Der Autorin ist ein höchst unterhaltsames anspruchsvolles Buch gelungen. Eine Frau (die bis zum Schluss keinen Namen bekommt) hält einen Mann (der auch namenlos bleibt) von einem Sprung von den Klippen ab, indem sie ihm Geschichten erzählt. Um das Ende der Geschichten zu erfahren, muss der Mann am nächsten Tag wiederkommen.Die Geschichten sind jede für sich unterhaltsam, zum Teil sehr witzig und immer faszinierend anders, als man erwartet. Der Stil der Autorin ist speziell, flusiges drüberlesen geht nicht, dann verliert man den Faden. Wo sind Gedanken, Wünsche, Träume, Realität. Das wird oft erst am Ende klar.Na, liebe Autorin, da hast du was angerichtet. Freds langsame Verwandlung und Lauras leidenschaftliche Liebe zu Shakespeare sind mitreißend. Die Kommilitonen subtil witzig, wenn man aufpasst. Dörte hingegen ist bäh...Ich lese in jeder freien Minute. Das Buch hat mich gepackt. Ich habe schon ewig nichts mehr gelesen, was mich wirklich fasziniert hat.Erst spät erfahre ich ein kleines bisschen über die Frau. Vom Mann weiß ich nach 110 Seiten noch nicht viel, außer dass er lächelt. Und dann ist da Florian, der sich so entwickelt wie im wirklichen Leben.Ja, das passiert. Ein Partner hat schräge Gewohnheiten, ist aufregend anders, unangepasst und nach gewisser Zeit gehen einem die liebenswerten Schrulligkeiten ziemlich auf den Sack, wenn man einen hat. Florian ist ein Egoist und nicht partnertauglich.Dario hat mir fast einen Herzinfarkt beschert, mehr sag ich zu ihm nicht.Verliebt in einen König? Ja, auch das gibt es in dem Buch. Mich hat das Kapitel ein wenig an Harry Potter erinnert. Keine Kilschees, aber Ungereimtheiten die die kleine Episode spannend machen. Man traut seinen Sinnen nicht.Und dann haut mich Evelyn mit einer Fülle von sehr mäßigen Gedichten um. Und das eigene Gefühl der Unvollkommenheit ist allgegenwärtig.Ein hyperaktiver hochattraktiver Kochbuchautor und zwei miteinander konkurrierende Fans, Leonie und Anna. Man fragt sich, wer von beiden den größeren Knall hat.Und dann das Resumee.Die letzte Anmerkung zu dem Buch. Das ist schwierig. Ab seite 340 hab ich alles dreimal gelesen, bevor ich es überhaupt auch nur annähernd verstanden habe. Thalia, Thomas und Justus, das hab ich noch ganz gut begriffen. Wieso Thalia nicht gemerkt hat, von wem das Liebesgedicht kam, ist mir schleierhaft. Aber egal, die hatten noch Namen. Ab dem Kapitel "Archiv" verschwinden Namen und es sind nur noch Mann und Frau, auf beiden Seiten. Alles verschwimmt zu einer Einheit, man muss sich extrem konzentrieren um nicht den Durchblick zu verlieren. (Und ich bin ein flusiger Leser) Das Kapitel verzeiht kein drüberlesen und überlesen.Es gibt düstere Visionen, die heute vielleicht mancher gar nicht düster findet, sondern erstrebenswert. Ich bin da ambivalent. Die Zeitebene (Nein es sind ja sogar zwei) der letzten Geschichte hat mich überrascht und dann das Ende lässt mich mit einem Stirnrunzeln zurück. Die Autorin überträgt die Verantwortung dafür komplett dem Leser.Jedenfalls hast sie erreicht, dass ich wieder ans Lesen gekommen bin. Ihr Stil ist faszinierend und hat mich nicht losgelassen.Fazit: ***** Eine Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich auf das Experiment einzulassen. Ich geh nun weiter zu Aydens nächstem Buch. "Tote beißen nicht". Seite LXXXVIII finde ich bestimmt wieder. Ich muss ja wissen, ob und wie Caesar und Kleopatra auch bei Ayden ein Paar werden. Ich meine so richtig...
Zehn Tage - neun LiebesgeschichtenDamit er sich nicht von einer Klippe stürzt, erzählt eine Frau einem Mann jeden Tag eine Geschichte. Doch gerade, wenn es spannend wird, bricht sie ab. Um das Ende zu hören, muss er jeden Tag wiederkommen. So verliebt sich in einer dieser Geschichten eine Journalistin in einen Autor veganer Kochbücher, der aber ein dunkles Geheimnis hat. In einer anderen Erzählung belegt eine Frau einen Kurs in kreativem Schreiben. Der Lehrer ist sehr attraktiv, interessiert sich aber eigentlich nur für seine eigenen – grottenschlechten – Gedichte. Dann gibt es auch einen Kunsthistoriker und Zeichner, mit einem gruseligen Hobby, der mit seiner Freundin zusammen zieht und einen Einblick die Welt der Einrichtung- und Deko-Freuden erhält. Die Geschichten sind gut geschrieben, unterhaltsam und nie langweilig. Die Autorin hat die Charaktere sehr gut aufgebaut, so dass man schnell Sympathie oder Antisympathie entwickelt.Jeder dieser Geschichten ist einen eigenen Roman wert, so spannend und facettenreich sind diese. Man kann jeden Abend eine lesen. Oder den Anfang und den Rest am kommenden Tag. Ganz wie man möchte. Ein rundum gelungenes Buch
Eine Frau trifft einen Mann, der im Begriff ist, sich mit einem Gleitschirm von einer Klippe zu stürzen.Um ihn von diesem lebensgefährlichen Abenteuer abzuhalten, kehrt sie jeden Tag zurück und erzählt ihm Geschichten.Das Setting erinnert ein wenig an die Geschichten aus 1001 Nacht, wobei es hier allerdings um seinen, nicht um ihren Hals geht.Im Großen und Ganzen schön und interessant zu lesen, wobei es nach meinem Geschmack doch etwas mit - Vergleichen übertrieben wird.Das schmälert das Lesevergnügen aber kaum.Alles in allem also durchaus lesenswert.