★★★★★
k.A.
11.07.2026
ean-shopping.de
Ein sehr interessantes und nachdenkliches Produkt, das zum Nachdenken anregt, auch wenn es eher ein philosophisches Statement als ein praktisches Teil ist. Die Qualität des Drucks ist gut, aber der Inhalt ist sehr spezifisch.
Dieses Buch wurde mir durch einen Beitrag im ZDF empfohlen, und da ich selbst über viele Monate hinweg ukrainische Frauen und Kinder in unserer Familie aufgenommen hatte, interessierte mich das Thema sehr. Oftmals wollten diese Frauen und Kinder nach außen hin den Anschein von Normalität wahren, während sie innerlich aufgrund des Krieges in einer extremen Ausnahmesituation lebten. Sie wollten uns jedoch nicht mit ihren Sorgen belasten.Von diesem Buch erhoffte ich mir einen unverfälschten Einblick in den emotionalen Zustand von Menschen, die mit der schrecklichen Realität konfrontiert sind, dass ihr Land angegriffen wird. Meine Erwartungen wurden zu 100% erfüllt. Bereits auf den ersten Seiten war ich gefesselt. Das Buch ist eine Sammlung von Briefen, eingerahmt von einem Vorwort der Herausgeberin Aurelie Bros, einem Nachwort einer Harvard-Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf der Ukraine und einem Beitrag von Nobelpreisträgerin Matwijtschuk.Die Offenheit und Direktheit der Briefe haben mich tief berührt. Manchmal musste ich schmunzeln, wenn ich las, dass eine der Briefeschreiberinnen bei Ausbruch des Krieges als Erstes an ihre Haustiere dachte. Oft flossen Tränen, zum Beispiel als ich von einem Mädchen las, das sich nach dem Schrecken der Belagerung von Mariupol nicht mehr von das Grab ihrer Mutter verabschieden konnte, als sie überstürzt fliehen musste. Oder von einer Frau, die unmittelbar nach der Flucht und in großer Sorge um ihren Sohn und ihren Mann in der Ukraine in Tränen ausbrach und dann vom kleinen Kind ihrer Gastfamilie getröstet wurde, das sie als "Lichtstrahl in der Finsternis" beschrieb.In einem sehr bewegenden Brief eines Journalisten habe ich endlich emotional verstanden, warum alles Russische in der Ukraine so zutiefst gehasst wird, und nicht nur auf rationaler Ebene.Das Vorwort der Herausgeberin hat mich auch in einer anderen Hinsicht herausgefordert. Es fiel mir im vergangenen Jahr auf, als verschiedene Ukrainerinnen bei uns lebten: Wir haben hier in der sicheren EU ein merkwürdiges Bild von Menschen auf der Flucht. Wir denken oft an ausgemergelte Flüchtlinge in Lumpen. Das ist ein Vorurteil, wie ich heute weiß. Die Menschen, die im Frühjahr 2022 zu uns kamen, waren in fast jeder Hinsicht ein Spiegelbild von uns selbst. Sie standen mitten im Leben, teilten unsere westlichen Werte und hatten Karrieren, die genauso gut unsere eigenen sein könnten. Dies half mir sehr dabei, einen differenzierten Blick auf Flucht und Geflüchtete zu entwickeln, egal woher sie kommen. Mein Respekt gilt Herausgeberin Bros dafür, dieses Thema so präzise anzusprechen.Ich hatte die Kindle-Version gekauft, da ich gerade auf Reisen war. Allerdings habe ich gerade online gesehen, dass die Printausgabe auch wunderschöne Porträts enthält. Daher habe ich soeben die Buchausgabe bestellt und werde ein Update schreiben, sobald sie eingetroffen ist. Ich überlege auch, das Buch einer befreundeten Familie zu schenken, die ebenfalls ukrainische Frauen aufgenommen hatte, denn es wird ihnen genauso wie mir helfen, besser zu verstehen, welche Fragen sich im Zusammenleben damals gestellt haben.Fazit: Klare Kaufempfehlung - 5/5 Sterne.
Ich möchte zuerst meinen herzlichen Dank an Aurélie Bros für diese bemerkenswerte Idee und dieses Buch aussprechen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass solche Geschichten erzählt werden. Viele von uns hören und lesen über den Krieg in der Ukraine, doch wir können uns kaum vorstellen, was es wirklich bedeutet, inmitten dieses Konflikts zu leben. Selbst nach dem Lesen dieses Buches bleibt uns die volle Tragweite des Krieges wohl verborgen, aber es bringt uns doch einen bedeutenden Schritt näher an das Verständnis heran.In 38 Briefen an die Welt werden individuelle Schicksale erfasst. Jede dieser Frauen hat ihre eigene, einzigartige Erfahrung mit dem Krieg gemacht, sei es seit dem Beginn am 24. Februar 2022 oder im Jahr 2022. Dennoch gibt es bemerkenswerte Gemeinsamkeiten, die immer wieder auftauchen, wie ein wiederkehrender Refrain in einem Lied. Das Unverständnis für die brutale Vorgehensweise Russlands, die Liebe zur Freiheit, sowohl der eigenen als auch der der Ukraine, und der Wunsch nach Sicherheit und einem ukrainischen Sieg sind einige dieser gemeinsamen Themen.Es ist eine vollkommen andere Erfahrung, von unmittelbar Betroffenen zu lesen, anstatt nur die Berichte in Zeitungen und im Fernsehen zu verfolgen. Dieses Buch ist jedoch keine leichte Lektüre. Man kann es nicht einfach in einem Zug durchlesen. Man muss diese unfassbaren Geschichten auf sich wirken lassen. Es hat mich zutiefst berührt und gleichzeitig wütend gemacht. Es hat meine Überzeugung gestärkt, dass Russland diesen Krieg verlieren muss, im Interesse der Ukraine, Europas und der allgemeinen Freiheit und Gerechtigkeit.Es wäre ein großer Wunsch von mir, dass viele Menschen im “Westen” die Gelegenheit ergreifen, dieses Buch zu lesen und so die Perspektive der Menschen in der Ukraine besser verstehen können.
For those fortunate enough to live in a safe place, war in Europe though horrifying, remains distant.This book plunges the reader right into the lives of Ukrainian women at the outbreak of war and gives a clear insight into the devastation and destruction of ordinary lives caught in the grip of war.Some stayed; some fled and many returned to their homes. We rightly witness the aftermath and the individual pathway taken by these unfortunate women. But yet, through tragedy, loss and anger, the unifying factor is their courage and fierce determination to rebuild.Aurélie Bros has skilfully captured and compiled these personal and truthful accounts into a powerful anthology of empowerment and hope. It is impossible to read, and not be profoundly touched by these heartbreaking stories.