für Wuk und Lui, für mich zum Lesen aber nichts Besonderes.Die Wortneukreationen finde ich nicht unterhaltsam, sondern nur nervig für den Lesefluss. Mich hat das Buch gar nicht angesprochen. Schade! Auch ich hätte gerne das "tolle Kinderbuch" gelesen von dem andere Rezensent*innen schwärmen. Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.