Ich habe Wasteland geliebt und mich umso mehr gefreut, dass der Plan9 Verlag die Fortsetzung übernommen hat! LayLayLand ist spannend und cool - und geht noch mehr als der erste Band der Reihe darauf ein, was Hopepunk bedeutet. Große Leseempfehlung!
*Ihr Ziel: das Labor in Polen, zu dem Laylays Mutter als Kind gebracht wurde, kurz bevor die Zivilisationen zusammenbrachen. Ihre Hoffnung: ein Heilmittel für die, die sie zurückließen, und für Zeeto.*2064 ist die Welt nicht mehr die, die wir kennen. Aufgeteilt zwischen kleinen Bereichen, die von Menschen noch bewohnbar sind und den weiten Teilen, die von einer Seuche heimgesucht werden, die jeden Menschen befällt, scheint es wenig Hoffnung für die Menschheit zu geben. Besonders nun, da die wenigen Immunen beschlossen haben, ein stärkeres Virus auf die verbleibenden Menschen loszulassen. Laylay und Zeeto machen sich auf nach Polen um dort ein Heilmittel zu suchen. Dabei kommt Laylay nicht nur ihre Immunität, sondern auch ihre übermenschliche Kraft zu gute, während Zeeto gegen die Wastelandkrankheit kämpft.Obwohl ich den ersten Band gelesen habe, war ich froh um die Einleitung, in der alle wichtigen Infos noch einmal kurz wiedergeben werden. So konnte ich mich direkt wieder in der Geschichte zurechtfinden. Laylay und Zeeto wechseln sich in der Erzählung der Ereignisse ab. Unterbrochen werden sie vom geheimnisvollen Root 2.0, der im Hintergrund die Fäden zieht und über die vergötterte Kraft des WeWeWe und der Technik so manches in Bewegung setzt. Ser (ich nutze hier die im Buch übliche gendergerechten Pronomen, die auch die Möglichkeit mit einschließen, sich nicht auf ein sie oder er festzulegen) bleibt geheimnisvoll. Bis zuletzt fragt man sich, ob er wohl ein eigenes Spiel spielt, oder doch auf Seiten der Beiden ist. Die Aufgabe, die Laylay und Zeeto zu erfüllen haben, ist keine einfache. Sie treffen auf Laylays Mutter und wieder einmal müssen sie sich mit neuen Machtverhältnissen und Gewalt auseinandersetzen.Wie auch im ersten Band hat mich die düstere Zukunftsvision fasziniert. Die Idee dazu – und der erste Band – stammen noch aus der Prä-Corona-Zeit. Hier nun wird auf die Pandemie Bezug genommen und die Möglichkeit, eine Seuche – durch den Klimawandel begünstigt – könnte den Großteil der Menschheit ausrotten scheint viel realer. Wie die verbleibenden Menschen damit umgehen, welche Auswirkungen sich auf kleine Gesellschaften ergeben und wie wenig von dem, was uns Selbstverständlich erscheint, in dieser Zukunft noch erhalten geblieben ist, hat mich besonders interessiert.Neben der Zukunftsvision sind es auch die Charaktere, die die Geschichte besonders machen. Als Erzähler nehmen sie kein Blatt vor den Mund, passen ihre Sprache grad so an, wie sie wollen – samt erfundener, neuer Wörter und dem ein oder anderen Gefluche. Dadurch wirkte die Geschichte besonders authentisch. Laylay ist von Geburt an etwas Besonderes. In ihr leben die Gene fort, auf denen die Werwolflegenden basieren und so ist sie nicht nur immun gegen die Krankheit, sondern kann sich auch wandeln. Allerdings stellt sie sich gegen ihre Artgenossen, die sich als etwas Besseres, als der Rest der Menschheit fühlen. Aber auch Zeeto ist besonders. Seine Geschichte ist durch seine manisch-depressiven Phasen geprägt, mit denen er sich zurechtfinden muss. Nicht immer gelingt ihm das, allerdings lebt er inzwischen besser damit und sieht auch so manchen Vorteil.Fazit: Auch der zweite Band war ein Lesevergnügen, bei dem es mir nicht nur die Charaktere, sondern auch die hier gezeichnete, düstere Zukunftsvision angetan hat.