1986 landete ROB REINER mit dem Film „Stand by me“ einen Überraschungstreffer. Der Film entstand nach der Novelle „Die Leiche“ von STEPHEN KING und was REINER daraus gemacht hatte, war wirklich sensationell.Vier Jahre später wagte er sich dann an einen Roman von STEPHEN KING, was meines Erachtens nach eine sehr viel anspruchsvollere Aufgabe ist. Die Romane von KING sind ganz speziell, das Geschriebene in bewegte Bilder umzusetzen deswegen auch nicht unbedingt einfach, vor allem weil es ja gilt den Stil und den besonderen Geist der Romane dem Zuschauer nahe zu bringen. Was im Buch mit Worten erklärt wird, muss man im Kino durch Darstellung erklären, was viel schwerer ist, und woran sehr viele Verfilmungen letztendlich auch scheitern. Nicht umsonst sagt man, dass man sich einen Film besser nicht ansieht, wenn einem das Buch gefallen hat.In diesem Fall kann ich aber Entwarnung geben, der Film ist echt klasse. Das liegt aber in erster Linie an den beiden Hauptdarstellern KATHY BATES (Annie Wilks) und JAMES CAAN (Paul Sheldon). JAMES CAAN spielt den Schriftsteller „Paul Sheldon“ wirklich sehr gut, aber KATY BATEA stiehlt im trotzdem die Schau.Sie ist schlicht und ergreifend genial, wie sie die durchgeknallte und fanatische Krankenschwester „Annie Wilkes“ spielt, ist einfach grandios – nichts anderes kann man dazu sagen. Sie wurde 1991 völlig zu Recht mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist noch höher zu bewerten, wenn man berücksichtigt, das sie sich immerhin gegen MERRYL STREEP und JULIA ROBERTS durchgesetzt hat, letztere ging sogar für ihre Paraderolle als „Pretty Woman“ leer aus.Wie KING mit der Darstellung von KATHY BATES zufrieden war, weiß ich nicht, mit JAMES CAAN hatte er so seine Probleme. Er selber schriebe einmal, dass er sich für die Rolle des „Paul Sheldon“ jede andere Person als JAMES CAAN vorgestellt hätte. Wie auch immer, ich finde CAAN macht das sehr gut. ;-)Die Story dreht sich um den erfolgreichen Buchautor „Paul Sheldon“, der in einer abgelegenen Berghütte seinen neusten Roman fertig stellt. Er ist der Autor der beliebten „Misery“-Reihe, die er mit diesem Buch beenden will. Als er sich mit dem fertigen Manuskript auf den Heimweg nach New York macht, gerät er in einen Schneesturm und verunglückt. Zu seinem Glück wird er von der ehemaligen Krankenschwester „Annie Wilkes“ gefunden, die ihn mit nach Hause nimmt und ihn medizinisch versorgt. Als „Annie“ erkennt, wen sie da gerettet hat, ist sie ganz aus dem Häuschen, denn sie ist ein ganz großer Fan von „Misery“ und hat sogar ihr Schwein nach ihr benannt. Zum Dank für seine Rettung, lässt „Pauls“ sie das Manuskript des neuen Romans lesen, nicht ahnend, was er damit in „Annie“ auslösen wird …….Mein Fazit: „Misery“ ist ein wirklich guter Film geworden, der vor allem wegen der erstklassigen Hauptdarsteller so gut funktioniert. ROB REINER hat den Stoff exzellent umgesetzt, vermischt geschickt Elemente des Horrorfilms, des Thrillers und der Komödie miteinander, was mir sehr gut gefällt. Er schafft es auch spielend Spannung aufzubauen, manche Szenen sind sehr brutal, man denke an die Szene mit dem Vorschlaghammer.Ich finde den Film heute noch super spannend und kann ihn deswegen auch ohne Bedenken empfehlen – tolles Kino!
Dieser Film lässt sich jetzt vor allem in der Weihnachtszeit gut schauen.Fans von übertriebener Action und Gewaltdarstellung werden hier sicher nicht auf ihre Kosten kommen, nur in den letzten Minuten wenn ich hier Spoilern darf, kommt es zu einem wie oft in amerikanischen Filmen zu einem gewalttätigen Showdown.Ansonsten spielt Kathy Bates in der Rolle der Annie Wilkes grandios den wahnsinnigen Fan.Finde hierfür hat sie damals zu Recht den Oscar bekommen.Wer auf ältere Filme steht und subtile Spannung mag wird sicher nicht enttäuscht werden.