Die Studie von Angela Schmole behandelt die Tätigkeit von Frauen im DDR-Ministerium für
Staatssicherheit (MfS). Analysiert werden ihre Mittäterschaft als hauptamtliche und
inoffizielle Mitarbeiterinnen im Kontext der MfS-Institutionsgeschichte. Die programmatisch
durch die SED vorgegebene staatliche Frauenförderung stellte das MfS vor eine letztendlich
unlösbare Aufgabe. Der Staatssicherheitsdienst mobilisierte vor allem traditionelle
Vorstellungen von Männlichkeit wie Ehre Kampffähigkeit Härte und Kompromisslosigkeit für die
Mitarbeiter seines militärisch durchorganisierten Ministeriums. Keine Frau gelangte in die
Führungsebene des MfS. Die Autorin untersucht sowohl die Rolle der hauptamtlichen wie auch der
inoffiziellen Mittäterinnen des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Diese Binnenperspektive wird mit
den Methoden der Geheimpolizei konfrontiert mit denen das MfS gegen Frauen vorging die aus
diversen Gründen zu "Untersuchungsobjekten" und Opfern des DDR-Staatssicherheitsdienstes
geworden sind. Hauptthemen sind: die Rolle von Frauen als hauptamtliche Mitarbeiterinnen die
Motive von Frauen die sich als GM IM oder Informantinnen dem MfS verpflichtet haben der
alltägliche Umgang des MfS mit DDR-Bürgerinnen bei Vernehmungen und Auskunftsersuchen die
Verfahrensweisen des MfS gegenüber Frauen die sich unangepasst verhielten und Widerstand
leisteten oppositionellen Kreisen angehörten oder einen alternativen Lebensstil wählten den
Sprachgebrauch über Frauen im MfS-Schriftgut.